21.06.2020 - 12:37 Uhr
Kricklhof bei HirschauOberpfalz

Fachverband Biogas zeichnet Anlage in Weiher-Kricklhof aus

Seit April 2019 zeichnet der Fachverband Biogas deutschlandweit eine „Biogasanlage des Monats“ aus. Im Juni 2020 wurde dazu die Anlage der WK Energie GmbH & Co. KG in Weiher-Kricklhof erkoren.

Die Anlage der WK Energie GmbH & Co. KG in Weiher-Kricklhof wurde vom Fachverband Biogas im Juni als „Biogasanlage des Monats“ ausgezeichnet. Die Urkunde überreichte dieser Tage Markus Bäuml, Regionalreferent Süd-Ost des Fachverbandes, den Betreibern. Von links: Karl Hanauer, Werner Wendl, Markus Bäuml, Michael Beck, Bürgermeister Hermann Falk, Laurenz Beck und Hermann Ott.
von Werner SchulzProfil

Zur Übergabe der Urkunde war der Regionalreferent Süd-Ost des Fachverbandes, Markus Bäuml, zum Anlagenstandort an der Ortsverbindungsstraße von Dienhof nach Kricklhof gekommen. Er erläuterte die Entscheidung des Verbandes für die Anlage in Hirschau. Sie stehe - wie alle bisher jeweils ausgewählten - beispielhaft für die innovative Branche und das breite Spektrum unterschiedlicher Systeme. Die in Weiher-Kricklhof gewählte Form einer Betreibergesellschaft mit den Gesellschaftern Laurenz Beck, Karl Hanauer, Hermann Ott, Norbert Stangl und Werner Wendl sei ein gutes Vorbild auch für andere Landwirte.

Sehr positiv bewertete er, dass der Strom in der Anlage flexibel erzeugt und je nach Bedarf in das regionale Netz eingespeist wird. Wie die Energiebauern erläuterten, haben sowohl der Netzbetreiber als auch der Stromvermarkter Trianel Aachen jederzeit Zugriff auf die beiden Motoren der Anlage. Sie können die Leistung jederzeit dem Bedarf anpassen und zwischen 50 und 900 Kilowatt regeln. Gerade davon werde seit den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie noch häufiger Gebrauch gemacht als in normalen Zeiten. „Wegen Corona war der Stromverbrauch in den letzten Monaten so gut wie nicht planbar.“ Im Durchschnitt werde der Motor täglich zwei- bis fünfmal durch die Abnehmer geregelt, um das Stromnetz zu stabilisieren. Grundsätzlich leisteten Biogasanlagen gerade in Zeiten eines zunehmenden Anteils unplanbarer Energie aus Wind und Sonne einen wichtigen Beitrag zur Stromnetzstabilisierung, hieß es.

Bei der WK-Energie-Anlage, so Bäuml, komme hinzu, dass von der Nutzung der bei der Verstromung anfallenden Abwärme einige im Gewerbegebiet Dienhof angesiedelten Betriebe, der örtliche Sportpark samt seiner Gastronomie und vor allem der Freizeitpark Monte Kaolino profitierten. Explizit verwies Bäuml auf die Vorteile von Biogas für den Klimaschutz durch die Substituierung konventioneller Energieträger wie Kohle oder Öl. Er forderte die Energielandwirte dazu auf, ihre „Bescheidenheit abzulegen“ und nicht nur Gutes zu tun, sondern darüber auch zu reden und zu berichten. Abschließend unterstrich er – vor allem mit Blick auf Bürgermeister Hermann Falk – die große Bedeutung von Biogasanlagen für die regionale Wertschöpfung.

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Das Stadtoberhaupt gratulierte den Betreibern zu der Auszeichnung. Sie hätten mit ihrem unternehmerischen Engagement eine Vorzeigeanlage geschaffen. Diese leiste einen wichtigen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Energieversorgung in der Stadtgemeinde. Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt als Betreiber des Fernwärmenetzes und der WK Energie GmbH als Energieerzeuger klappe bestens. Insbesondere für den Freizeitpark Monte Kaolino sei sie ein Glücksfall. Man beheize das Planschbecken, das Nichtschwimmer- und das Schwimmerbecken, außerdem die Sanitärgebäude des Campingplatzes, die Betriebsgebäude und Sanitäreinrichtungen des Freibads und das Restaurant Piazza del Monte mit Fernwärme. Dadurch spare man seit 2011, dem Beginn des Fernwärmebezugs, jährlich ca. 80 000 Liter Heizöl ein, so Falk. Das entspreche pro Jahr einer Kostenersparnis von circa 30 000 Euro. Insgesamt, so die Energielandwirte, speise man 1,7 Millionen kwh Abwärme ins Netz ein und ersetze damit rund 170 000 Liter Heizöl. Die Verluste in der Wärmeleitung betragen unter 25 Prozent. Die jährlich erzeugte Strommenge von circa 3,3 Millionen kwh reiche für die Versorgung von etwa 3000 Haushalten.

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