04.03.2020 - 18:24 Uhr
GrafenwöhrOberpfalz

US-Raketenübung in Grafenwöhr

Noch sind die Soldaten der amerikanische Raketenartillerie nicht vollständig für den Einsatz ausgebildet. Deshalb schießen sie derzeit häufiger auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr.

von Hans BernreutherProfil

Erst vor etwa einem halben Jahr hatte in Grafenwöhr in einer militärischen Zeremonie die Indienststellung des 1st Battalion, 6th Field Artillery Regiment stattgefunden. Dieser traditionsreiche Verband untersteht der ebenfalls in Grafenwöhr beheimateten 41st Field Artillery Brigade.

Um die volle Einsatzbereitschaft zu erreichen, müssen Verbände verschiedene Qualifizierungsstufen erfolgreich durchlaufen. Nach einer sechsmonatigen Ausbildungs- und Übungsphase hat das Bataillon bereits ein Niveau erreicht, das einen Einsatz auf Zugebene, als mit vier Raketenwerfern, ermöglicht. Während eines Medientages zeigen die Soldaten am Mittwoch mit ihrem Waffensystem, dem M270A1, Multiple Launch Rocket System (MLRS) ihr Können. Jeweils vier Raketenwerfer (Platoon) hatten verschiedene Aufgabenstellungen im scharfen Schuss zu bewältigen. So mussten etwa alle abgefeuerten Raketen zur gleichen Zeit im Ziel aufschlagen - hier waren die Koordinierung und die Feuerbefehle unter den Werferbesatzungen gefragt oder die Schussabgabe durfte nur auf Kommando der übergeordneten Feuerleitung erfolgen.

Der einzelne Werfer hat in zwei Startbehältern je sechs Raketen, die die dreiköpfige Besatzung je nach Auftrag einzeln oder in Folge bis zu einer Reichweite von 70 Kilometern abfeuern kann.

Das zweite Artilleriebataillon, das 1st Battalion, 77th Field Artillery Regiment, soll im September in Grafenwöhr aufgestellt werden. Ihr Waffensystem ist derselbe Raketenwerfer vom Typ M 270 MLRS. Mit dem 589th Brigade Support Battalion, einem logistischen Verband, ist die 41st Field Artillery Brigade dann komplett aufgestellt. Nach den Worten des Brigadekommandeurs Oberst Seth Knazovich schließt damit die US-Armee bei weitreichenden Waffen eine bisherige Fähigkeitslücke für die Bündnisverteidigung in Europa. Rund 1500 Soldaten werden der Brigade angehören.

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