18.06.2021 - 09:32 Uhr
EtzelwangOberpfalz

Etzelwang rechnet mit mehr Kindern: Förderantrag für neue Kita

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Neue Baugebiete lassen einen höheren Bedarf an Kindertagesstätten erwarten. Eine Option in der Gemeinde Etzelwang liegt im Umbau eines früheren Gasthauses.

Das Kinderhaus Etzelwang und die rechts angebaute Kinderkrippe können den Platzbedarf angesichts der zu erwartenden Bevölkerungsentwicklung nicht mehr decken, hat das Kreisjugendamt festgestellt.
von Leonhard EhrasProfil

Der Bedarf an Kindertagesstätten nahm breiten Raum ein im öffentlichen Teil der Sitzung des Gemeinderates Etzelwang, der wieder in der Schulturnhalle zusammentrat. Von 2016 bis März 2021 verzeichnete die Gemeinde 67 Geburten. Das evangelische Kinderhaus bietet aktuell 25, die Kinderkrippe 12 Plätze. Die Ausweisung von Baugebieten sieht 52 Parzellen vor.

Eine Anfrage der Gemeinde Etzelwang an das Jugendamt mit der Bitte, den Bedarf an Kindergarten- und Krippenplätzen einzuschätzen, hat die Behörde zwischenzeitlich beantwortet. Im Blick auf die neuen Baugebiete geht sie davon aus, dass etwa doppelt so viele Betreuungsmöglichkeiten gebraucht werden als derzeit vorhanden sind.

Eine Option könnte der beabsichtigte Bauernhof-Kindergarten in Schmidtstadt werden. Bei diesem Projekt sind allerdings noch Fragen offen. Träger wäre die Humanistische Vereinigung. Die dafür vorgesehenen Räume im ehemaligen Gasthaus Jurahof müssten bedarfsgerecht ausgerichtet werden. Von der Gemeinde Etzelwang wird ein Investitionszuschuss erwartet, für den mit einer staatlichen Förderung gerechnet wird. Möglich sind dabei 50 bis maximal 90 Prozent der zuwendungsfähigen Kosten. Von der Höhe der Quote macht die Gemeinde ihren Investitionszuschuss abhängig. Der Gemeinderat beschloss, einen Antrag auf Förderung zu stellen.

Das Thema Kinderbetreuung griff in der Bürgerfragestunde Stefanie Decker auf. Sie erkundigte sich nach der Belegung des Kinderhauses in Etzelwang und berichtete, bei einer Anfrage habe man ihr dort keinen freien Platz zusichern können.

Bürgermeister schaltet Landtagsabgeordneten ein

Etzelwang

5G-Technik beunruhigt Gemeinderätin

Bürgermeister Roman Berr informierte darüber, dass die Telekom für die Verbesserung des Mobilfunknetzes bereits bestehende Sendemasten nutzen wolle, so auch den in Etzelwang. Diese Ankündigung löste bei Gemeinderätin Lydia Zahner Unruhe aus. In Gerhardsberg steht ebenfalls ein Sendemast, der an die Wohnbebauung angrenzt. Zahner will verhindern, dass dieser Mast wieder genutzt wird und erwartet Unterstützung vom Gemeinderat. Sie befürchtet gesundheitliche Schäden für die Bewohner in unmittelbarer Nähe durch die Strahlung der 5G-Technik.

Anfragen aus dem Gemeinderat

Die Fragestunde im Gemeinderat eröffnete Günther Renner mit einigen Anliegen aus Kirchenreinbach. Er empfahl, die Geschwindigkeitsmessgeräte im Kirchenweg anzubringen. Zum Schutz vor Hochwasser ist eine Uferbefestigung am Reinbach entlang des neuen Dorfplatzes vorgesehen. Renner drängte darauf, das jetzt zu erledigen, solange noch eine Zufahrtsmöglichkeit zum Bach besteht. Wenn das dort geplante Gebäude steht, werde es mit der Anlieferung von Material schwierig.

Schwere Maschinen rollen in Kirchenreinbach an

Kirchenreinbach bei Etzelwang

Während Regina Kliem eine Planung für das Schulgelände Etzelwang vermisste, wollte Benjamin Rischkau wissen, wann die Schulturnhalle nach Corona wieder für alle Sportfreunde geöffnet werden kann. Gerhard Pirner regte eine Begehung mit den Einwohnern im Lehental für Anregungen zur Dorferneuerung an. Verbesserungen an der Gemeindeverbindungsstraßen Neutras - Schmidtstadt und Neutras - Lehendorf lagen Markus Wagner am Herzen.

Karl Adelmann wunderte sich, warum der Bauausschuss schon einige Zeit nicht mehr einberufen wurde und erfuhr vom Bürgermeister, dass dies mit den begrenzten Teilnehmerzahlen während der Corona-Pandemie zusammenhänge. Auf eine Antwort, welche Pflaster bei der Dorferneuerung in Kirchenreinbach verlegt werden, muss Sonja Kurz noch warten. Sie reklamierte außerdem die unsachgemäße Wiederherstellung einer Straßenöffnung in Kirchenreinbach und erkundigte sich nach dem Regenauffangbecken, das mit Beteiligung der Jagdgenossenschaft am östlichen Ortsausgang angelegt werden soll. Harald Heinl fragte an, warum der Gemeindehaushalt noch nicht vorliegt und erfuhr, dass verschiedene Punkte noch einer Klärung bedürfen.

Sanierung kommt für Schule wohl nicht mehr in Frage

Etzelwang
Hintergrund:

Kinderhaus Etzelwang

  • Träger: Evangelisch-lutherische Kirche
  • Entwicklung: 1984 Betriebserlaubnis für eine Kindergartengruppe;
    1996 Anbau für eine weitere Gruppe; 2011/2012 Umwandlung des Anbaus in eine Krippe
  • Kapazität: 25 Plätze im Kindergarten, 12 Plätze in der Krippe
  • Erwarteter Bedarf: Nach Berechnungen des Kreisjugendamts werden eine weitere Kinderkrippe mit 12 Plätzen und eine weitere Kindergartengruppe mit bis zu 25 Plätzen, fünf davon für Kinder mit Behinderung, benötigt.

 

 

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