Das steckt hinter den Wohnheim-Plänen in Lengenfeld

Ein Asylheim, das in Lengenfeld gebaut wird? Nein. Die Regierung der Oberpfalz klärt auf, was tatsächlich im Kümmersbrucker Ortsteil geplant ist.

In Lengenfeld ist ein Übergangswohnheim geplant.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

Die Redaktion erreichte eine Nachricht: "Im Kümmersbrucker Ortsteil Lengenfeld wird ein Asylheim gebaut." Das behauptet ein Mann, der sich an Oberpfalz-Medien gewandt hat. Detailliertere Informationen fehlten. Eine Nachfrage bei der Regierung der Oberpfalz ergab, dass es sich "bei dem Objekt um ein Übergangswohnheim und keine Gemeinschaftsunterkunft" handelt– wie es die Nachricht des Lesers nahelegte.

"Übergangswohnheime sind für Personen bestimmt, die nicht als Asylbewerber, sondern bereits mit gesichertem Aufenthaltsstatus nach Deutschland kommen." Das Thema hat vor allem wegen der politischen Ereignisse der vergangenen Wochen an Aktualität gewonnen. Denn zu den Personen mit gesichertem Aufenthaltsstatus zählen auch jene aus humanitären Aufnahmeprogrammen wie die afghanischen Ortskräfte kommen, über die in der jüngsten Zeit medial viel berichtet worden ist – aber auch Spätaussiedler oder jüdische Emigranten.

"Noch keine Belegung"

In Lengenfeld ist laut der Regierung der Oberpfalz "noch keine Belegung erfolgt". Das soll aber in den nächsten Wochen geschehen, da der Bedarf vorhanden sei. Wer letztlich in Lengenfeld untergebracht wird, ist noch nicht klar – "afghanische Ortskräfte sind aber durchaus denkbar".

Das Gebäude, um das es geht, besteht aus drei abgeschlossenen Wohnungen für jeweils maximal acht Personen. Insgesamt bietet es also Platz für 24 Personen. "Aufgrund der Zimmerzuschnitte und der Ausstattung der Sanitärbereiche ist eine Belegung ausschließlich mit Personen im Familienverbund gegeben", heißt es in dem Schreiben der Regierungspressestelle.

Offensive Werbung

Die Immobilie gehört einer Privatperson, die diese renoviert und an die Regierung der Oberpfalz vermietet hat. Dass die Regierung solche Unterkünfte gezielt sucht, ist keineswegs ungewöhnlich. Sie wirbt dafür sogar offensiv auf ihrer Homepage. Kümmersbrucks Bürgermeister Roland Strehl erklärte bei einem, dass man mit solchen Unterkünften bisher "null Probleme" gehabt habe.

So arbeitet die Ausländerbehörde der Oberpfalz

Regensburg

Übergangswohnheime sind für Personen bestimmt, die nicht als Asylbewerber, sondern bereits mit gesichertem Aufenthaltsstatus nach Deutschland kommen.

Presseerklärung der Regierung der Oberpfalz

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