03.06.2020 - 14:30 Uhr
Dießfurt bei PressathOberpfalz

US-Armee verbietet Soldaten das Baden im Freizeitsee Dießfurt

Soldaten der U.S. Army Garrison (USAG) Bavaria ist es verboten im Freizeitsee Dießfurt zu baden, da es keine Aufsicht an dem See gibt. Die deutschen Behörden wussten davon bislang nichts. Ein Problem bleibt der Müll der Besucher.

Die Badesaison am Freizeitsee Dießfurt hat begonnen. Parallel laufen Gespräche über die zukünftige Nutzung des Kiesabbaugebiets.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Die U.S. Army Garrison (USAG) Bavaria verbietet ihren Soldaten das Baden im Freizeitsee Dießfurt. Als Grund nennt sie die Tatsache, dass keine Aufsicht oder Wasserwacht vorhanden ist. Auch Familienangehörigen von US-Soldaten wird dringend dazu geraten, nicht im See zu baden, der den Bayerischen Staatsforsten gehört. Ob es einen konkreten Anlass für diese strenge Vorgabe gibt, erschließt sich aus der Mitteilung nicht.

Sowohl Philipp Bahnmüller, Leiter des Forstbetriebs Schnaittenbach, als auch Werner Stopfer, Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Eschenbach, wussten davon bislang nichts. "Es gab zuletzt Gespräche zwischen der deutschen Polizei, der US-Militärpolizei und den Staatsforsten wegen der Hinterlassenschaften an dem See. Von der Sperrung wusste ich nichts", erklärt Bahnmüller. Dass es keine Aufsicht gibt sei klar: "Es ist ein Baggersee, kein Badesee. Wir sind in der Renaturierungsphase. Da ist es natürlich sehr ärgerlich, wenn Leute für ein Lagerfeuer schüren oder Müll hinterlassen." Er weist auch darauf hin, dass nicht nur US-Amerikaner dafür verantwortlich sind.

Naturschutz und Baden in Dießfurt Einklang bringen

Dießfurt bei Pressath

Dass der Freizeitsee sowohl die deutsche Polizei als auch die US-Militärpolizei immer wieder beschäftigt, bestätigt Stopfer. "Gerade bei gutem Wetter ist der Bereich stark frequentiert. Viele halten sich an die Regeln, aber wir haben immer wieder Ausreißer, die dort Partys feiern", erläutert er. Die Folge ist viel Müll, der liegen bleibt und durch den Wind teilweise auch im See landet. Ein Dorn im Auge sind Stopfer auch die illegalen Lagerfeuer, von denen wegen der Nähe zum Wald durchaus eine Waldbrandgefahr ausgehe.

"Wir hatten zuletzt eben wieder die Müllproblematik. Zwar gab es Aufräumaktionen, auch seitens der US-Armee, doch es kommt immer wieder. Auch das Befahren des Geländes mit Fahrzeugen ist ein Problem", sagt Bahnmüller. Das bestätigt auch Stopfer seitens der Polizei Eschenbach. Gerade mit geländegängigen Gefährten, wie zum Beispiel Quads würde dort gefahren. Die Beamten der Eschenbacher Dienststelle werden oft gerufen. "Es sind entweder Gäste, denen etwas auffällt oder die Fischereiaufseher, die uns rufen", erklärt er. Da zwei der Seen für die Fischerei verpachtet sind, haben die Aufseher schon ein Auge auf Umweltsünder.

Grafenwöhrerin räumt anderen den Müll hinterher

Grafenwöhr

Dass der Müll auch der US-Armee ein Dorn im Auge ist, weiß er gut. "Als wir die Feier einer Gruppe von US-Amerikanern am See auflösten, haben wir die Personalien gemeldet. Die US-Armee stellte daraufhin einen Reinigungstrupp zusammen, der den hinterlassenen Müll beseitigt hat", erzählt Stopfer. Auch in der Mitteilung über das Badeverbot weist die USAG Bavaria darauf hin, dass am Freizeitsee Dießfurt offene Feuer, Partys oder das Hinterlassen von Müll generell verboten sind. Die Militärpolizei und auch die deutsche Polizei werde das Areal regelmäßig prüfen, heißt es außerdem.

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.