28.06.2020 - 15:18 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Bürgermeister Hans Ram aus Ensdorf im Porträt

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Es war mit die größte Überraschung der Kommunalwahlen 2020 im Landkreis, dass sich bei der Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Ensdorf SPD-Kandidat Hans Ram gegen den bisherigen Amtsinhaber Markus Dollacker durchsetzte. Auch für Ram selbst.

Eingelebt hat sich Hans Ram (SPD) inzwischen nicht nur in seinem neuen Büro, sondern auch in seinem neuen Amt.
von Autor TRAProfil

Nur die wenigsten hatten am 15. März mit einem Sieg von Hans Ram bei der Ensdorfer Bürgermeisterwahl gerechnet, und auch das neue Gemeindeoberhaupt war überrascht, vor allem über den relativ großen Stimmenvorsprung (54,4 zu 45,6 Prozent).

Zum Ergebnis der Bürgermeisterwahl in Ensdorf

Ensdorf

„Wenn man wirklich was verändern will, muss man bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.“ Diesem Lebensmotto folgt Hans Ram seit seiner Jugendzeit. So trat er 1985 in seinem Heimatort Kemnath am Buchberg in die Katholische Landjugendbewegung (KLJB). ein. Bereits ein Jahr später wurde er Kreisvorsitzender der KLJB Amberg-Sulzbach, der er bis 1999 vorstand. Von 1992 bis 1994 war er zudem Kreisvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Über KLJB mit Ensdorf verbunden

Durch seine Tätigkeiten als Kreisvorsitzender entstand eine Verbindung mit der Gemeinde Ensdorf. Bereits im Jahr 1987 war der heute 52-Jährige zusammen mit Pater Sebastian Raß im damaligen Jugendtreff in Thanheim, im sogenannten „Saustall“, an der Gründung einer KLJB-Ortsgruppe beteiligt. Mit dem BDKJ veranstaltete er an Christi Himmelfahrt den Jugendtag auf dem Eggenberg und durch die Zusammenarbeit mit dem Haus der Begegnung entwickelte sich eine Beziehung zu Ensdorf. So kam es, dass ein Jahr nach seiner Hochzeit mit Ehefrau Sonja im Jahr 1999 ein Haus im Baugebiet Steinäcker III in Ensdorf gebaut wurde.

Aufgrund seines Engagements wurde der Neubürger in dem Vilstalort schnell heimisch. Nach der Geburt seiner Kinder Luzia (2002) und Vincenz (2005) übernahm er 2005 den Vorsitz des Elternbeirats im Kindergarten St. Jakob. Als Beisitzer ist er im Heimat- und Kulturverein, als zweiter Abteilungsleiter in der DJK-Fitnesssparte und seit 2013 im Organisationsteam des Klosteradvents aktiv.

Widerstand gegen WAA geleistet

In der SPD ist Hans Ram seit 1998, als er den Wahlkampf der Bundestagsabgeordneten Marianne Schieder mit managte. Geprägt haben den überzeugten Sozialdemokraten sein Schnaittenbacher Lehrer Bernd Treutel, der Widerstand gegen den Bau der WAA und seine Tätigkeit in der Jugendarbeit.

2006 trat Ram dem SPD-Ortsverein bei, zwei Jahre später wurde er Schriftführer. Im gleichen Jahr gründete er zusammen mit seiner Frau Sonja, Petra Braun-Göldner sowie Werner Scharl das Ferienprogramm in Ensdorf.

Bei den Kommunalwahlen 2008 und 2014 kandidierte er auf Platz 12 bzw. 6 und wurde jeweils nach vorne gewählt. 2015 übernahm Ram den Vorsitz der SPD in Ensdorf, und zwei Jahre danach kam er als Nachrücker in den Gemeinderat.

Was Hans Ram am Tag danach zu seinem Wahlsieg sagte

Ensdorf

Gemäß seinem Lebensmotto und um den Bürgern seiner Heimatgemeinde Ensdorf, an der er besonders schätzt, dass „so viele Menschen ehrenamtlich engagiert sind“, eine Wahlmöglichkeit zu geben, kandidierte er für das Amt des Bürgermeisters. Nach den anstrengenden Wochen vor der Wahl war die erste Zeit in seinem neuen Amt nicht weniger stressig, erzählt er. Zumal die Abschlussprüfungen an der Mittelschule anstanden und dem engagierten Pädagogen „sehr am Herzen liegt, dass alle Abschlussschüler gut in den Beruf starten können“. Derzeit sorgen acht Stunden Sonderermäßigung – ab dem neuen Schuljahr erfolgt eine Reduzierung auf 16 Wochenstunden im Schuldienst – für etwas Entlastung für seine Arbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister.

Zur Antrittsrede von Hans Ram in der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats

Ensdorf

Erleichtert wurde sein Start als Gemeindeoberhaupt durch „die gute Verwaltung und motivierte und engagierte Bauhofmitarbeiter“, lobt Hans Ram. Einsetzen will er sich insbesondere für die Stärkung der „sehr guten Mittelschule Ensdorf, die wirklich weiterführt“. Ziele sind außerdem das Baugebiet Asamhöhe in Ensdorf, eine Verbesserung der Einkaufsmöglichkeit für die Bürger, die Planung der Thanheimer Straße, der weitere Ausbau der Breitbandversorgung, die Ertüchtigung der Gemeindestraßen sowie die Stärkung der Vereine. Alles natürlich unter dem „Vorbehalt, dass Corona nicht alles verhagelt“. Dabei hofft er auf eine gute Zusammenarbeit im Gemeinderat – zum Wohle der Gemeinde Ensdorf.

Zur Person:

Hans Ram

Geboren wurde Hans Ram als zweites von fünf Kindern auf einem Bauernhof in der Nähe von Kemnath am Buchberg. Hier besuchte er die Grundschule, anschließend die Hauptschule in Schnaittenbach, die er mit dem Quali abschloss. Nach seiner Ausbildung zum Maschinenbauer bei Siemens in Amberg leistete er 20 Monate Zivildienst im Kreiskrankenhaus Sulzbach.

Über den zweiten Bildungsweg erwarb er in der Berufsaufbauschule in Amberg das Fachabitur und absolvierte anschließend das Studium zum Fachlehrer für allgemeinbildende Schulen in Bayreuth. Nach erstem Staatsexamen, zweijährigem Referendariat an einer Stadtschule in Neumarkt und zweitem Staatsexamen war Ram als Förderlehrer sechs Jahre in Neumarkt und zwölf Jahre in Lauterhofen eingesetzt. Seit 2014 unterrichtet er an der Mittelschule in Kümmersbruck. Im September 2019 übernahm er die Fachberatung im Bereich „Technik an Mittelschulen“ im Landkreis Amberg-Sulzbach. (tra)

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