Nach einer virtuellen Sitzung des CSU-Parteivorstandes hat Ministerpräsident Markus Söder weitere Erleichterungen bei den Corona-Beschränkungen in Aussicht gestellt. So werde in dieser Woche beraten, ob Kontaktverbote in Alten- und Pflegeheimen "ganz sensibel" gelockert und die Rückkehr von Kindern und Jugendlichen in Schulen und Kitas ausgeweitet werden könnten, erklärte Söder. Man werde umsichtig planen und keine Experimente zulassen. Hoffnung machte Söder zudem den Gastronomen. Es gebe "viele kreative Ideen", mit denen eine teilweise Öffnung "bis Ende Mai" möglich werden könne.
Hintergrund sind "sehr, sehr gute Zahlen" für Bayern. Laut Landesamt für Gesundheit liege die Reproduktionsrate bei Corona-Infektionen bei 0,57. Damit steckt jeder Infizierte statistisch deutlich weniger als eine Person an, die Ausbreitung bremst sich ab. Bis Montag 10 Uhr verzeichnete das Landesamt 41 415 Infizierte in Bayern, nur 120 mehr als am Tag davor. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 23 auf 1636.
"Schichtbetrieb" in Schulen
Um der Vereinsamung von alten und pflegebedürftigen Menschen entgegenzuwirken, plant Söder, das bestehende Besuchs- und Kontaktverbot in Alten- und Pflegeheimen "sehr, sehr reduziert mit hohem Schutzaufwand" zu lockern. Damit soll zumindest der Besuch durch eine feste Person möglich werden. Für die Kitas hofft Söder auf belastbare Forschungsergebnisse, wonach die Ansteckungsgefahr gerade durch kleine Kinder äußerst gering sei. Sympathie zeigte Söder für den Vorschlag, feste Betreuungsgruppen aus zwei oder drei Familien zu bilden. Das hatten die Grünen in der Vorwoche vorgeschlagen.
Für die Schulen gab Söder das Ziel aus, "dass vor Pfingsten jeder Schüler zumindest einmal wieder in der Schule war". Lehrerverbände hätten "gute pädagogische Konzepte" vorgelegt. Es gehe darum, die Schulfamilie "unter maximalen Schutzmaßnahmen ganz langsam und vorsichtig wieder an den Schulalltag heranzuführen". Als mögliche Maßnahmen nannte Söder eine Reduzierung des Unterrichts auf Kernfächer sowie Schichtbetrieb.
Vorsicht bleibt Leitlinie
Insgesamt bleibe der "Kurs der Umsicht und Vorsicht" Leitlinie. Söder warnte auch davor, den medizinischen Rat der Virologen bei der weiteren Bewältigung der Krise zu ignorieren. Das wäre "unglücklich und falsch". Es gelte nun, Geduld und Kreativität in die Balance zu bringen. Bayern und Deutschland hätten "total Glück gehabt", wenn man auf andere Länder blicke. "Wir sollten jetzt nicht aus parteitaktischen Motiven oder weil wir die Geduld nicht haben, diesen Vorsprung verstolpern", mahnte Söder.













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