05.10.2021 - 16:05 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Pentagon verordnet Impfpflicht für Zivilbeschäftigte der US-Armee

Impfverweigerer haben es in den US-Streitkräften schwer. Nach der Impfpflicht für die Soldaten gibt es nun auch eine für Zivilangestellte. Für deutsche Beschäftige gibt es besondere Regelungen.

Ein US-Sanitäter impft einen amerikanischen Soldaten mit einem Corona-Impfstoff.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Schon vor Monaten hat der amerikanische Präsident Joe Biden die Geduld verloren und eine Impfpflicht für alle Beschäftigten von US-Bundesbehörden angeordnet. Dieses gilt auch für die US-Streitkräfte. Nach den Soldaten müssen sich nun auch die Zivilbeschäftigten der US-Armee gegen das Coronavirus impfen lassen. Das Memorandum des US-Verteidigungsministeriums vom 1. Oktober sieht vor, dass Zivilbeschäftigte bis zum 22. November vollständig geimpft sein müssen. Der letzte Tag, sich impfen zu lassen, ist der 8. November. Ab dem 22. November müssen auch alle neuen Mitarbeiter geimpft sein, um ihr Beschäftigungsverhältnis beginnen zu können.

Die deutschen Beschäftigten bei der US-Armee sind von dieser Regelung nicht betroffen. Das Memorandum "entfaltet keinerlei rechtliche Wirkung für ortsansässige Zivilbeschäftigte der US-Armee sondern betrifft lediglich amerikanische Zivilbeschäftigte", heißt es von der Gewerkschaft Verdi mit Verweis auf das deutsche Arbeitsrecht und das Nato-Truppenstatut.

Impfungen für Deutsche im Mai

Der Verdi-Fachgruppenvorsitzende Wolfgang Dagner erinnert an die Impfaktion durch die US-Armee. Schon Anfang Mai hatte das US-Heer begonnen, die deutschen Beschäftigten in der Oberpfalz gegen Corona zu impfen, worauf der damalige Kommandeur der US-Armee in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN) Brigadegeneral Christopher R. Norrie besonders stolz war. Dagner sagt, dass Angebot sei damals gut angenommen worden – es kam zu einem Zeitpunkt, da Impfstoff noch knapp war und für die meisten wegen der Priorisierung eine Impfung in einem deutsche Impfzentrum in weiter Ferne lang.

Darauf verweist auch ein Sprecher der US-Garnison Bavaria, zu der unter anderem die Standorte Grafenwöhr, Vilseck (Kreis Amberg-Sulzbach) und Hohenfels (Kreis Neumarkt) gehören. "Bereits im Mai dieses Jahres hatte die US-Armee ein umfangreiches Impfangebot für alle Soldaten, US-Zivilangestellten und deutschen Mitarbeiter gemacht", teilte ein Sprecher auf Anfrage am Dienstag mit. "Die Gesundheit und Sicherheit aller, innerhalb und rund um unsere Militärgemeinden genießt immer oberste Priorität. Hierbei ist die Impfung immer eine gute Möglichkeit."

Das Video zur Impfaktion in Vilseck im Frühjahr

Garnison wartet auf Anweisungen

Derzeit wartet die US-Garnison, noch auf Informationen der übergeordneten Dienststellen, "U.S. Army Europe and Africa" und des "Installation Management Command – Europe", zur Umsetzung dieser Maßnahme vor Ort, deren Auswirkung für die deutschen Arbeitskräfte. "Sobald uns diese Informationen vorliegen, werden wir diese über unsere offiziellen Kanäle bekannt geben", hieß es weiter.

Einige Wochen mehr Zeit als die Zivilangestellten haben die Soldaten der US-Streitkräfte. Sie müssen erst bis zum 15. Dezember vollständig geimpft sein. Von Angehörigen der US-Nationalgarde wird erwartet, dass sie am 30. Juni 2022 vollständig geimpft sind.

Ausbau des Standortes geht weiter

Grafenwöhr

Die Impfaktion im Frühjahr in Vilseck

Vilseck

Die Impfaktion im Frühjahr in Hohenfels

Schmidmühlen
Hintergrund :

Die US-Armee in der Oberpfalz

  • 40.000 US-Soldaten, US-Zivilbeschäftigte und Familienangehörige leben im Umfeld der U.S. Garrison Bavaria, der weitaus größte Teil in der Oberpfalz.
  • Rund 3300 deutsche Arbeitnehmer sind bei der Garnison beschäftigt
  • Auf rund 660,8 Millionen Euro beziffert die US-Garnison Bavaria mit ihren Oberpfälzer Standorten Grafenwöhr, Vilseck und Hohenfels (Kreis Neumarkt) den "Economic Impact" im Haushaltsjahr 2018.
  • Schon Ende Mai waren nach Informationen von Oberpfalz-Medien rund 70 Prozent in der US-Gemeinde geimpft. Der Wert dürfte inzwischen deutlich höher liegen. Eine Impfquote teilt das Pentagon nicht mit.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.