16.04.2020 - 09:00 Uhr
EschenbachOberpfalz

Drogen, Angriff auf Polizisten, Bedrohung: Prozess gegen 35-Jährigen beginnt

Der Angeklagte hatte im Oktober in Eschenbach unter Drogeneinfluss die Kontrolle verloren. Er bedrohte und beleidigte mehrere Personen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung griff er die Polizisten an. Nun steht er in Weiden vor Gericht.

Prozess
von Stefan NeidlProfil

Das Schöffengericht unter Leitung von Richter Hubert Windisch beschäftigte sich mit einem besonders aggressiven Eschenbacher, dem gleich mehrere Straftaten vorgeworfen werden. Er soll sich wegen Drogenbesitz, Bedrohung, Sachbeschädigung, Beleidigung, Widerstand und tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte sowie Körperverletzung strafbar gemacht haben.

Der Eschenbacher soll am 20. Oktober 2019 seine Mutter, seine Ex-Frau und deren neuen Lebensgefährten mit dem Tode bedroht haben. Zunächst sei er mit dem Motorrad von Eschenbach nach Trabitz zum Haus der Ex-Frau gefahren. Dort habe er mit dem Motorradhelm und Steinen eine Scheibe eingeschlagen und die dort Wohnende beleidigend aufgefordert herauszukommen. Dabei entstand ein Schaden von 1415 Euro.

Anschließend sei er nach Eschenbach zum Haus der Mutter gefahren und habe dort mit einem Holzpfosten ebenfalls Scheiben eingeschlagen. Per Whatsapp habe er dann gegenüber der Mutter einen Suizid angekündigt. Diese rief die Polizei, die daraufhin seine Wohnung in Eschenbach durchsuchte. Dabei fand sie 20 Marihuana-Pflanzen und 800 Gramm getrocknetes und frisches Cannabis.

Der Angeklagte stieß gegen 17.05 Uhr zu der Hausdurchsuchung und trat aggressiv auf als Polizisten der Direktion Eschenbach ihm den Zutritt zur Wohnung verweigerten. Es kam zu einer körperlichen Auseinandersetzung und Beleidigungen. Auch der Einsatz eines Pfeffersprays stoppten ihn nicht. Der Eschenbacher griff dem Beamten in den Mund und biss ihn in den Arm - besonders gefährlich, da er an Hepatitis C erkrankt ist, was dem ihm bekannten Polizisten bewusst war. Zu einer Ansteckung kam es nicht. Nach einer Flucht konnte er in der Wassergasse unter starkem Widerstand festgenommen werden.

Eine ärztliche Untersuchung ergab den Nachweis verschiedener Beruhigungsmittel und Cannabis. Während des Aufenthalts im Klinikum Weiden in einem Isolierzimmer sprach der Angeklagte weitere Beleidigungen aus. Am ersten Verhandlungstag räumte er die Vorwürfe ein. Der Prozess wird fortgesetzt.

Info:

Priorisiertes Verfahren: Warum beginnt der Prozess erst jetzt?

Etwa fünf Monate nach seiner Festnahme beginnt nun das Verfahren gegen den 35-jährigen Eschenbacher. Weil er im Oktober 2019 auch die Polizisten angriff, wurde ein sogenanntes priorisiertes Verfahren eingeleitet. Dieses wird eingeleitet, wenn es beispielsweise um Straftaten gegen Polizeibeamte oder Rettungskräfte geht, um diese schneller zu ahnden. „Normalerweise dauert es dann ungefähr zwei Monate bis zum Beginn des Verfahrens“, erklärt Oberstaatsanwalt Bernhard Voit. Im konkreten Fall des Eschenbachers ging die Anklage am 14. Januar, also nach etwas mehr als zwei Monaten, beim Gericht ein. Das Verfahren beginnt nun aber erst im April. Das kann unterschiedliche Gründe haben. „Zum Beispiel, weil es im konkreten Fall um mehrere Delikte geht. Da müssen beispielsweise auch die Wirkstoffe der Betäubungsmittel festgestellt werden“, erläutert Voit. Auch, dass das Coronavirus eine Rolle beim späteren Verfahrensbeginn spielte, schließt der Oberstaatsanwalt nicht aus

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