06.04.2020 - 16:01 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Trotz Coronavirus: US-Armee in Grafenwöhr übt weiter

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Die Ausbildung der US-Truppen in Grafenwöhr geht auch während der Coronakrise weiter. Die Ausbildung wird angepasst und reduziert, aber gestoppt wird sie nicht.

Ein Panzer vom Typ M1A2 Abrams feuert auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Auch während der Coronakrise finden weiterhin Übungen der US-Armee statt.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Das Coronavirus beschäftigt auch die US-Armee auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Doch der Trainingsbetrieb geht weiter, wenn auch reduziert. So haben Kommandeure die Ausbildung der Truppe angepasst und wo möglich auch zurückgeschraubt. Alle Einheiten maximieren, wo immer möglich, den Einsatz von Home-Office und alternativen Kommunikationswege.

Kommandeure treffen dabei in Abstimmung mit dem 7. US-Armee Trainingskommando (7th ATC) und der U.S. Army Europe Bewertungen für deren einzelne Einheiten. "Das Militärleben passt sich an die aktuelle COVID-19-Situation an, bleibt dabei funktional, ausgebildet und einsatzbereit. Wir arbeiten alle hart daran, unseren Beitrag zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronavirus zu jedermanns Sicherheit, einschließlich unserer deutschen Nachbarn, zu leisten", teilt Pressesprecher Franz Zeilmann mit.

Die US-Army Garrison (USAG) Bavaria teilte bereits am 31. März mit, dass die Soldaten des 2. US-Kavallerieregiments, das in den Rose Barracks in Vilseck stationiert ist, bis zum 13. April zuhause bleiben. "Das 2. US-Kavallerieregiment (2nd Cavalry Regiment) im Südlager (Rose Barracks) Vilseck befindet sich nicht unter Quarantäne", erklärt Zeilmann. Die Soldaten der Regiments sind angewiesen sich in Selbstisolation zu begeben, anstatt sich in deren Büros, Truppen- oder Ausbildungseinrichtungen, zum Dienst zu melden.

Sie arbeiten entweder von zu Hause aus, oder in verschiedenen Kasernenräumen und machen zum Beispiel Online-Training, Studien und trainieren für die körperliche Fitness alleine im Freien. "Die Entscheidung des Kommandeurs ist eine starke vorbeugende Maßnahme zum Schutz der Soldaten und Familien, sowie der bayerischen Nachbargemeinden, in denen die Soldaten der Einheit wohnen. Die Einheit erfüllt dabei immer noch dringend erforderlich Aufgaben und hält die Einsatzbereitschaft aufrecht", erläutert Zeilmann.

Wie viele Corona-Fälle es innerhalb der USAG Bavaria gibt, teilt die US-Armee aus Sicherheitsgründen nicht mit. Sie versucht während der Krise einen Balanceakt zwischen Einsatzbereitschaft und Schutz der Truppe. "Wir nehmen die einschränkenden Maßnahmen der Vereinigten Staaten von Amerika, der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Bayern sehr ernst und haben dabei noch zusätzlichen Massnahmen innerhalb unserer U.S. militärischen Einrichtungen, angebracht", heißt es auf Nachfrage.

Info:

Warum trainiert die US-Armee weiterhin?

Brigadegeneral Christopher C. Norrie, Kommandant des 7. US-Armee Trainingskommandos in Grafenwöhr erklärt in einem Video, warum die US-Truppen weiterhin trainieren: "Wir werden keine zweite Chance bekommen bereit zu sein, wenn unsere Nation uns ruft. Einsatzbereitschaft bedeutet nicht nur Soldaten für eine Übung ins Baltikum oder in einen Kampfeinsatz zu schicken, sondern auch auf diese Krise zu reagieren und Maßnahmen hier vor Ort umzusetzen. Wir können das Training nicht stoppen, das können wir uns nicht leisten. Höchste Priorität bleibt die Einsatzbereitschaft, die in Balance mit dem Schutz unserer Truppen und unseren Familien stehen muss. Wo möglich, haben wir das Training reduziert und setzen Telearbeit um. Aber nicht jeder Job in der Armee kann in Telearbeit geschehen. Jeder Kommandant wird bestimmen, welche Missionen unverzichtbar sind. Wenn wir in unseren Hauptaufgaben nicht geübt bleiben, werden unsere Fähigkeiten schwinden. Und wenn das im Kampf oder im Training passiert, gefährdet es die Leben unserer Soldaten. Das ist nicht akzeptabel."

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