Von Rudolf Weber
Karl Ellmann war ein beliebter Mutterhaus-Geistlicher in Auerbach. Zur Welt gekommen war der am Freitag, 4. Februar, verstorbene Monsignore am 19. April 1942 in Rottau (heute Gemeinde Bernau) am Chiemsee. Nach der Volksschule wechselte Ellmann auf das Chiemgau-Gymnasium in Traunstein, machte dort 1962 sein Abitur und studierte anschließend bis 1968 am Priesterseminar Freising Philosophie und Theologie. Zehn Wochen vor der Priesterweihe kamen Ellmann, der zu dem Zeitpunkt bereits Diakon war, Zweifel an seiner Berufung, weshalb er in Augsburg Lehramt an Volksschulen studierte und mit großem Erfolg die erste Staatsprüfung ablegte. Nach einem weiteren halben Jahr Auszeit als Au Pair in der Nähe von Rom folgte am 28. Juni 1970 im Dom zu Freising die Priesterweihe.
Wunsch: Seelsorger auf dem Land
Danach wirkte Ellmann als Kaplan in München, als Präfekt im Studienseminar Traunstein und als Religionslehrer. Der damalige Erzbischof von München und Freising und spätere Papst Benedikt XVI., Joseph Ratzinger, erfüllte Ellmanns Wunsch, Seelsorger in einer Pfarrei auf dem Land zu werden: ab 1978 war er Pfarrer in Teisendorf. 1998 wurde Ellmann zum Erzbischöflich Geistlichen Rat ernannt, 2003 verlieh ihm der damalige Papst Johannes Paul II. den päpstlichen Ehrentitel Monsignore.
Einkehrtage und Pilgerreisen
Im August 2012 ist der Geistliche nach Auerbach gekommen und kümmerte sich seitdem mit Pfarrer Albert Werner um die Seelsorge im Mutterhaus. Ellmann betreute nicht nur die die Postulantinnen, Novizinnen und Schwestern und feierte regelmäßig Gottesdienste in der Mutterhauskirche und in der Kapelle des Hauses St. Josef, sondern hielt auch mehrmals Einkehrtage für Frauenbund, Männerkongregation und Jugendliche ab. Der Monsignore bereitete Kinder und Erwachsene auf die Taufe vor und vollzog auch Trauungen, half in der Pfarrei aus, zum Beispiel bei Beerdigungen, und organisierte Pilgerreisen nach Rom, Lourdes, Krakau und Fatima. Zuletzt weilte er mehrmals auch in Maria Schutz in Österreich, wo die Auerbacher Schwestern seit 2017 im Marienhof eine kleine Niederlassung haben.
Massive gesundheitliche Problemen, die mehrmals schwere Operationen und lange Krankenhausaufenthalte mit sich brachten, hatte Ellmann seit 1992. Erst wenige Tage vor seinem Tod war er aus dem Krankenhaus Sulzbach-Rosenberg ins Mutterhaus entlassen worden. Ellmann hatte einmal gesagt, er danke Gott dafür, dass dieser ihm trotz schwerster Krankheit immer wieder die Kraft und den Mut zum Weitermachen gegeben habe. Gebet und Gedenken seiner Pfarrangehörigen, der Schulschwestern und vieler Freunde hätten in in diesen schweren Zeiten immer getragen und gestärkt.
Beisetzung in Oberbayern
Karl Ellmann ist wenige Wochen vor seinem 80. Geburtstag gestorben. In der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Auerbach können die Menschen am Dienstag, 8. Februar, ab 15.30 Uhr von ihm Abschied nehmen. Um 17.30 Uhr wird dort der Sterberosenkranz gebetet, das feierliche Requiem folgt um 18 Uhr. Die Beisetzung findet auf Wunsch des Verstorbenen und seiner Angehörigen am Samstag, 12. Februar, in Teisendorf im Berchtesgadener Land.
Monsignore – ein päpstlicher Ehrentitel
- Karl Ellmann trug den Ehrentitel Monsignore, den der Papst zum Beispiel auf Vorschlag des Ortsbischofs verleihen kann.
- Andere Bezeichnungen für Monsignore sind Kaplan seiner Heiligkeit oder päpstlicher Ehrenkaplan.
- Der Ernannte ist berechtigt, die schwarze Soutane mit violetter Paspelierung, violetten Knöpfen und einem Zingulum (lateinisch: Gürtel) aus violetter Seide mit Fransen zu tragen.
- Den noch höheren und sehr seltenen päpstlichen Ehrentitel Apostolischer Protonotar hatte der aus Michelfeld stammende Auerbacher Ehrenbürger Dr. Josef Kraus (1911 bis 1984).















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