27.09.2021 - 11:47 Uhr
KönigsteinOberpfalz

Neun Feldgeschworene legen in Königstein Amtseid ab

Von links: Bürgermeister Bernhard Köller mit den Feldgeschworenen Paul Pesold, Werner Renner, Robert Friedrich, Andreas Pirner, Herbert Kopp, Wolfgang Ertel, Andreas Brunner, Walter Ringer, Helmut Meiler und Alois Straub. Rechts Vermessungsoberrat Sebastian Hubmann.
von Heidi KurzProfil

"Das Amt der Feldgeschworenen ist eines der ältesten Ehrenämter", erklärt Vermessungsoberrat Sebastian Hubmann vom Vermessungsamt Amberg. Seit mehr als 600 Jahren ist es geschichtlich belegt. 27 000 Feldgeschworene gibt es aktuell in Bayern, elf davon in der Marktgemeinde Königstein. Dieser Tage trafen sie sich und bekamen von Bürgermeister Bernhard Köller die Bedeutung ihrer Aufgabe bestätigt, bei der Verschwiegenheit und Zuverlässigkeit unbedingt nötig ist. Für Sebastian Hubmann ist eine Vermessung ohne die Hilfe der Feldgeschworenen nicht denkbar.

Hervorgegangen sind sie aus den alten Mark- und Feldgerichten, die in Grenzangelegenheiten Schiedssprüche fällten. So wurden die Feldgeschworenen zu Hütern der Grenzen und Abmarkungen. Sie versuchen, die Grenzzeichen durch geheime Zeichen gegen Versetzung durch Unbefugte zu schützen. Diese „Siebenerzeichen“ sind, meist besonders geformt und vielfach beschriftet, aus Ton, Glas, Porzellan oder Metall. Die Art des Unterlegens war Bestandteil des Siebenergeheimnisses und wurde von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich behandelt.

Auch heute noch wirken die Feldgeschworenen regelmäßig bei Abmarkungen mit, indem sie die staatlichen Vermessungsbehörden bei Grundstücksvermessungen unterstützen. Auch für Privatleute dürfen sie einmal gesetzte Grenzzeichen suchen, aufdecken, sichern, höher oder tiefer setzen, wenn der Grundstückseigentümer dies beantragt. Erst wenn die ursprüngliche Lage der Grenzpunkte auf Grund der Siebenerzeichen oder sonstigen Unterlagen zentimetergenau feststeht, dürfen sie in eigener Zuständigkeit und Verantwortlichkeit Grenzzeichen aufrichten und wieder einbringen.

Neun Feldgeschworene legten nacheinander vor Bürgermeister Bernhard Köller und Verwaltungsoberrat Sebastian Hubmann den Eid ab, den sie mit ihrer Unterschrift bestätigten: Andreas Brunner, Wolfgang Ertel (Gaißach), Robert Friedrich (Hannesreuth), Herbert Kopp und Alois Straub (beide Kürmreuth), Reinhold Koch, Paul Pesold, Andreas Pirner (Fichtenhof) und Werner Renner (Namsreuth). Zum Obmann wurde Wolfgang Ertel gewählt, sein Stellvertreter wurde Helmut Meiler aus Döttenreuth.

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