21.12.2020 - 10:14 Uhr
EnsdorfOberpfalz

Vilstalgemeinde feiert 2021 Jubiläum 900 Jahre Kloster Ensdorf

Im kommenden Jahr besteht das Kloster Ensdorf 900 Jahre. Dieses Jubiläum soll natürlich entsprechend gefeiert werden, sofern die Corona-Pandemie es zulässt.

Das Kloster Ensdorf kann im nächsten Jahr sein 900-jähriges Bestehen feiern.
von Autor TRAProfil

Der reich begüterte Graf Friedrich III. von Burglengenfeld-Hopfenrohe-Pettendorf wünschte die Gründung eines Klosters, das als Grablege für ihn und seine Familie dienen konnte. Durch den frühen Tod (1119) konnte er selbst seinen Plan nicht mehr ausführen, aber sein Schwiegersohn und Erbe Otto von Wittelsbach und dessen Gemahlin Heilika führten mit Hilfe von Bischof Otto von Bamberg seinen letzten Willen aus. 1121 wurde das Kloster im Ort Ensdorf errichtet, wohl auch deshalb an dieser Stelle, einen wirtschaftlichen und religiös-kulturellen Mittelpunkt in einem aussichtsreichen Rodungsgebiet zu schaffen. Benediktinermönche aus St. Blasien im Schwarzwald zogen im Vilstalkloster ein.

Zunächst ein Holzbau

Am 25. Juli 1123 wurde die erste Klosterkirche, ein Holzbau, durch Bischof Otto von Bamberg auf den heiligen Apostel Jakobus geweiht. Nach deren Verfall erhielt 1180 eine doppeltürmige, nach dem Hirsauer Bautyp im romanischen Baustil errichtete Steinkirche die Weihe. Dem verheerenden Brandunglück 1507 mit großen Schäden an Kirche und Klostergebäuden folgte ein allgemeiner Rückgang des wirtschaftlichen und geistigen Lebens. Die Reformation Martin Luthers erfasste auch das Vilstal, das klösterliche Leben erlosch und 1554 wurde das Kloster Ensdorf unter weltliche Verwaltung des Landesherrn, des Kurfüsten der Pfalz, gestellt. Der 30-jährige Krieg (1618-1648) brachte für unser Gebiet schwere Heimsuchungen, aber auch eine territoriale Neuordnung. Die Oberpfalz wurde von der Kurpfalz abgetrennt und kam zu Bayern.

Nach dem Willen von Kurfürst Ferdinand Maria wurde seit dem Jahre 1669 die Restauration aller ehemaliger Klöster der Oberpfalz durchgeführt. Noch im selben Jahr lebte nach über 100jähriger Unterbrechung auch in Ensdorf das Klosterleben wieder auf. Mit der geistigen und weltlichen Verwaltung wurden die Äbte von Prüfening beauftragt. Erst 30 Jahre später bekam das Ensdorfer Benediktinerkloster mit Bonaventura Oberhuber einen eigenen Abt, der sich entschloss, das Kloster nicht zu sanieren, sondern ein neues Kloster mit Kirche im barocken Baustil zu errichten. Zeitgleich mit dem Kloster erfolgte 1694 der Bau der heutigen Pfarrkirche St. Jakobus, deren Deckengemälde der berühmte Maler Cosmas Damian Asam schuf. Am 8. Oktober 1717 konnte das Gotteshaus eingeweiht werden.

Bedeutende Äbte

Überhaupt erlebte das Ensdorfer Kloster im 18. Jahrhundert mit den bedeutenden Äbten Anselm Meiller (1716-1761), Anselm Desing (1761-1772) und Diepold Ziegler (1773-1801) eine Blütezeit. Nach dem Tod des letzten Beneidktinerabtes wurde bereits am 25.1. 1802 die Säkularisation des Klosters verfügt. Der Konvent, dessen Mönche Jahrhunderte segensreich für die Menschen im Vilstal gewirkt hatten, musste sich auflösen. Ein Glücksfall für Ensdorf war, dass mit dem Einzug der Salesianer Don Boscos 1920 in einen Teil des ehemaligen Benediktinerklosters das klösterliche Leben wieder aufblühte.

900 Jahre wechselvolle und reichhaltige Geschichte ist natürlich ein Grund zum Feiern. Nicht nur für das Kloster selbst, auch für die Gemeinde Ensdorf, die sich die Fragen stellt: Was bedeutet das Kloster für uns heute? Hätte die Gemeinde ohne das Kloster entstehen können? Wie können wir uns gemeinsam weiterentwickeln? Und natürlich: Wie können wir nächstes Jahr – trotz Corona-Einschränkungen – dieses Ereignis begehen? Dazu möchte die Gemeinde alle Vereine, Gruppierungen und auch Einzelpersonen einladen, ihre Gedanken und Ideen mit einzubringen. Da derzeit kein Treffen möglich ist, bitte per Mail an ram[at]ensdorf[dot]de oder telefonisch, per Fax oder Post ins Rathaus. Zu gegebener Zeit und bei verbesserter Corona-Situation wird die Gemeinde alle Interessierten zu einem Koordinierungstreffen einladen.

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Ensdorf
Das Stiftergrab enthält ein Ölgemälde mit dem Stifterpaar Otto von Wittelsbach und seiner Frau Heilika und dem Modell der 1123 geweihten Holzkirche.
Das 1714 von C. D. Asam gefertigte Deckenfresko über dem Hochaltar zeigt den hl. Jakobus als Beschützer des Klosters Ensdorf.
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