02.07.2020 - 15:44 Uhr
Lennesrieth bei WaldthurnOberpfalz

Untersaaten erfreuen nicht nur Regenwürmer

Wasserschutz durch Untersaaten im Mais ist das Thema. Waldthurns Wasserspezialistin Christine Griesbach hat dazu auf das Maisfeld von Georg Bock, welches am Wildfang kurz nach Lennesrieth liegt, eingeladen.

Wasserschutzberater Michael Lukas (links) referiert im Beisein von Christine Griesbach (Zweite von links) vom Sachgebiet Wasserschutz der Marktgemeinde über das Thema "Wasserschutz durch Untersaaten im Mais"
von Franz VölklProfil

„Unsere Bauern im Waldthurner Land säen Zwischenfrüchte und tun was für unser Wasser“, stellt Christine Griesbach vom Sachgebiet Wasserschutz der Marktgemeinde Waldthurn. Zwischen den Lennesriether Kreuz und Irlhof nach Albersrieth liegen 89 Hektar Wasserschutzgebiet, das 11 Landwirt bewirtschaften. „Wasserschutz durch Untersaaten“ waren angesagt und als Experte informierte dazu Wasserschutzberater Michael Lukas vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Weiden.

Untersaaten in Mais können in Wasserschutzgebieten vor Winter noch viel Nitrat in Stängeln und Blättern speichern. Zusätzlich können sie im Mais beim Erreichen der Ziele des Erosionsschutzkatasters, der Humusbilanz sowie zur Minderung von Stickstoffausträgen in Wasserschutzgebieten helfen. Aber auch abseits der direkten Auflagen, die einen Anbau von Untersaaten etwa aufgrund des Erosionsschutzes erfordern, möchten viele Landwirte nicht mehr auf die Aussaat von Untersaaten verzichten.

Untersaaten bringen im Mais vielfältige Vorteile, vor allem für die Bodenfruchtbarkeit. Davon ist auch Lukas überzeugt und probierte daher zusammen mit Landwirt Georg Bocka aus Irlhof verschiedene Saattechniken zur Etablierung einer Untersaat im Mais aus. Der Anbau von Silomais hat eine stark negative Humusbilanz zur Folge. Diese kann durch den Einsatz von Untersaaten teilweise wieder ausgeglichen werden. Durch die Aussaat von 15 Kilogramm pro Hektar Untersaaten können bis zu 200 Kilogramm pro Hektar Humus produziert werden. Dabei findet der Humusaufbau im Boden durch die enorme Wurzelmasse der Gräser statt.

Fokus auf Grundwasserschutz

Albersrieth bei Waldthurn

Die gute Durchwurzelung des Bodens fördert die biologische Aktivität der Mikroorganismen und Regenwürmer, wodurch die Aggregatstabilität des Bodens gestärkt wird. Besonders der hohe Anteil an Feinwurzeln, wie bei dem Landsberger Gemenge, sorgt für Gefügestabilität. Die Tragfähigkeit der Böden wird verbessert, was dem Landwirt vor allem bei der Maisernte zugute kommt. Bei der Aussaat der Folgefrucht bewirkt die starke Durchwurzelung der Böden außerdem eine verbesserte Bodengare.

Versuche aus dem Ökolandbau belegen zudem eine Unterdrückung von Unkräutern durch die Untersaaten in Höhe von bis zu 50 Prozent. Zusätzlich nimmt die Untersaat überschüssigen Stickstoff aus dem Boden aus, der somit vor Auswaschung geschützt wird und der Folgefrucht zur Verfügung steht. Die Untersaat kann den überschüssigen Stickstoff, der im Boden mineralisiert wird aufnehmen und in Biomasse umwandeln, auch wenn der Mais seinen "N-Bedarf" schon erreicht hat. Das hilft bei der Einhaltung der Wasserrahmenrichtlinie und senkt die Nitratausträge ins Grundwasser. Daher sollten Untersaaten vor allem in Regionen mit auswaschungsgefährdeten oder sandigen Böden eingesetzt werden.

Zur erfolgreichen Etablierung einer Untersaat sind laut Lukas, der aus dem Bereich Leuchtenberg stammt, verschiedene Aussaatverfahren möglich, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit verschiedenen Mischungen eingesetzt werden können. Idealerweise sollte beim Pflanzenschutz ein Splitting der Herbizidmaßnahmen angestrebt werden. Neben der Nutzung der Untersaaten als Gründünger, bieten sie auch eine interessante Futterquelle für Biogasanlagen und Milchviehbetriebe.

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