Beinahe 40 Stunden waren nach dem Brand auf dem Campingplatz "Hexenhäusl" bei Eschenbach vergangen. Doch am Mittwochabend rauchte es aus den Trümmern am Rußweiher noch immer. Florian Burkhardt, Einsatzleiter und zweiter Kommandant in Eschenbach, war mit seiner Wehr noch einmal zum Nachlöschen dort. "Normalerweise ist das Feuer aus", sagt er. "Aber was unten drunter ist, das weiß niemand. Wir haben jetzt auch nicht alles aufgemacht, weil die Polizei ja ermittelt."
Burkhardt, 31 Jahre alt und seit dem Frühjahr stellvertretender Kommandant, erlebte am Dienstagmorgen seinen ersten Großbrand als Einsatzleiter. "Der Puls war schon oben", gesteht er. Bislang hatte der Eschenbacher eher bei Autounfällen mit Blechschaden die Führung übernommen. Am Dienstagmorgen habe er auf dem Funkwecker "Drehleiter" und "Rußweiher" gelesen. "Da wusste ich: Das ist bei uns, okay. Scheiße."
"Das war unser Glück"
Er war unter den ersten Feuerwehrleuten am Brandort und sah auf der Anfahrt die Rauchwolke, die gegen 4.40 Uhr von dem Campingplatz aufstieg. Der Brand sollte schließlich fünf Wohnwagen zerstören, ein Mensch starb. Die Leiche ist noch nicht identifiziert. Eine Obduktion sollte am Donnerstag stattfinden, mit Ergebnissen ist laut Polizeipräsidium nächste Woche zu rechnen. Die Kriminalpolizei ermittelt in alle Richtungen.
So tragisch die Ereignisse des Dienstags sind: Laut Florian Burkhardt hätte es noch schlimmer kommen können. Der Wind habe den Feuerwehrleuten in die Karten gespielt. Er blies vom Rußweiher weg in Richtung der Staatsstraße, fegte also genau über die schon brennenden Parzellen hinweg. Rechts und links davon sind Brandgassen angelegt, ehe sich weitere Wohnwagen und voll ausgestattete Stellplätze anschließen. Sie blieben verschont. "Der Wind hat das Feuer zur Straße getrieben", sagt Burkhardt. "Das war unser Glück, sonst hätten wir mehr Probleme gehabt, und das wäre vielleicht ganz anders ausgegangen."
Auch so war der Einsatz schweißtreibend genug. "Gerade in der Sommerzeit ist auf einem Campingplatz immer die Gefahr, dass Personen in den Wohnwagen sind", erklärt Burkhardt. "Das weiß man vorher nicht." Die Einsatzkräfte kontrollierten die umliegenden Stellplätze. In den angrenzenden Wagen seien "zum Glück" keine Personen gewesen, "die von dem Feuer vielleicht nichts mitgekriegt hatten". Erst nach dem Löschen entdeckten die Feuerwehrleute die tote Person in einem der ausgebrannten Wohnwagen.
Extreme Hitze, viel Rauch
Wegen der extremen Hitze durch den brennenden Kunststoff mussten die Einsatzkräfte mehr Abstand halten. "Bis auf 20 Meter konnten wir rangehen, danach war es ohne weitere Schutzkleidung nicht machbar. Die Rauchentwicklung war auch ganz stark", erklärt Burkhardt. Die in Vollbrand stehenden Wohnwagen zu retten, sei deshalb unmöglich gewesen. "Geschweige denn, eine Person rauszuholen. Es ging nur darum, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreitet." Mögliche explodierende Gasflaschen machten den Einsatz noch gefährlicher.
Über die angelegten Brandgassen auf dem Campingplatz, etwa drei Meter breite Streifen, bekämpften die Feuerwehrleute die Flammen. Diese Riegelstellung verhinderte, dass der Brand nach links oder rechts, auf weitere Wohnwagen, übergriff. Das Löschwasser bezogen die Einsatzkräfte zunächst über den 2500-Liter-Tank im Fahrzeug, später über Saugschläuche aus dem Rußweiher und einen Hydranten. Per Drehleiter von der Straße bekämpften die Feuerwehrleute die Flammen auch aus der Luft.
In rund einer Stunde sei das Feuer komplett aus gewesen. "Am Ende hat es nur zusammen funktioniert, mit den umliegenden Feuerwehren. Allein kann ich das Feuer auch nicht löschen", sagt Burkhardt. "Wir haben Schadensbegrenzung betrieben. Das ist uns gelungen."























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