03.09.2019 - 19:36 Uhr
GebenbachOberpfalz

Ökumene mit Premiere am Mausberg

Erstmals in der 319-jährigen Geschichte predigt ein evangelischer Bischof auf dem Mausberg. Dabei war der ökumenische Gottesdienst vor einigen Jahren schon abgeschafft worden - mangels Beteiligung.

Für sein Kommen und die ansprechende Predigt bedankte sich Pfarrer Stefan Fischer (links) und Pfarrvikar Christian Preitschaft (rechts) beim ehem. evangelischen Regionalbischof Christian Schmidt (mitte) auch mit einer leiblichen Stärkung
von Autor SWOProfil

Das war diesmal kein Thema. Ganz im Gegenteil: Die Wallfahrer kamen in Scharen. Zum ökumenischen Gottesdienst hatten die evangelische Kirchengemeinde Hirschau und Pfarrvikar Christian Preitschaft eingeladen. Der große Zuspruch hatte natürlich einen Grund: Der evangelische Pfarrer Stefan Fischer hatte als Festprediger den ehemaligen evangelischen Regionalbischof des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg und Prior des evangelischen Klosterkonvents Kloster Heilsbronn, Christian Schmidt, gewinnen können. Da waren wohl viele gespannt, was ein evangelischer Bischof in einer katholischen Marienwallfahrtskirche zu sagen hat.

Auch die musikalische Gestaltung war mit dem Dekanatsposaunenchor unter der Leitung von Kurt Lehnerer sowie mit Sebastian Brandl an der Orgel bestens besetzt. Schmidt stellte die Frage, was dem Leben Sinn und Bestand gebe. Macht, Geld und Sex seien von sich aus nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil, könnten sie etwas sehr Schönes sein, wenn damit verantwortungsvoll umgegangen werde. Dies könne aber nicht der Sinn des Lebens sein, weil diese Dinge alle endlich seien.

Der tiefste Sinn liege wohl für alle Christen darin, dass Gott uns ein unvergängliches Geschenk in Jesus gemacht habe. Dieses Geschenk hätten alle Christen in der Taufe empfangen. Deshalb gehörten Christen unterschiedlicher Traditionen schon längst zusammen, oder wie Bischof Paul-Werner Scheele zu sagen pflegte: "In der Ökumene geht es nicht um Wiedervereinigung, sondern um Weitervereinigung." Die Einheit, die uns bereits geschenkt sei, solle immer wieder sichtbar werden - so wie heute auf dem Mausberg, sagte Schmidt. Mehrfach applaudierten die Gläubigen dem Bischof.

Der Gottesdienst wurde von evangelischer Seite noch von Pfarrer Heinrich Arweck (Amberg/Ammersricht) und Pfarrer Joachim von Kölichen (Amberg/Paulanerkirche) sowie von katholischer Seite von Antony Joseph (Vertretung in Ammersricht), Pater Alfred Lindner (Ensdorf) und Pfarrvikar Christian Preitschaft mitgefeiert.

Pfarrer Fischer freute sich ebenso wie alle anderen über den gut besuchten Gottesdienst und kündigte bereits eine Wiederholung für das Mausbergfest 2020 an. Dabei soll ein hochrangiger Katholik die Predigt übernehmen. Auch hier konnte Fischer bereits mit Fakten aufwarten: Er verkündete stolz, dass der Ökumenebeauftragte und Ökonom des Bistums Eichstätt, Domkapitular Wolfgang Hörl, bereits als Festprediger zugesagt habe.

Info:

Programm

Der Tag der behinderten und kranken Menschen steht heute auf dem Programm der Mausbergfestwoche. Das Tagesthema lautet: „Aus dem Glauben und der Gemeinschaft Kraft und Stärke schöpfen“. Um 15 Uhr zelebriert Pfarrer Ralf Heidenreich (Wald/Zell) den Gottesdienst für die Behinderten und Kranken. Der Sammelrosenkranz beginnt um 18.15 Uhr. Traditionell sind um 19 Uhr die Frauen und Frauenbünde aus der Region zum Gottesdienst eingeladen. Die Gebenbacher Herzensblecher begleiten ihn. Festprediger und Hauptzelebrant ist Pfarrer Christian Schulz. Die Familiengemeinschaft bietet Kaffee und selbst gebackenen Kuchen an.

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