31.03.2021 - 16:11 Uhr
GebenbachOberpfalz

Heftige Diskussion um Jugendtreff-Standort in Gebenbach

Die Gebenbacher Gemeinderäte haben bei der Suche nach einem passenden Standort für einen Treffpunkt der Landjugend kontroverse Ansichten. Das erarbeitete Konzept der KLJB wird in der Sitzung abgelehnt, die jungen Leute sind enttäuscht.

Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Gebenbach würde hier am Irl-Festplatz gerne mit Containern einen Ort für die jungen Leute des Dorfes schaffen. Die vorhandenen Sanitäranlagen sprechen laut Vorsitzendem Julian Bauer für diesen Standort. Bürgermeister Peter Dotzler ist anderer Meinung und verweist auf die Brandgefahr.
von Autor GFProfil

Im Dezember 2020 beschloss der Gebenbacher Gemeinderat, eine Förderung für den KLJB-Jugendtreff über das AOVE-Regionalbudget zu beantragen. Ein von der Landjugend erstelltes Konzept favorisiert eine Containerbauweise mit Gruppen- und Lagerraum sowie Toiletten. Der Förderantrag wurde von der AOVE grundsätzlich genehmigt. Bürgermeister Peter Dotzler betonte, dass nun die Standortfrage zu klären sei. Danach müsse die entsprechende Baugenehmigung eingeholt werden.

Seitens der KLJB wurden das Gelände am Sandweiher und der Irl-Festplatz vorgeschlagen. Dotzler wandte jedoch sofort ein, dass diese Pläne nicht verwirklicht werden könnten. Der Außenbereich sei nicht privilegiert, eine Baugenehmigung hier grundsätzlich ausgeschlossen. Stattdessen bot die Gemeinde drei Möglichkeiten an: den Parkplatz beim Kindergarten, eventuell den Pfarrgarten oder ein Wiesengrundstück neben der Schule. "In diesem Bereich planen wir die Katastrophe", sagte Gemeinderat Markus Rösch (CSU). Er befürchtete, dass hier regelmäßig die Polizei anrücken würde, weil sich Anwohner gestört fühlen.

Jugend erarbeitet Konzept

KLJB-Sprecher Julian Bauer machte deutlich, dass er sich von der Gemeinde nicht ausreichend unterstützt fühlt. Erschwerend kämen die Corona-Einschränkungen hinzu. Trotzdem habe die Landjugend ein zehnseitiges Konzept erarbeitet sowie ihre Vorstellungen dargestellt. Bauer betonte, dass man einen innerörtlichen Jugendtreff vermeiden wolle, bei dem es früher oder später zu Konflikten mit Anwohnern kommen könnte. Die KLJB bevorzuge Sandweiher oder Irl-Festplatz.

Gegen diese Standorte sprechen unzureichende Zufahrt, nicht vorhandener Brandschutz und, vor allem im Irl, der Eichenprozessionsspinner. Markus Rösch und Cajetan Kredler waren aber der Ansicht, dass der Festplatz im Wald für eine mobile und zeitlich befristete Lösung geeignet sei. Wasseranschluss und sanitäre Einrichtungen sind vorhanden und was die Brandgefahr angehe, da seien doch die meisten KLJB-ler bei der Feuerwehr. Auch Franz Gottschalk (Freie Wähler) schätzte die Brandgefahr nicht so hoch ein, den Eichenprozessionsspinner sieht er als die größere Gefahr. Äußerst unfair fand Dritter Bürgermeister Dominik Obermeier die bisherige Vorgehensweise gegenüber den jungen Leuten: Man habe sie ein Konzept ausarbeiten lassen und lehne die Vorschläge nun einfach ab. Kredler, Obermeier und Gottschalk meinten, dass die Gemeinde den Irl-Festplatz als befristeten Standort prüfen lassen sollte.

Zweite Bürgermeisterin Susanne Lindner überraschte mit weiteren Standortvorschlägen, einen beim DJK-Sportplatz, aber auch im Pfarrhof seien geeignete Räume vorhanden. Sollte der infrage kommen, so Markus Rösch, dürften der Jugend nicht von vornherein Einschränkungen auferlegt werden, denn die wollen ihre Freizeit selbst gestalten. Das müsse auch mit dem Pfarrer vorab geklärt werden. "Ich frage den Pfarrer", sagte Lindner. Und Bürgermeister Peter Dotzler will, sollte der Jugendtreff im Pfarrhof möglich sein, bei der AOVE einen Änderungsantrag einreichen. Nach gut einstündigem Meinungsaustausch stimmten alle Gemeinderäte für die Pfarrhof-Lösung – in der Hoffnung, dass auch der Pfarrer mitspielt.

Ärger um Ablehnung

Mit einer Stellungnahme wandte sich die KLJB im Nachgang der Sitzung an die Redaktion. Darin bringen die jungen Leute ihre Enttäuschung zum Ausdruck. Seit zwei Jahren seien sie bemüht, neue Räumlichkeiten für ihre Gruppenstunden zu finden. "Das jetzige Jugendheim im Pfarrsaal ist als einzelner Raum zu klein geworden. Zudem kommt es regelmäßig mit anderen Vereinen, wie der Blasmusik oder der Theatergruppe, zu Belegungskollisionen", heißt es in dem Schreiben. Die Jugendlichen seien angenehm überrascht gewesen, als sie Ende 2020 durch einen Anruf des Bürgermeisters auf die mögliche Förderung der AOVE aufmerksam gemacht wurden. Bei der Ausarbeitung hätten sie die Bedingungen, wie zeitnahe Umsetzung, niedrige Kosten und Mobilität, falls ein Standortwechsel nötig wäre, "bestmöglich berücksichtigt". So sei in Eigenregie das Konzept des mobilen Jugendheims entstanden.

Auch geeignete Plätze im Gemeindegebiet hätten die Mitglieder der KLJB recherchiert und sich eigens um die Förderung der AOVE bemüht. Die Freude über die Zusage war aber nur von kurzer Dauer. "Anstatt auf die ausgearbeiteten Vorschläge einzugehen, hielt der Bürgermeister den favorisierten Standort beim Irl-Festplatz nicht für debattierfähig", schreiben sie nach der Gemeinderatssitzung. Unglücklich zeigen sie sich auch über den Vorschlag, alternativ Räume im Pfarrhaus zu nutzen. "Aufgrund der Baufälligkeit und des Denkmalschutzes ist das kein leichtes Unterfangen", erklären die KLJB-Verantwortlichen. Auch bestehe dort wegen des Lärmschutzes keine Möglichkeit auf eine sommerliche Außennutzung. "Folglich stehen die jungen Gebenbacher, die sich aktiv im Gemeindeleben beteiligen, ohne Lösung da", heißt es in dem Statement weiter. "Die Enttäuschung ist groß, dass die Initiativen der Jugendlichen nicht unterstützt werden. Dabei wäre eine baldige Lösung von Nöten, da die Fördersumme verfällt, wenn das Jugendheim bis September 2021 nicht realisiert worden ist."

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