03.05.2021 - 13:10 Uhr
HirschbachOberpfalz

Der Radweg auf den Mount Everest führt übers Noristörl

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Viel vorgenommen hat sich Florian Zeibig aus Hirschbach für den Tag der Arbeit. 8848 Höhenmeter will er auf dem Mountainbike abstrampeln. Er schießt über das Ziel hinaus.

Vorbei am weitbekannten Norissteig
von Jürgen LeißnerProfil

Australien ist die Heimat einer Herausforderung für Ausdauersportler, bei der die Zeit keine, aber das Ankommen die entscheidende Rolle spielt. Das Regelwerk der Everesting-Challenge ist schnell erklärt: Fahre mit dem Rad einen Berg in deiner Nähe immer wieder rauf und runter, bis du so viele Höhenmeter abgespult hast, dass die geografische Höhe des Mount Everest (8848 Meter) erreicht ist. Die einzigen Bedingungen sind, dass keine Schlafpausen eingelegt werden und der Anstieg immer derselbe bleibt.

Florian Zeibig ist begeisterter Rennrad- und Mountainbikefahrer, der normalerweise jährlich zu mehreren Rennen antritt. Wegen Corona fallen sie heuer aber alle aus. Da sich der Hirschbacher bestens in Form fühlte, musste eine Alternative her. In den sozialen Medien hatte er bereits mehrere Sportler gesehen, welche die Everesting-Challenge bestanden haben.

Im heimischen Hirschbach musste er nicht lange nach einer geeigneten Strecke suchen. Vom Fuße der Mittelbergwand, vorbei am in Klettererkreisen bekannten Norissteig, über den Sprungstein bis hinauf zum Noristörl. Das sind 1,2 Kilometer mit rund 120 Höhenmetern. Florian nahm sich vor, sie innerhalb von 16 Stunden 75 mal abzustrampeln, um den höchsten Gipfel der Welt in den Waden zu haben.

Ausgerüstet mit Stirnlampe und passender Kleidung, stieg er am 1. Mai um 4 Uhr auf sein Lapierre-Bike und startete hinauf zum Noristörl. 74 weitere Etappen sollten folgen. Mit dabei seine wichtigste Person - Frau Lena. Auf halber Höhe hatte sie die Verpflegungsstelle aufgebaut und versorgte ihren Mann bis in den Abend mit Getränken, Energieriegeln, Gels und Broten. Ihr wichtigster Part blieb aber die moralische Unterstützung.

Der Morgennebel lichtete sich, und die Bedingungen für Florians Vorhaben konnten nicht besser sein. An der Strecke gab es zwischendurch Unterstützung von Freunden und Familie, allen voran Schwager Jakob. Freunde und Bekannte, die wegen der geltenden Beschränkungen nicht vor Ort sein konnten, bekamen über Instagram immer wieder Updates. Jugendfreund Michael Rupprecht begleitete Florian am Vormittag bei einigen Auf- und Abfahrten; Basti Schuster aus München und Frau Lena am Nachmittag. Bei seiner Everesting-Challenge erhielt der Hirschbacher auch Unterstützung von seinem Arbeitgeber XLC Bike Parts aus Schweinfurt und Radsport Schillinger aus Amberg um seinen Freund und Rennradprofi Andreas Schillinger.

Kurz vor 20 Uhr war Zeibig dann an seinem Ziel angekommen. Für die 75 Auf- und Abstiege von der Mittelbergwand bis hoch zum Noristörl benötigte er exakt 16 Stunden und 57 Sekunden, die er ohne Unterbrechung im Sattel verbrachte. Eine absolute Punktladung bei seiner selbst gesetzten Zeitvorgabe. Nach dem Motto "Keine Gnade für die Wade" standen am frühen Abend dann sogar 9.078 Höhenmeter und 189,6 Kilometer zu Buche. Zu dieser herausragenden Leistung gratulierte Frau Lena am Ende des finalen Aufstiegs zum Noristörl.

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Hintergrund:

Enkel fährt zu Ehren des Großvaters

Den ersten Everesting-Ride unternahm der Australier George Mallory, dessen Großvater George Herbert Leigh Mallory 1924 bei einer Expedition am Mount Everest gestorben ist. Zu seinen Ehren fuhr Enkel George 1994 in Australien am Mount Donna Buang acht mal die 1069 Höhenmeter zum Gipfel. Bisher folgten der Internetseite everesting.cc zufolge (Stand 3. Mai, 12 Uhr):

  • 16 246 erfolgreiche Everestings in 106 Ländern
  • 135 566 421 absolvierte Höhenmeter
  • 5 317 421 gefahrene Kilometer

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