Nach Bad Alexandersbad im Jahr 2014 war nun Erbendorf der Ort für die zweite externe Klausurtagung des Gemeinderats Illschwang. Bürgermeister Dieter Dehling freute sich, das komplette Gremium versammelt zu sehen, als es daran ging, im Aribo-Hotel wichtige kommunalpolitische Schritte der nahen Zukunft einzuleiten. Fachreferenten lieferten Informationen zu den einzelnen Themen.
Als Moderator und Coach begleitete Gero Wieschollek von "Geografie & Service" in Regensburg das Wochenende. Er ist im Unternehmen für den Bereich der Regionalentwicklung tätig. Die Organisation der Klausur lag bei der Schule für Dorf- und Landesentwicklung in Plankstetten. Mit dabei in Erbendorf war auch die Kämmerin Melanie Haller. Die Leiterin der Verwaltungsgemeinschaft Illschwang, Isabel Köstler, musste krankheitsbedingt passen.
Kanäle in gutem Zustand
Als aktuelles Thema stand der Bau eines Regenwasserkanals in der Wiesenstraße im Fokus. Ausführungen kamen dazu von Christian Faderl vom Planungsbüro Renner/Hartmann. Die Kostenschätzung liegt um 1,5 Millionen Millionen Euro. Als Umsetzungsdauer schätzt Faderl vier Jahre. Bisher ist in der Wiesenstraße nur ein Mischwasserkanal vorhanden. Über das Vorgehen muss sich die Gemeinde mit dem Wasserwirtschaftsamt Weiden abstimmen. Das solle bis Mai oder Juni geschehen. Förderanträge müssen noch 2024 eingereicht werden. Die Kanalbefahrung 2023 habe gezeigt, dass sich das Kanalsystem Illschwangs insgesamt in einem sehr guten Zustand befinde.
Den Themenbereich Wärmeplanung beleuchtete Professor Dr. Markus Brautsch vom Institut für Energietechnik an der OTH Amberg-Weiden. Er lobte die Gemeinde Illschwang, weil sie die Förderung für das kommunale Wärmekonzept längst beantragt hat und es deshalb zu 100 Prozent bezuschusst bekommt. Der Wärmeplan entstehe in vier Schritten. Die Datenerhebung dauere etwa 12 Monate. Markus Weber vom Institut für Energietechnik werde demnächst auf die Gemeinde zukommen.
Neue Technik für das Freibad
Seit Jahren brennt der Kommune die Sanierung des Freibads unter den Nägeln. Klaus Meyer vom Planungsbüro Möller/Meyer erläuterte dem Gemeinderat den aktuellen Stand. Er wies darauf hin, dass bereits zwei Förderanträge, an den Bund und an das Land Bayern, gestellt worden sind. Bisher liege noch keine Zusage vor. Vorrangig sei die Erneuerung der Technik in einem ersten Bauabschnitt. Diese Maßnahme will die Gemeinde nun selbst in die Hand nehmen. Sie koste schätzungsweise 3,8 Millionen Euro. Die gesamten Planungsleistungen könnten bereits ausgeschrieben werden. Der Baubeginn werde aus heutiger Sicht erst im Jahr 2026 liegen.
Wichtige Themen für Senioren im ländlichen Bereich sind Mobilität, Wohnformen, Beratungsangebote oder Essen auf Rädern. Des weiteren fehle in Illschwang eine Kurzzeitpflege. Am Anfang müsse eine Bedarfsanalyse stehen. Bürgermeister Dieter Dehling sah in der Gemeinde Birgland einen potenziellen Partner für eine Zusammenarbeit auf interkommunaler Ebene.
"Sag was!" für 2025 angepeilt
Christine Frankerl vom Kreisjugendring Amberg-Sulzbach stellte das Projekt "Sag was!" vor. Es richtet sich vorrangig an 12- bis 18-Jährige und soll deren Eigenverantwortung stärken, die allgemeine politische Bildung fördern sowie kritisches Denken anregen. Die Räte erzielten Konsens, dass ein solches Projekt in Illschwang 2025 umgesetzt werden soll.
Gegenüber den Oberpfalzmedien zog Dieter Dehling ein insgesamt sehr positives Fazit. "Bei der Klausur wurde in Kleingruppen oder im Plenum sehr konstruktiv gearbeitet", stellte er fest. Über alle Fraktionen hinweg herrsche Einigkeit über die anzugehenden Projekte.




















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