19.04.2021 - 14:16 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Neues Zentrum für Vereine, Kultur und Gesellschaft in Königstein

1,4 Millionen fließen in den ersten Bauabschnitt der Sanierung der Stadelreihe in Königstein. Bei der Frage nach dem genauen Alter der Bauten gibt es zumindest einen weiteren Anhaltspunkt.

Die frisch sanierte Stadelreihe im Oberen Markt soll nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein Treffpunkt der Königsteiner Bürger werden
von Heidi KurzProfil

Langsam nimmt sie Gestalt an, die Stadelreihe im Oberen Markt in Königstein. Vergangenes Jahr lief der erste Bauabschnitt zu ihrer Sanierung an. Dabei werden verschiedene Arten der Nutzung ermöglicht.

Zum einen bezieht die Schützengesellschaft Tell, die nach der Kündigung ihres früheren Schützenheimes heimatlos geworden war, ein neues Zuhause. Des Weiteren kann der Raum für gesellschaftliche und kulturelle Veranstaltungen dienen wie Theateraufführungen, Konzerte oder Sitzungen des Jugendmarktrates.

Um einen großen Saal zu bekommen, wurde die Zwischenwand von Stadel 2 zu Stadel 3 entfernt. Dadurch entstand eine Fläche von 125 Quadratmeter. Da die Stadel einzeln gebaut worden sind, mussten ihre Fußböden angeglichen werden. Toiletten, Garderobe, ja sogar ein Lastenaufzug werden eingebaut. Eine Lautsprecheranlage, ein Fernsehgerät sowie 50 Stühle und 15 Tische sind bestellt.

Debatten im Marktrat über die Ausstattung in den Stadeln

Königstein

Insgesamt sieben Stadel stehen im Oberen Markt in de Nähe des Rathauses. Das erste Gebäude, genannt „Steinstadel“, hat die Marktgemeinde bereits vor fast 20 Jahren vollständig saniert. Längst ist hier ein beliebter Treffpunkt für den Gesangverein und den Trachtenverein D` Ossinger entstanden. Auch Empfänge und Ausstellungen oder standesamtliche Hochzeiten gingen im Steinstadel schon über die Bühne.

Wie alt genau die Scheunen sind, ist nicht bekannt. In der Denkmalliste sind sie eingetragen mit folgendem Text: "Stadelreihe, sechs massiv erbaute Stadel mit Steildächern, 1. Hälfte des 19. Jahrhundert". Das bestätigte auch einer der Zimmerleute, der im Dachstuhl einen Balken mit der Jahreszahl 1846 entdeckt hat. Auf jeden Fall wurden die Stadel zu ausschließlich landwirtschaftlichen Zwecken genutzt. Wegen der Brandgefahr baute man sie an den Rand des Ortes, denn sie waren mit Stroh gedeckt. Der Ortsrand war damals der Obere Markt und die Suttengasse.

Architekt Urban Meiller leitet die Arbeiten. Viele alte Dachbalken waren morsch und mussten teilweise ersetzt werden. Der Dachboden wird den Vereinen zur Verfügung gestellt, um ihr Inventar wie etwa Fahnen lagern zu können. Der Eingang zu den Stadeln ist vom Fußweg zwischen Rathaus und Parkplätzen aus möglich. Die ehemals hölzernen Tore auf der Straßenseite wurden durch große verglaste Türen ersetzt. Sie dienen auch als Fluchttüren. Mittlerweile sind die Gebäude auch an die Nahwärmeversorgung angeschlossen.

Kämmerer Thomas Pirner informiert, dass die Kostenberechnung für den laufenden Bauabschnitt bei rund 1,4 Millionen Euro liegt. „Wir können aber mit hohen Zuschüssen rechnen, so dass wir auf eine Förderung weit über 75 Prozent kommen", erklärte Pirner. Aus dem Kommunalinvestitionsprogramm fließen 675 100 Euro, 242 400 Euro gibt die Städtebauförderung als Zuschuss. Weitere 79 440 Euro kommen von der Bayerischen Landesstiftung, 40 000 Euro vom Bezirk Oberpfalz und 35 500 Euro vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege.

In einem zweiten Bauabschnitt sollen noch einmal drei Stadel saniert werden. Darin soll auch die Bergwacht untergebracht werden.

Entscheidung für Zukunft des Schießsports in Königstein

Königstein
Noch vor gut einem Jahr machte die Stadelreihe im Oberen Markt einen renovierungsbedürftigen Eindruck.

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.