Der ehemalige Leistungssportler Peter Schuller, der inzwischen Sportkoordinator in Kümmersbruck ist, will gerade jetzt, an den Osterfeiertagen, möglichst viele Menschen dazu ermutigen, Sport zu treiben. Denn das geht wunderbar, trotz Corona-Beschränkungen, wie er betont. "Bewegung ist gut für die Gesundheit", sagt Schuller: Das sei grundsätzlich so, gelte aber gerade jetzt, in Zeiten von Pandemie und Lockdown, ganz besonders.
"Die Profis im Sport dürfen alles, den Amateuren ist fast alles verwehrt": Dieser Aufreger-Satz, den er gerade öfter zu hören bekommt, will Peter Schuller so nicht stehen lassen. Ja, Vereinssport und Fitnessstudios sind durch Corona ausgebremst. Das sei natürlich bedauerlich. Aber auf Sport verzichten müsse deshalb niemand. Schuller, der früher Leistungssportler war und immer noch gern Rad fährt und Laufen geht, macht sportlich selbst gar keine Abstriche – und hält sich trotzdem an alle Pandemie-Einschränkungen: "Corona schränkt mich nicht ein", sagt er, "ich hab' alle Freiheiten, auch unter den eingeschränkten Möglichkeiten im Lockdown." Er will andere motivieren, es auch so zu sehen. Um der eigenen Gesundheit dabei etwas Gutes zu tun. Gerade jetzt.
Öfter mal das Auto stehen lassen
Deshalb hat der Kümmersbrucker Sportbeauftragte einige "sportliche Corona-Tipps" parat. "Bewegung im Freien" lautet der erste. "Das machen gerade viele. Ich hab' noch nie so viele Leute laufen gesehen", berichtet Schuller. Dabei müsse man aber gar nicht Vollgas geben. (Nordic) Walking sei auch eine gute Sportart in Lockdown-Zeiten und selbst Spaziergänge dürfe man dazurechnen. Das könne man im Freien mit entsprechendem Abstand sogar in Begleitung machen. Noch eine Möglichkeit: "Einfach mal öfter das Auto stehen lassen und das Rad nutzen", empfiehlt der Sport-Experte.
"Sport stärkt das Immunsystem", nennt Schuller einen sehr guten Grund, sich gerade in Corona-Zeiten mehr zu bewegen. "Aber das kommt momentan eigentlich gar nicht zur Sprache", obwohl eine starke körpereigene Abwehr gerade jetzt wichtig sei. Schuller hält Corona auch für einen sehr guten Grund, jetzt eigene Risikofaktoren zu reduzieren. Dazu gehören beispielsweise Rauchen, Alkohol, Übergewicht: Probleme, die viele auch vor der Pandemie gerne mal zum Jahresanfang in den Blick genommen haben. Von einem befreundeten Gefäßchirurgen weiß Schuller, dass ein erhöhter Cholesterinspiegel oder auch übermäßiger Zuckerkonsum Risikofaktoren sind, die man auch zur Gefäßprophylaxe minimieren sollte. Thrombose ist ein Stichwort, das Schuller dazu einfällt, weil es gerade in aller Munde ist.
Workout daheim geht auch
Peter Schuller ist einer, der auch bei schlechtem Wetter gern draußen sportelt. Wer sich dafür weniger begeistern kann, der könne aber auch zu Hause aktiv werden. "Ein Workout daheim" mit oft ohnehin schon vorhandenen Trainingsgeräten wie Fitnessrad oder Hanteln, "dazu das Fenster auf für Frischluft" – und schon kann man was tun für sich. "Auch mit der Familie." Selbst Sportmuffel können mitmachen, beispielsweise mit einem Spaziergang. Der hat derzeit "absolute Hochkonjunktur", das ist Schuller schon aufgefallen, weshalb er dazu rät, "Nebenrouten zu nutzen", also dort zu gehen, wo nicht auch alle anderen unterwegs sind, dann sei auch das absolut Corona-konform.
Schuller spricht auch etwas an, an das viele gar nicht dächten, weil sie immer nur davon reden, was sie tun wollen, "wenn Corona vorbei ist". Das, sagt er, sei eine Fehleinschätzung: "Wir werden Corona nicht mehr los werden", betont er – "das wird Teil unseres Lebens bleiben, so wie beispielsweise die Grippe." Deshalb bringe es auch nichts, zu warten, bis die Pandemie vorbei ist. Besser sei es, die zwangsweise gewonnene freie Zeit jetzt schon sinnvoll zu nutzen. "Man könnte sich doch zum Beispiel das Ziel setzen, bis Juli zwei Kilo abzunehmen", schlägt er vor.
Corona-Wintersport: Skilanglauf
Schuller ist selbst regelmäßig mit dem Rad unterwegs, "oder ich geh Laufen mit meiner Frau". Jetzt, wo wegen Corona viele Veranstaltungen ausfallen, hätten die meisten Menschen doch eigentlich auch Zeit dazu. Im Winter war Skilanglauf Schullers Corona-Sport. Allerdings nicht dort, wo besonders viele Menschen dieselbe Idee hatten, wie auf den oft dramatisch vollen Loipen am Rotbühl. Schuller war im Bayerischen Wald, abseits der stark frequentierten Routen. Vom "Skilanglauf bei Minus elf Grad und strahlendem Sonnenschein" schwärmt er jetzt noch und lacht: "Ich hab' gesagt: Wenn es im Himmel so ist, dann bleib' ich gleich da."















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