14.02.2020 - 15:36 Uhr
KirchenthumbachOberpfalz

Zwei Brüder kandidieren als Bürgermeister

In der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach kommt es bei der Kommunalwahl am 15. März zu einer Besonderheit. Zwei Brüder wollen Bürgermeister werden. Manfred Plößner tritt in Vorbach an und Ewald Plößner in Kirchenthumbach.

Die Brüder Manfred Plößner (links) und Ewald Plößner treten bei der Kommunalwahl am 15. März als Bürgermeisterkandidaten in Vorbach beziehungsweise Kirchenthumbach an.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Dass manche Listenkandidaten, die bei der Kommunalwahl antreten, verwandt sind, ist gerade in kleineren Orten keine Besonderheit. Doch in der Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach gibt es den seltenen Fall, dass zwei Brüder für das Amt des Bürgermeisters kandidieren. Ewald und Manfred Plößner stellen sich in Kirchenthumbach beziehungsweise in Vorbach zur Wahl.

Die Brüder stammen aus Oberbibrach bei Vorbach. Manfred, 53 Jahre alt, engagiert sich seit 24 Jahren bei den Freien Wählern Vorbach. "Die politische Lage damals hat mich nicht zu den großen Parteien geführt. Und so stand ich 1996 zum ersten Mal auf der Liste der Freien Wähler für den Gemeinderat, bin aber nicht reingekommen", erinnert er sich. Geklappt hat das erst später und inzwischen ist der Polizeibeamte seit zwölf Jahren als Ortsvorsitzender der Freien Wähler im Gemeinderat Vorbach und zudem als Kreisverbandsvorsitzender auch im Kreistag.

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Sein jüngerer Bruder Ewald dagegen ist ein Quereinsteiger, wie er selbst sagt. Der 48-Jährige stand 2014 zum ersten Mal auf der Marktgemeinderatsliste der Christlichen Wählergemeinschaft (CWG) Kirchenthumbach. Den Einzug in den Marktgemeinderat schaffte er damals aber nicht. Nachdem er beruflich rumgekommen ist, führte ihn seine Frau nach Kirchenthumbach. "Ich engagiere mich in Vereinen und habe sofort die Gemeinschaft hier bewundert. Das erinnert mich sehr an meine Jugend in Oberbibrach", sagt er. Seinen älteren Bruder bezeichnet er als politisches Vorbild. Zudem sind mit Altbürgermeister Fritz Fürk und dem stellvertretenden Landrat Albert Nickl weitere Politiker in der Familie. "Ausschlaggebend war aber, dass es zuletzt einige Sachen im Marktgemeinderat gab, die mich gestört haben. Deswegen kandidiere ich als Bürgermeister", erklärt er.

Seinem Bruder Manfred kam er damit zuvor: "Ewald hat sich früher dazu entschieden als ich. Sein Entschluss hat mich aber richtig gefreut." Dass sein Bruder noch nicht so lange in der Politik ist, macht ihm keine Sorgen. "Man wächst in Themen hinein. Gemeinden mit ähnlicher Größe, haben meist ähnliche Probleme", erklärt Manfred Plößner, der 2014 auch als Landrat kandidierte und schon im Landesvorstand der Freien Wähler in München arbeitete.

Ewald Plößner reagierte auf den Entschluss seines Bruders überrascht: "Klar, habe ich mir dann auch Gedanken gemacht, wie wohl die Öffentlichkeit darauf reagiert. Aber er macht es ja schon länger." Für die Brüder ändere sich nichts, auch wenn beide in einer Verwaltungsgemeinschaft kandidieren. "Bei uns ist das bisher kein Thema. Es muss sich niemand Sorgen machen, falls wir es beide werden. Jeder vertritt die Interessen seiner Gemeinde", sagt der Vorbacher Bürgermeisterkandidat. Die Brüder sind sich aber auch nicht bei jedem Thema einig. "Er sieht manche Dinge eben mehr aus der Sicht eines Beamten, und ich komme eher aus der freien Wirtschaft", erklärt Ewald Plößner, der als Vertriebsleiter bei einem Bayreuther Unternehmen arbeitet. "Die Verwaltungsgemeinschaft Kirchenthumbach könne vielleicht sogar davon profitieren, dass wir Brüder sind", glaubt Manfred Plößner. "Wir sind zusammen aufgewachsen, waren bei der Landjugend, der Feuerwehr und im Schützenverein. Das hat uns geprägt, und dieses Miteinander können wir auch in die VG einbringen", sagt Ewald Plößner.

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