20.03.2019 - 16:42 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

Trumps Mauerpläne bedrohen Ausbau am US-Standort Grafenwöhr

Seit US-Präsident Trump den Notstand ausgerufen hat, können für den Mauerbau an der Grenze zu Mexiko auch andere Töpfe angezapft werden. Das träfe auch Investitionen des Militärs in Europa.

Salutschüsse auf dem Paradefeld vor dem Wasserturm in Grafenwöhr.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Den Plänen von US-Präsident Donald Trump zum Bau einer Mauer entlang der amerikanisch-mexikanischen Grenze könnten auch Bauprojekte der US-Armee in der Oberpfalz zum Opfer fallen. Das amerikanische Verteidigungsministerium hat eine Liste mit Investitionen in Höhe von etwa 12,9 Milliarden Dollar (rund 11,3 Milliarden Euro) veröffentlicht, darauf sind auch Projekte in Grafenwöhr (Kreis Neustadt/WN). Ein Teil dieser Projektgelder könnte umgeleitet werden, um die Pläne des US-Präsidenten zum Bau der Mauer in Höhe von 5,7 Milliarden US-Dollar (etwa 5 Milliarden Euro) zu verwirklichen. Der Kongress hatte Trump als Teil des Kompromisses zum Haushalt für das laufende Jahr vor wenigen Wochen lediglich 1,37 Milliarden US-Dollar (1,2 Milliarden Euro) zugebilligt.

Das 21-seitige Dokument des Pentagons listet Bauprojekte des US-Militärs in aller Welt auf, die zum 31. Dezember 2018 noch nicht vergeben waren. Für Grafenwöhr wird der geplante "Mission Training Complex", eine Investition in Höhe von 31 Millionen Dollar genannt, sowie der schon seit dem Jahr 2015 geplante "Vehicle Maintenance Shop", ein Bau in Höhe von 51 Millionen Dollar.

Weiterer Bericht zur Entwicklung in Grafenwöhr

Grafenwöhr

Zudem sind Projekte in Stuttgart, im europäischen Hauptquartier des US-Heeres in Wiesbaden, auf den US-Luftwaffenbasen Ramstein und Spangdahlem sowie in den Heeresstützpunkten Baumholder und Garmisch-Partenkirchen aufgeführt. In Europa träfe es auch mehrere Projekte in Osteuropa. Dort baut die US-Armee im Zuge ihrer europäischen Abschreckungsinitiative (EDI) im baltischen Staat Estland, in Polen sowie in Ungarn, der Slowakei, in Bulgarien und Rumänien die Infrastruktur aus, dazu zählen unter anderem Munitions- und Treibstoffdepots, oder Verladerampen, damit Panzer und Fahrzeuge leichter auf Züge rollen können. Die Einrichtungen sollen Übungen von amerikanischen Truppen in den jeweiligen Ländern erleichtern. Schließlich sind Militärprojekte in Belgien, Spanien, Italien und Griechenland angeführt.

Das US-Verteidigungsministerium hatte die Liste zu Wochenbeginn an den Kongress gesandt. Etliche Abgeordnete machten diese öffentlich. Das Pentagon betont, dass noch keine Entscheidungen gefallen seien. Zugleich weist es darauf hin, dass kein Projekt gestrichen oder verschoben werde, sollte der Haushalt für 2019/2020 rechtzeitig und wie beantragt verabschiedet werden.

Für Sie empfohlen

 

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Joachim Schmidt

Als Oberpfälzer begrüße ich, wenn weniger Geld zur Erweiterung in den Kriegs-Übungsplatz fließt, auch vor dem Hintergrund wachsender Aufrüstung gegenüber einer viel beschworenen "russischen Aggression".

21.03.2019