08.07.2020 - 14:04 Uhr
FalkenbergOberpfalz

Start für großes Sanierungsprojekt in Falkenberg

„Die Rohrbrüche zwingen zur Sanierung“, mahnte der damalige Bürgermeister Herbert Bauer bereits vor acht Jahren. Nun sind die Planungen abgeschlossen. Das Großprojekt „Sanierung der Wasserleitungen“ geht an den Start.

Zum offiziellen Baustellen-Start am Hochbehälter trafen sich (von rechts) Bürgermeister Matthias Grundler, Zweiter Bürgermeister Hubert Schedl, Thorsten Meiler, Johannes Schaumberger, Richard Bitterer und Andreas Schön.
von Werner RoblProfil

Viele der im Gemeindebereich Falkenberg verlegten Wasserleitungen stammen noch aus den 1950er Jahren und wurden teilweise auf blankem Fels verlegt, wie der frühere Bürgermeister Herbert Bauer schon 2012 anmerkte. Seitdem ist die inzwischen beschlossene Wasserleitung-Sanierung ein immer wiederkehrender Diskussionspunkt im Marktrat.

Jetzt erfolgte der symbolische Start für das Großvorhaben. „Es ist höchste Eisenbahn“, mahnte der seit Mai amtierende Bürgermeister Matthias Grundler. „Das marode System beziehungsweise die Reparaturen der vielen Rohrbrüche belasten den Markt seit 2005.“

Zum offiziellen Baustellenbeginn trafen sich Bürgermeister Matthias Grundler und dessen Stellvertreter Hubert Schedl am Hochbehälter. Um noch die letzten Details zu besprechen, waren auch der Bauhofleiter und Wasserwart Richard Bitterer, Thorsten Meiler von der Verwaltungsgemeinschaft Wiesau, der Geschäftsführer des Ingenieurbüros Bork, Diplom-Ingenieur Andreas Schön, und der Geschäftsführer der ausführenden Tiefbaufirma, Johannes Schaumberger aus Mitterteich, dabei.

Bürgermeister Matthias Grundler sprach einem wichtigen und auf die Fläche bezogen für Falkenberg größten Projekt: "Es dient der langfristigen Sicherung unserer Wasserversorgung." Die Sanierung erstreckt sich über zwei Jahre. „Die Bausumme wurde im Haushalt eingestellt“, informierte Grundler. Man sei aber bestrebt, dass von den Sanierungskosten, die bei der Gebühren-Neukalkulation umgelegt werden müssen, so wenig wie möglich bei den Nutzern ankomme.

Möglich macht dies eine bereits zugesagte Förderung nach den "Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben 2018". Nach Informationen Grundlers zählt die Maßnahme zur Härtefallstufe 2. Damit wäre eine Bezuschussung bis zu 80 Prozent der förderfähigen Kosten möglich. „Nach dem kommunalen Abgabegesetz sind wir aber verpflichtet, kostendeckend zu rechnen“, deutete Grundler "mögliche Gebührenanpassungen" an.

„Die Förderrichtlinien schreiben vor, dass wir spätestens Ende 2021 die Rechnungen einreichen müssen“, informierte Grundler zum Zeitplan. Der Geschäftsführer des ausführenden Tiefbauunternehmens, Johannes Schaumberger, sprach von einem Mammutprojekt. „Wir geben unser Bestes, damit die Einschränkungen so gering wie möglich bleiben.“ Bei Problemen sollten sich die Bürger umgehend an das Ingenieurbüro oder direkt an die Tiefbaufirma wenden.

Hintergrund:

In diesem Jahr 700.000 Euro Kosten

Der Geschäftsführer des Ingenieurbüros Bork, Andreas Schön, informierte über die folgenden aktuellen Maßnahmen am Bodenreuther Weg bis Hochbehälter, Am Netzbach, an der Premenreuther Straße, am Hammermühlweg, bei den Hausnummern 15 bis 17 am Bodenreuther Weg, am Holzbrunnenweg und Kalvarienbergweg. Insgesamt saniert werden heuer rund 1,6 Kilometer Hauptleitung und 24 bestehende Wasseranschlüsse. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf rund 700.000 Euro.

Im kommenden Jahr werden rund 1,4 Kilometer Hauptleitung und 46 Wasserleitungshausanschlüsse in Angriff genommen. Die Kosten, die 2021 fällig werden, bezifferte Schön auf rund 800.000 Euro. Über zusätzliche Maßnahmen werde der Marktrat zeitnah entscheiden, deutete Bürgermeister Grundler an.

Bei den genannten Beträgen handelt es sich laut Andreas Schön um die reinen Kosten für die Erneuerung der Wasserleitungen und die Wiederherstellung der Straßenoberfläche auf die Rohrgrabenbreite. Es seien aber auch Kanalbaumaßnahmen erforderlich, erläuterte der Diplom-Ingenieur auf Nachfrage. Die Kanäle in den betroffenen Straßenzügen werden rechtzeitig mittels einer TV-Inspektion untersucht. Zudem würden in einigen Straßen, über die Rohrleitungsbreite hinaus, umfangreichere Fahrbahn-Ausbauarbeiten erforderlich. Matthias Grundler ergänzte, dass der Markt Falkenberg sich dafür ausgesprochen habe, mit „Augenmaß“ auch Leerrohre und – so der Bürgermeister - „sinnvolle Hausanschlussleitungen“ für den Breitbandausbau zu verlegen.

Rohrbrüche verursachen immer wieder Kosten für das Aufgraben, Arbeitsstunden des Bauhofes und das Material. Zudem muss das Wasser meist für mehrere Stunden abgesperrt werden. Das aktuelle Foro wurde vor wenigen Tagen aufgenommen.
Im Blickpunkt:

Bisher bereits 350000 Euro verbaut

Das Rohrleitungsnetz allein in Falkenberg, ohne die umliegenden Dörfer, umfasst rund 4,2 Kilometer Asbestzementleitungen, 3,2 Kilometer PVC- und 1,9 Kilometer PE-Leitungen. „Insbesondere bei Erreichen des Felshorizontes, hauptsächlich aber im Bereich der Muffen wurde mit einem Sandauflager mehr als gespart“, kommentierte Andreas Schön vom Ingenieurbüro Bork die gewonnenen Erkenntnisse. „Nachteilig wirkte sich auch die gestiegenen Verkehrslast aus. Bereits abgeschlossen sei die 2016 in Angriff genommene Sanierung der rund 330 Meter langen Hauptleitungen und der sieben Hausanschlüsse in den Teilbereichen Bodenreuther Weg und Hammermühlweg. Zudem wurden 2019 rund 290 Meter Hauptleitungen und 17 Hausanschlüsse in den Teilabschnitten Tirschenreuther Straße, Bodenreuther Weg und Kalvarienbergweg erneuert. Die Gesamtkosten für die bereits erfolgten Arbeiten bezifferte der Ingenieur auf rund 350.000 Euro.

Behoben wird der Schaden, wie hier kurz vor dem Baustellenstart, mit einer Metall-Schelle.

Die hohen Ausgaben für Wasserversorgung und Kanalbau schlagen sich im Haushalt nieder:

Falkenberg
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.