Zwei Familien haben den Bau eines "Pumptrack Bikeparks" beantragt, der auf einem aufgelassenen Spielplatz an der Wiesenstraße entstehen soll. Eigentümer des Grundstücks ist die Marktgemeinde. Bürgermeister Max Bindl stellte im Marktrat den Antrag der beiden Familien vor. Der Bürgermeister will jetzt das Gespräch mit den Antragstellern suchen. Gleichwohl werden auch die Anlieger nach ihrer Meinung gefragt.
Die beiden Familien begründen ihren Antrag damit, dass sich eine Vielzahl von Kindern und Jugendlichen eine angesagte und trendige Freizeitattraktion für Konnersreuth wünscht. Vergleichbare Anlagen in Wunsiedel, Selb und Großensterz seien von Konnersreuthern nur mit einem unverhältnismäßigen Aufwand zu erreichen. Weiter heißt es in dem Antrag, dass sich Bikeparks bei Kindern und Jugendlichen großer Beliebtheit erfreuen. Ein Bikepark sei mehr als nur eine Sportstätte. Er biete den Kindern und Jugendlichen vor allem Bewegung in der freien Natur. Die beiden Familien bieten Eigenleistungen an, die bereits im Vorfeld der Antragstellung abgeklärt worden seien.
Über mögliche Kosten sagt der Antrag nichts aus, diese seien abhängig von der Ausstattung und den möglichen Eigenleistungen. In dem Antrag wird für die Neuausrichtung des Spielplatzes ein Haushaltsansatz für Spielplätze gefordert. Abschließend wünschen die Antragsteller, dass der Bau des Bikeparks frühestmöglich, jedoch spätestens im Frühjahr 2020 erfolgen soll.
Bürgermeister Max Bindl warf die Frage auf, "ob dies in Konnersreuth unbedingt gebraucht wird". Bindl sah in der Anlage ein erhöhtes Verletzungs- und Unfallrisiko. Der Bürgermeister machte deutlich, eine Haftung könne die Marktgemeinde nicht übernehmen. Ebenfalls nicht sichergestellt werden könne die Pflege und Instandhaltung durch die Kommune. Bindl wusste von anderen Anlagen, dass der Neubau rund 40 000 Euro kosten würde. Zumeist würden solche Anlagen mit Unterstützung der Wirtschaft und einem Förderverein gebaut, die Kommune stelle lediglich das Grundstück zur Verfügung.
In Wohngebiet
Wie der Bürgermeister weiter erläuterte, seien Fördergelder über "Leader" derzeit nicht möglich. Erst ab der Förderphase ab 2022 könnten wieder Anträge gestellt werden. Bindl nannte einen Bau ab Frühjahr 2020 völlig unrealistisch. "Wir als Kommune können die Anlage nicht bauen und auch nicht unterhalten." Fakt sei, dass im Haushalt zwar Mittel für Spielplätze eingeplant seien, diese allerdings ausschließlich für TÜV-gerechte Spielgeräte zur Verfügung stünden.
Außerdem machte der Rathauschef deutlich, dass der Bereich Wiesenstraße ein Wohngebiet sei und es durch den Bikepark zu Lärmbeeinträchtigungen kommen könnte. "Eine Bikeanlage ist weniger als Spielplatz, denn als Sportplatz zu sehen." Abschließend betonte er, dass er zu Vorgesprächen gerne bereit sei, eventuell bei einer Vereinsgründung oder dergleichen. Nicht vergessen werden sollte, dass Konnersreuth eine "Stabi-Gemeinde" sei und der Bau einer solchen Anlage eine freiwillige Leistung darstelle.
Andreas Malzer (CSU) sprach sich dafür aus, die Antragstellerfamilien mit ins Boot zu holen. Zuschüsse vom BLSV gebe es nur für einen Verein und nicht für ein Privatprojekt. Wolfgang Pötzl (SPD) berichtete, dass er im Vorfeld als Jugendbeauftragter auf das Projekt angesprochen wurde. Pötzl betonte, dass der Bedarf gegeben sei und das Grundstück sich im Gemeindebesitz befindet. Dank zollte er den Antragstellern, dass sie Eigenleistungen anboten.
Bezüglich des Lärms meinte Pötzl, dass Kinderlärm eigentlich nicht stören sollte. "Es soll ja keine Nachtanlage entstehen." Auch er bestätigte, dass eine Vereinsgründung oder eine Sparte die wohl beste Lösung sei. Er bat, Gespräche mit den Antragstellern aufzunehmen. Bürgermeister Bindl will dies umgehend tun, machte aber deutlich, dass auch Bedenken nicht ungehört bleiben dürften.
Edgar Wenisch (SPD): "Wenn Gespräche mit den Antragstellern geführt werden, müssen wir Markträte uns doch einig sein, ob wir das wollen oder nicht." Er zeigte sich überzeugt, dass es bessere Grundstücke für einen Bikepark gebe als diesen aufgelassenen Spielplatz. Geschäftsleiter Markus Troesch warf ein, dass auch rechtliche Fragen geklärt werden müssen. Der Bürgermeister versicherte abschließend, behutsam vorgehen zu wollen.













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