03.12.2020 - 10:03 Uhr
Oberpfalz

Warum Geld nicht glücklich macht

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Hartnäckig hält sich in unserer Gesellschaft die Vorstellung, dass Geld glücklich macht. Verfallen Sie nicht auch diesem Irrtum, rät die OWZ-Glücksexpertin. Denn mehr Geld bedeutet nicht automatisch mehr Zufriedenheit – im Gegenteil.

Wer mehr im Sparschwein hat, ist nicht immer glücklicher.
von Evi WagnerProfil

"Ein Lottogewinn", antworten viele Menschen auch heute noch auf die Frage, was denn für Sie Glück bedeute. Gehören auch Sie auch zu denen, die denken, dass Geld tatsächlich glücklich macht? Damit sind Sie nicht allein - zumindest in unserer Gesellschaft. "Unsere Konsum- und Marktwirtschaft beruht auf der Idee, dass man Glück kaufen kann, wie man alles kaufen kann", sagte einmal Psychoanalytiker Erich Fromm so schön. "Und wenn man kein Geld bezahlen muss für etwas, dann kann es einen auch nicht glücklich machen. Dass Glück aber etwas ganz anderes ist, was nur aus der eigenen Anstrengung, aus dem Innern kommt und überhaupt kein Geld kostet, dass Glück das 'Billigste' ist, was es auf der Welt gibt, das ist den Menschen noch nicht aufgegangen."

Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, warum genau die, die am meisten Geld haben, so häufig mit Depressionen oder Suchtverhalten zu kämpfen haben? Warum zum Beispiel Hollywood-Stars in ihren luxuriösen Villen und mit ihren teuren Yachten und Autos oft so unglücklich sind? Das kommt daher, dass mehr Geld nicht automatisch mehr Glück bedeutet - ganz im Gegenteil.

Professor Andrew Oswald von der britischen Warwick University stellte zum Beispiel bei einer Studie mit Lottogewinnern fest, dass die Mehrzahl der Befragten nach kurzer Euphorie in Trübsinn versank. Drei Jahre nach dem Ereignis überstieg die Zahl der Depressiven unter ihnen sogar den Durchschnitt der Bevölkerung.

Die Erklärung des Wissenschaftlers: Zum einen gewöhnen wir Menschen uns sehr schnell an einen Zustand, wenn bestimmte Mindestbedürfnisse befriedigt sind. Zum anderen kommt es zu einer tiefen Enttäuschung, wenn wir realisieren, dass die Erfüllung materieller Wünsche weder Erleichterung noch Frieden zur Folge hat, ja nicht einmal das Gefühl von Sicherheit.

Auch in der Glücksforschung ist man sich längst darüber einig: Glücklich machen vor allem erfüllende Beziehungen wie Elternschaft, Paarbeziehungen, Eltern-Kind-Beziehungen und Freundschaften - und nicht Geld.

Hören Sie also auf damit, von einem Lottogewinn zu träumen. Beginnen Sie, Glück als das zu sehen, was es wirklich ist: eine Lebensphilosophie. Die besten Dinge im Leben kann man sich sowieso nicht kaufen.

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