26.03.2021 - 09:57 Uhr
GeorgenbergOberpfalz

50 Jahre OWV Georgenberg

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Die Geburtsstunde des OWV-Zweigvereins schlug am Samstag, 27. März 1971. Seit dieser Zeit haben die Verantwortlichen viel bewirkt, wie ein Blick in die Chronik zeigt.

OWV-Aushängeschild ist die Mühle in Gehenhammer. Der Jubelverein sowie die Pächter Ingrid und Thomas Graf hoffen, dass die Brotzeitstube bald wieder geöffnet werden kann.
von Josef PilfusekProfil

„In unserer neuen Großgemeinde brauchen wir als erstes einen Verein, der sich der Ortsverschönerung, Natur- und Heimatpflege annimmt. Wir schaffen damit gleichzeitig die Voraussetzungen für den erwünschten Fremdenverkehr.“ So heißt es in der vom damaligen Bürgermeister Adolf Herold, seinem Stellvertreter Johann Ermer und Pfarrer Willibald Männer unterschriebenen Einladung zur Gründungsversammlung eines Zweigvereins des Oberpfälzer Waldvereins. Diese war am Samstag, 27. März 1971, im „Berggasthof“ der Familie Schaller über die Bühne gegangen.

Vorausgegangen waren in den Monaten zuvor intensive Gespräche, als Oberforstmeister Willi Nirschl als Chef des Forstamts Flossenbürg nach Möglichkeiten gesucht hatte, wie der Wald mit seinen Kostbarkeiten den Reisenden, Urlaubern, Erholungssuchenden und Einheimischen zweckmäßig geöffnet werden könnte. Von den 60 Teilnehmern trugen sich 38 in die Anwesenheitsliste ein, sprachen sich für die Gründung des OWV-Zweigvereins aus und erklärten ihren Beitritt. Ehrengäste bei der Gründungsversammlung waren neben dem OWV-Hauptvorsitzenden August Lindner auch Landrat Franz Weig vom damals noch existierenden Landkreis Vohenstrauß und der für den Fremdenverkehr zuständige Sachbearbeiter im Landratsamt, Paul Maciejewski.

Aktion mit Signalwirkung

Der Vorstand um Vorsitzenden Johann Ermer, Stellvertreter Christian Bäumler, den Schriftführern Josef Haider und Josef Hammer sowie Kassier Willibald Beer machte dann gleich Nägel mit Köpfen und startete bereits am 23. April 1971 mit der ersten „Aktion saubere Landschaft“. Sie löste auch eine Signalwirkung auf andere Gemeinden im Landkreis aus. Alle Aktionen des Georgenberger Zweigvereins aufzulisten, würde den Rahmen sprengen. Während es am Anfang überwiegend Aktionen in Sachen Naturschutz waren, hatten dann auch Feste und sonstige Veranstaltungen ihren Platz im Vereinsgeschehen. So ging 1973 das erste Schellenbergfest zur Erinnerung an die Erstürmung der Burg Schellenberg am 12. Juli 1498 über die Bühne. Auch das Abbrennen des Johannisfeuers gemeinsam mit den KLJB-Gruppen Neukirchen zu St. Christoph, Neuenhammer und Waldkirch wurde zu einem festen Bestandteil.

Ein weiterer großer Meilenstein war die umfassende Restaurierung der Mühle in Gehenhammer bei der Flurbereinigung mit der Einweihung am 26. Juni 1977. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude im Eigentum der Familie Reber ist längst zum Aushängeschild des Zweigvereins geworden und genießt internationalen Ruf. Nach und nach hat der OWV die Mühle immer wieder auf Vordermann gebracht, ob innen oder im Außenbereich. Das gilt auch für die Burgruine Schellenberg als Wahrzeichen der Grenzlandgemeinde. In Zusammenarbeit mit den Bayerischen Staatsforsten und der Gemeinde sind inzwischen einige Instandhaltungsaktionen über die Bühne gegangen.

Rund um den Schellenberg gibt es viel zu entdecken

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In guter Erinnerung bleiben wird auch das 10. Vereinsjubiläum 1981 mit der Weihe der Standarte und dem Eingehen der Patenschaft mit dem Zweigverein Pfrentsch. Dass die Mitgliederzahl immer weiter stieg, war fast selbstverständlich. Und so konnte Johann Ermer Anfang der 1980er Jahre Sonja Spandl als 500. und Elfriede Völkl als 550. Mitglied willkommen heißen.

Viele große Ereignisse

Außerhalb der Gemeinde hat sich der OWV immer wieder bei Messen oder Ausstellungen beteiligt und etwa traditionelles Oberpfälzer Bauernhandwerk präsentiert. Dieses ist auch in mehreren Filmen, die inzwischen als CD vorhanden sind, enthalten. Brauchtums-, Heimat- und Volkstumsabende mit eigenen Gruppen durften ebenfalls nicht fehlen, außerdem Vorträge. Mit der Pachtung von Naturschutzflächen in den 1980er Jahren war der Zweigverein auf diesem Gebiet federführend in der Oberpfalz. Als Großereignis in die Geschichte geht auch das Jubiläum „600 Jahre Hammer zu Gern“ (Gehenhammer) im Juni 1988 ein. Das gilt auch für das Jubiläum „500 Jahre Erstürmung der Burg Schellenberg“ im Juli 1998. Im gleichen Jahr ist die Georgenberg eine Partnerschaft mit Wirsberg eingegangen.

1990 stand unter anderem im Zeichen der Gründung der OWV-Sektion München. Die inzwischen aufgelöste „Zweigstelle“ hat Johann Ermer viele Jahre lang geleitet. Nicht umsonst hatte ihn der bereits verstorbene Hauptvorsitzende Dr. Helmut Leupold deshalb als „Außenminister des Oberpfälzer Waldvereins“ bezeichnet. Einen exzellenten Ruf erworben hat sich der OWV auch beim Vogel- und Fledermausschutz, indem er viele Nistkästen und Quartiere betreut. Ganz oben in der Agenda steht nicht zuletzt das Wanderwegenetz. Sowohl durch die intensive Pflege und Instandsetzung der zum Teil grenzüberschreitenden Routen oder die Herausgabe von Wanderkarten macht der Zweigverein immer wieder positiv auf sich aufmerksam und leistet damit wertvolle Beiträge für die Infrastruktur der Gemeinde und den Tourismus.

Vorreiter in Sachen Digitalisierung

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Jüngstes Beispiel ist die im vergangenen Jahr erfolgte Neumarkierung und Digitalisierung des 163 Kilometer umfassenden Wanderwegenetzes. Dazu kommen Wanderparkplätze, 8 Wandertafeln, 13 Objekttafeln und 40 Ruhebänke. Pünktlich zum 50. Gründungstag veröffentlicht der Jubelverein alle bisher gedrehten Videos und erstellten DVDs auf Youtube. Dazu hat Matthias Scheinkönig für die einzelnen DVDs Playlisten mit insgesamt 59 Filmen erstellt. Das Jubiläum soll mit einem Ehrenabend, einem Gottesdienst und einem Gartenfest gefeiert werden. Voraussetzung ist, dass die Corona-Pandemie es zulässt.

Johann Ermer, längst Ehrenvorsitzender und Ehrenmitglied, hat den OWV als Gründungsvorsitzender geprägt.
Auch der bereits verstorbene Georg Wolf hat als Vorsitzender viel geleistet.
Manfred Janker steht seit 2003 an der Spitze des Jubelvereins und sorgt immer wieder für nachhaltige Projekte.
Hintergrund:

OWV Georgenberg

  • Die bisherigen Vorsitzenden: Johann Ermer (1971 bis 1988), Josef Pilfusek (1988 bis 1991), Georg Wolf (1991 bis 1999), erneut Johann Ermer (1999 bis 2003) und Manfred Janker (seit 2003)
  • Aktueller Vorstand besteht noch aus Jankers Stellvertreterin Martina Helgert, Anja Thalhauser (Schriftführerin) und Sven Thalhauser (Hauptkassier)
  • Von 38 Gründungsmitgliedern leben noch 11

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Matthias Scheinkönig

Hier finden Sie die einzelnen Playlisten zu den DVD´s.
https://www.youtube.com/channel/UC1xH1ql8_hecujBofoiYcpg/playlists

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