Geschichten aus der Hängematte: Kleine Erholungsoasen im Garten von Monika Bauernfeind

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Auf der Suche nach Gartenbotschaftern im Landkreis Tirschenreuth ist Harald Schlöger in Großbüchlberg fündig geworden: Monika Bauernfeind verrät, was der Garten für sie bedeutet.

Monika Bauernfeind: „Ich stamme aus Leonberg. Meine Eltern wohnen hier. Verwandte, Freunde und Bekannte sind hier, auch der Verein. Ich bin in der Region einfach verwurzelt.“
von Christa VoglProfil

Kreisgartenfachberater Harald Schlöger schaut sich im Garten von Monika Bauernfeind suchend um. Und wirklich: im hinteren Teil stehen zwei ältere Bäume, zwischen denen ganz prima die grüne Hängematte Platz finden wird. Zusammen mit Anton Bauernfeind, dem Ehemann der heutigen Gartenbotschafterin, befestigt er sie und prüft anschließend Sitz- und Liegetauglichkeit. Passt!

Noch während Monika Bauernfeind eine bequeme Position in der Hängematte sucht, stellt Harald Schlöger bereits die erste Frage. Er weiß, dass Bauernfeind Sportlerin ist und möchte dazu mehr wissen. Monika Bauernfeind erzählt, dass sie seit vielen Jahren im TuS Mitterteich tätig ist, früher auch selbst Wettkampfturnen praktizierte und den Übungsleiterschein hat. Sie berichtet, dass sie seit einigen Jahren den Vereinsnachwuchs trainiert und sich selbst durch Joggen und Skilanglauf fit hält.

Was sie nicht erzählt: Dass sie über Jahrzehnte hinweg mit sportlichen Erfolgen auf sich aufmerksam machte und beim TuS Mitterteich als Institution gilt. Dass sie insgesamt zehn bayerische Meistertitel und sechs deutsche Meistertitel im Skilanglauf geholt hat. Und dass sie 2012 bei der Senioren-Weltmeisterschaft in Oberwiesenthal über zehn Kilometer klassisch die Bronzemedaille erhielt.

Doch Harald Schlöger interessiert nicht nur der Sport im Leben von Monika Bauernfeind. Er weiß, dass neben der Familie und dem Sport noch ein weiteres Thema für sie von großer Bedeutung ist: ihr Garten.

ONETZ: Frau Bauernfeind, welche Rolle spielt der Garten allgemein in Ihrem Leben?

Monika Bauernfeind: Der Garten hat eine große Bedeutung für mich. Da ich nach der Geburt meiner drei Kinder nicht wieder in meinen Beruf zurückkehrte und mein Mann am Arbeitsplatz ziemlich eingespannt war, brauchte ich einen Ausgleich. Und es musste etwas Schönes sein, das war für mich wichtig. Sobald die Kinder abends im Bett waren, begann ich deshalb, draußen im Garten zu arbeiten. Die Handarbeit hat mir gefallen, ich bin ja auf einem Bauernhof aufgewachsen.

ONETZ: Was macht diesen Garten aus Ihrer Sicht besonders?

Am wichtigsten ist für mich der Gemüsegarten. Den gibt es bereits von Anfang an, das heißt seit 30 Jahren. Im Sommer liefert er täglich frisches Gemüse, für den Winter friere oder wecke ich ein. An zweiter Stelle stehen natürlich die Rosen. Vor 20 Jahren nahm ich das erste Mal am „Tag der offenen Gartentür“ teil, und bekam damals die ersten Rosen geschenkt – von Besuchern. Inzwischen wachsen hier im Garten 160 verschiedene Rosensorten.

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ONETZ: Welche persönliche Verbindung haben Sie mit dem Garten?

Dieses Baugrundstück, das mein Mann und ich vor 30 Jahre erwarben, war damals eine grüne Wiese, ein Fußballspielplatz für die Dorfkinder. Im ersten Jahr bauten wir Kartoffeln und Runkelrüben an, zur Bodenverbesserung. Dann kamen Erdbeeren, Himbeersträucher, Johannisbeersträucher dazu. Der Garten entwickelte sich mit den Jahren Stück für Stück.

ONETZ: Was verbindet Sie mit der Region?

Ich stamme aus Leonberg. Meine Eltern wohnen hier, Verwandte, Freunde und Bekannte sind hier. Auch der Verein. Ich bin in der Region einfach verwurzelt.

ONETZ: Gibt es Gärten in der Region, die für Sie etwas Besonderes sind und die Sie anderen Besuchern empfehlen?

Auf jeden Fall alle Gärten, die beim „Tag der offenen Gartentür“ mitgemacht haben. Die sind alle sehenswert und jeder hat auf seine Weise Besonderheiten. Wenn ich in fremden Gärten unterwegs bin, habe ich oft den Eindruck, dass alle anderen schöner sind als mein eigener zu Hause.

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ONETZ: Welches sind die Lieblingsecken im Garten?

Mein Lieblingsort ist die Bank, die im Gemüsegarten steht; dort sitze ich oft und überlege, wie ich die Reihen ansäe, wie die Folgekultur aussieht. Aber in unserem Garten gibt es natürlich auch noch viele andere kleine Erholungsoasen. Eine Tasse Kaffee unterm Apfelbaum inmitten verschiedenster Farben und Formen: ich habe das Gefühl, dass dadurch Körper und Geist vor Überlastung und Stress geschützt werden.

ONETZ: Welche Pflanzen mögen Sie besonders - und vielleicht können Sie uns sagen warum?

Natürlich die Gemüsepflanzen. Ich habe immer große Freude, wenn der erste Brokkoli kommt. Das ist schon ein Highlight, wenn ich den abschneiden kann. Oder Zucchini. Danach kommen aber schon die Rosen. Ihre verschiedenen Düfte entführen mich in die weite Welt. Ich überlege mir: was kann ich aus ihnen machen? Rosensirup, Rosenlikör und Rosengelee sind einige Alternativen, die bei mir, bei Freunden und Bekannten sehr hoch im Kurs stehen.

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ONETZ: Spricht Sie eine Jahreszeit im Garten besonders an?

Eigenartigerweise ist es der Herbst für mich. Ich habe viele Herbstastern, Fetthennen und späte Sommerphloxsorten mit wunderbarem Duft. Durch den Nebel und das besondere Licht im Herbst bekommt der Garten eine tolle Ausstrahlung, das ist wirklich wunderbar.

ONETZ: Warum lohnt es sich für Sie, mehr Zeit im Garten zu verbringen?

Es lohnt sich schon vom Gemüse her. Auch wenn manche sagen: „Dass kriege ich doch im Supermarkt für 30 oder 40 Cent.“ Aber es ist dann eben kein eigenes Gemüse. Meine Kinder sagen: „Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht.“ Im Garten zu arbeiten, ist keine Zeitverschwendung. Es ist Ausgleich und Sport: Bewegung, Gymnastik und auch Krafttraining. Zum Beispiel das Schleppen der Gießkannen (lacht).

ONETZ: Können Sie dies auch anderen raten?

Natürlich. Neben Bewegung bringt die Zeit, die man im Garten verbringt auch Erholung und Freude. Zum Beispiel Freude über eine einzelne Rose, die eine besonders schöne Blüte hat. Das Glücksgefühl, wenn eine neue Pflanze zum ersten Mal blüht, entschädigt für all die Mühen.

ONETZ: Welche Tipps haben Sie für Gartenfreunde?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Rindenmulch durch die austretende Säure teilweise Pflanzen kaputt macht. Zum Beispiel auch die Rosen und den Sommerphlox. Mulch ist eher geeignet für Taglilien und Funkien. Für Stauden, die nach oben wachsen, ist Mulch nicht so ideal.
Dann die Kiesgärten: Sie sind gar nicht so pflegeleicht, wie es oft heißt. Durch den Eintrag von Staub, Schmutz und Blättern wird der Kies schnell unansehnlich. Das habe ich bei einer meiner Bekannten erlebt.
Und schließlich noch eine weitere Erfahrung: Damit Pflanzen im eigenen Garten heimisch werden, müssen sie mit der hiesigen Witterung zurecht kommen und auch der Boden muss passen. Hortensien und Fackellilien zum Beispiel bringe ich in unserem Garten nicht durch, weil der Boden zu schwer für sie ist. Da kann ich machen, was ich will, da stoße ich an meine Grenzen.

Hintergrund:

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Garteninitiativen, Kreisfachberater und die Bayerische Gartenakademie hatten den „Tag der Hängematte“ am 22. Juli zum Anlass genommen, um in loser Abfolge Menschen in verschiedenen Regionen Bayerns zu ihrem Garten zu befragen. Kreisgartenfachberater Harald Schlöger bat vier Personen in der grünen Hängematte Platz: Äbtissin Laetitia Fech, Wintersportler Erich Frenzel, die Konnersreutherin Inge Härtl und die Großbüchlbergerin Monika Bauernfeind. Die Interviews samt Fotogalerien gibt es unter www.onetz.de/themen/haengematte-serie. Die Gespräche mit Botschaftern aus anderen Regionen sind zu finden unter www.gaerten.bayern.de.

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