10.04.2019 - 17:59 Uhr
FlossenbürgOberpfalz

Fall Monika Frischholz: Weitere Suche möglich

Die Polizei wird womöglich schon in den Osterferien die Suche nach Monika Frischholz fortsetzen. Noch immer gesucht wird der Halter des grünen VW Käfer.

Was bleibt? Zwei Gruben und ein Schuttberg. Die Grabungsstätte am Mittwoch.
Was bleibt? Zwei Gruben und ein Schuttberg. Die Grabungsstätte am Mittwoch.

Auf der „Planer Höhe“ bei Waldkirch kehrt langsam wieder Ruhe ein. Der böhmische Wind lässt abgerissene Absperrbänder flattern. An den verlassenen Gruben stehen sechs Reporter der „Bild“-Zeitung. Es ist nichts zu sehen. Aber das wird „live“ gesendet. Titel: „Das zerstörte Idyll“.

Als die Luft rein ist, besieht sich die Waldbesitzerin aus Waldkirch die Lage. Die Polizei hat mit drei Baggern zwei große Gruben ausgehoben. Daneben türmt sich ein Berg aus Schutt und Unrat. Ein altes Radl, eine Nähmaschine, verwitterte Dünger-Tüten. Das Wrack des VW Käfers liegt auch noch herum. Türkisgrün, ein Schiebedach ist zu erkennen, sogar der Motor ist noch drin. Die Frau hat Verständnis. „Das musste sein.“ Der Wald ist schon immer in Privatbesitz. Der Besitzer hat seit 1976 gewechselt.

Der Tag danach. Die Kriminalpolizei macht ihre „Hausaufgaben“. Noch wird versucht, den Halter des VW Käfers zu finden. Das ist nicht so einfach. Das Kraftfahrtbundesamt löscht alle Daten, sobald ein Auto länger als sieben Jahre stillgelegt ist, sagt Stephan Immen, Sprecher der Flensburger Behörde. Aktuell wird nach Auskunft von Polizeisprecher Florian Beck geprüft, ob die örtliche Zulassungsstelle aus den 70ern noch schriftliche Unterlagen hat. Nach wie vor wird nicht preisgegeben, um welches regionale Kennzeichen es sich handelt: Flossenbürger fuhren damals „NEW“, Waldkircher „VOH“. Auch Zeugenhinweise wären in dieser Hinsicht hilfreich, so Beck.

Ohnehin: Die Bevölkerung nimmt Anteil. Im Laufe der aktuellen Grabungen gingen über zehn neue Hinweise ein, bestätigt Beck. Diese werden nach und nach abgearbeitet. Im Kriminallabor der Spurensicherung wird fieberhaft gearbeitet. Karlheinz Grundler, Leiter des K7, hat am Montag und Dienstag vor Ort etliche mögliche Spurenträger eingetütet, darunter Textilien. Wenn es um DNA geht, werden die Proben an das Landeskriminalamt München verschickt. Polizeisprecher Beck hält es für „nicht ausgeschlossen“, dass nach über 40 Jahre noch DNA-Anhaftungen gefunden werden können. „In den letzten 40 Jahren hat sich in der Kriminaltechnik enorm viel getan.“

Noch kein Ergebnis gibt es zu den Knochenteilen, die bei dem Autowrack gefunden wurden. Die Rechtsmediziner in Erlangen tippten am Dienstag in einer ersten Einschätzung auf tierische Knochen, dies muss aber noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden.

Das Verschwinden von Monika Frischholz vor fast 43 Jahren war in Vergessenheit geraten. Bis im Sommer 2018 ein „interessanter Zeugenhinweis den Verdacht eines Tötungsdeliktes nahe legte“ und zur Gründung einer Ermittlungsgruppe führte. Die Ermittlungen konzentrieren sich auf die nähere Umgebung. Die Spur nach Nordrhein-Westfalen von 1976 wurde endgültig abgehakt. Die Polizei hat inzwischen 50 Zeugen vernommen. Die Ermittlungsarbeit führte letztlich zum Ort der Grabung. Anfang dieser Woche stieß die Polizei unter einer meterdicken Schicht von Steinen und Schutt auf das Autowrack sowie die noch unbestimmten Knochenteile.

Die nächsten Schritte hängen von den Ergebnissen aus dieser ersten Grabung ab. Oberstaatsanwalt Bernhard Voit schloss nicht aus, dass schon in den Osterferien an einem anderen Ort weitergesucht wird. Die Kripo hat mehrere mögliche Ablageorte einer Leiche auf der Liste. „Wir hoffen, dass wir die Monika finden“, sagt Polizeisprecher Beck. „Die Monika“ ist vielen ein Anliegen geworden.

Buntes Allerlei. Bei den Grabungen fanden sich unter anderem einen alte Nähmaschine und ein Fahrrad.

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