12.01.2022 - 11:17 Uhr
HirschauOberpfalz

Sanierung der Postgasse in Hirschau ist abgeschlossen

Die Sanierung der Postgasse in Hirschau ist abgeschlossen. Schon seit den 1980er-Jahren stand die Erneuerung der einzigen Gasse, deren Belag noch im Original-Zustand samt Katzenkopf-Pflaster erhalten war, auf der Agenda.

Die CSU-Stadtratsfraktion macht sich vor Ort ein Bild von der Sanierung der Postgasse in Hirschau. Als richtig erachtet man, dass für einen behindertengerechten Zugang zur Tagespflege statt einer Rampe ein platzsparender Treppenlift angebracht wurde (von links): Christian Gnan, Hans-Jürgen Schönberger, Zweite Bürgermeisterin Bärbel Birner, Erster Bürgermeister Hermann Falk, Dritter Bürgermeister Hermann Gebhard, Michaela Meier, Josef Luber und Martin Merkl.
von Werner SchulzProfil

Die Sanierung der Postgasse in Hirschau war bereits vor rund 40 Jahren Thema, als der Bürgermeister noch Helmut Rösch hieß und die Stadt in das Städtebauförderprogramm aufgenommen wurde. Damals beauftragte man das Architekturbüro Stepper & Brummer mit den vorbereitenden Untersuchungen. Bei einer Bürgerversammlung 1988 plädierten die Anwohner dafür, dass die Sanierung der noch nicht asphaltierten Gasse mit historischen Belägen erfolgen sollte. Mehr als 30 Jahre und die Neugestaltung der Innenstadt mussten ins Land gehen, bis mit der Sanierung der Postgasse Ernst gemacht wurde.

„Was lange währt, wird endlich gut“, stellten die Mitglieder der CSU-Stadtratsfraktion und Bürgermeister Hermann Falk fest, als sie den Ausbau der Postgasse vor Ort in Augenschein nahmen. Dass es dafür höchste Zeit war, betonte Hans-Jürgen Schönberger. Er verwies darauf, dass die Gasse seit Eröffnung der Solitären Tagespflege St. Barbara und seitdem der zweite Bauabschnitt des Betreuten Wohnens bezugsfertig ist erheblich stärker frequentiert sei. "Der historische Belag mit seinen Unebenheiten und Stolperfallen war gerade für ältere Leute nicht ungefährlich und für Rollstuhl- und Rollatorfahrer eine Zumutung", unterstrich Schönberger.

Die CSU-Fraktion legte nach Angaben ihres Vorsitzenden Christian Gnan deshalb bei der Neugestaltung großen Wert auf eine gut begehbare, mit Rollstuhl und Rollator leicht nutzbare Oberfläche. Die vom Landschaftsarchitekten Josef Garnhartner (Deggendorf) und vom Ingenieurbüro UTA (Amberg) gefertigte Planung sei dem voll und ganz gerecht geworden. Auch die Anliegen der Anwohner seien dabei berücksichtigt worden. Zweite Bürgermeisterin Bärbel Birner zeigte sich erfreut, dass, wie von der CSU gewünscht, Teile des alten Pflasters in den Seitenstreifen eingebaut und so der historische Zustand ein Stück weit gewahrt worden sei.

Bürgermeister Hermann Falk lobte die beteiligten Firmen für den zügigen Ablauf der Gassensanierung. Sozusagen als Startschuss für die Baumaßnahme habe die Firma Rubenbauer im Mai 2020 das von der Stadt erworbene Wohnhaus am rechten südlichen Ende der Gasse abgebrochen, blickte er zurück. In der frei gewordenen Fläche solle 2022 noch ein Carport entstehen. Auf der ganzen Gassenlänge seien Leitungen für Wasser, Kanal, Telekommunikation und Fernwärme verlegt worden. Sechs Anwesen hätten sich an das Fernwärmenetz angeschlossen.

Als goldrichtig erachtete es der in der Postgasse aufgewachsene stellvertretende CSU-Ortsvorsitzende Martin Merkl, den ursprünglichen Gedanken fallen zu lassen, für den behindertengerechten Zugang zum Tagespflege-Eingang eine Rampe zu bauen. Der platzsparende Treppenlift sei "eine ausgezeichnete, weil praktische Alternative". Nach Aussage von Bürgermeister Falk kostet die gesamte Maßnahme rund eine Million Euro.

Neugestaltung der Postgasse in Hirschau von höchster Dringlichkeit.

Hirschau
Der schlechte Zustand der Postgasse, wie er auf dem Bild zu sehen ist, gehört der Vergangenheit an. Sie war die einzige Straße in der Innenstadt, deren Belag noch im Originalzustand samt Katzenkopf-Pflaster erhalten war. Der historische Belag mit seinen Unebenheiten und Stolperfallen war für Rollstuhl- und Rollatorfahrer Zumutung und Gefahrenquelle.
.Bekanntester Anwohner der Postgasse war Wilhelm Schorner (rechts), in Hirschau Urberl Helm genannt. Er wohnte er ab 1899 nicht weniger als 100 Jahre im Anwesen Postgasse 11. Am 3. Februar 1889 geboren, feierte er am 3. Februar 1999 als damals ältester Deutscher seinen 110. Geburtstag. Er verstarb am 20. März 1999 im Alter von 110 Jahren und 54 Tagen. Auf der Aufnahme gratulieret ihm Bürgermeister Helmut Rösch zum 101. Geburtstag.
Hintergrund:

Die Geschichte der Postgasse

  • Der Name: Die Postgasse wurde seit 1500 einfach als „Gassen“, von 1584 bis 1599 als „in der Gassen“ und 1618 und 1682 als „mittere oder mittlere Gassen“ bezeichnet, 1747 auch „untere Gassen in der oberen Stadt“ sowie 1728 und 1767 „untere mittere Gassen“. Als 1804 die Posthalterei vom Anwesen Dietz (später Grasser) zum Anwesen Dorner (später Engelbert Rösch) verlegt wurde, entstand der Name „Postgasse“, der auch 1835 im Kataster beibehalten wurde. Später hieß sie auch Rathausgasse und Maderergasse, benannt nach dem Kaufmann Alois Mader am oberen Eckhaus. 1935 bekam sie wieder ihren Traditionsnamen Postgasse.
  • Der Ausbau: Die Postgasse wurde 1913 mit einer Fahrbahnbreite von drei Metern mit Granitwürfeln neu gepflastert und mit einem Kanal versehen. Die Fahrbahn war links und rechts von einem „Steig“ aus Feldsteinen (große runde Kieselsteine, Katzenköpfe genannt) von etwa 80 Zentimeter Breite eingefasst. Daneben liefen links und rechts des Steigs mit Granit gepflasterte Wasserrinnen. Von diesen bis zu den Häusern war ein Fußgängerweg mit Feldsteinen gepflastert.
  • Bekanntester Anwohner: Wilhelm Schorner, in Hirschau als Urberl Helm bekannt. Am 3. Februar 1889 geboren, wohnte er ab 1899 insgesamt 100 Jahre lang im Anwesen Postgasse 11 und feierte am 3. Februar 1999 als damals ältester Deutscher seinen 110. Geburtstag. Er verstarb am 20. März 1999 im Alter von 110 Jahren und 54 Tagen.

 

 

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