12.11.2021 - 15:29 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Deutsche Mitarbeiter bei der US-Armee erhalten mehr Geld und eine Impfprämie

In nur zwei Tagen haben sich Gewerkschaften und US-Armee auf Lohnerhöhungen für die deutschen Beschäftigten geeinigt. Eine besondere Einmalzahlung ist dabei der Wunsch der US-Streitkräfte.

Zivilbeschäftigte der Stationierungsstreikräfte stehen vor einem Streiklokal. Diesmal wurde binnen zwei Tagen eine Abschluss gefunden.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die deutschen Mitarbeiter der US-Streitkräfte in der Oberpfalz erhalten zum Jahreswechsel mehr Geld. Darauf haben sich die Gewerkschaften Verdi und NGG mit dem Bund und den Stationierungsstreitkräften in zweitägigen Verhandlungen geeinigt. Wie die Gewerkschaft Verdi am Freitag mitteilte, werden die Entgelte bundesweit am 1. Januar 2022 um 2,1 Prozent erhöht. Laufzeit des Tarifvertrages ist zwölf Monate.

Zudem gibt es für die deutschen Beschäftigten im Dezember eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro. „In Anbetracht der bisherigen Tarifabschlüsse dieses Jahres in anderen Branchen haben wir einen Abschluss, der sich sehen lassen kann“, sagt Verhandlungsführerin Kathrin Birner von Verdi Bayern.

Impfprämie Wunsch der US-Armee

Auf Wunsch der US-Streitkräfte ist auch eine Impfprämie in Höhe von 100 Euro Teil des Tarifabschlusses. Alle vollständig geimpften Beschäftigten können diese bis 28. Februar 2022 mit einem entsprechenden Nachweis einfordern. Die Prämie wird im März ausgezahlt. Bereits ab 1. November 2021 werden die monatlichen Ausbildungsvergütungen um 25 Euro erhöht. Auszubildende erhalten zudem ebenfalls die Corona- und Impfprämien.

Die US-Heer hatte in der Oberpfalz schon Anfang Mai begonnen, die deutschen Beschäftigten gegen Corona zu impfen. Das Angebot haben nach Einschätzung von Birner mehr als 80 Prozent angenommen. Daher kenne der Arbeitgeber den Impfstatus der meisten Mitarbeiter. Dass die US-Seite nun einen Anreiz setzt, dass sich weitere Mitarbeiter Impfen lassen beziehungsweise den Impfstatus offenzulegen, ist aus Sicht der Gewerkschaft akzeptabel. Für US-Soldaten und amerikanische Zivilbeschäftigte gibt es eine Impfpflicht. Deutsche Mitarbeiter sind davon nicht betroffen. Allerdings gelten für sie die 3G-Regeln am Arbeitsplatz.

Gewerkschaftsmitglieder müssen entscheiden

Die kurze Laufzeit des Tarifvertrages von 1. Januar bis 31. Dezember 2022 war Wunsch der Gewerkschaftsseite. Diese trage der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung Rechnung. Birner verweist auf die hohe Inflationsrate von 4,5 Prozent. Die steuerfreie Sonderzahlung entlastet aus Verdi-Sicht besonders untere und mittlere Einkommen.

Über die Annahme des Tarifabschlusses müssen nun die Verdi-Mitglieder abstimmen. Die Mitgliederbefragung läuft bis 28. November. Die Tarifkommission von Verdi empfiehlt die Annahme des Abschlusses.

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