09.09.2020 - 10:36 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Neue Pächter für Forsthaus in Marktredwitz

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Ins Forsthaus am Waldesrand ziehen neue Pächter ein. Das Trio setzt vor allem auf den Biergarten, den es neu gestalten will. Am 13. September wird eröffnet.

Das neue Pächter-Trio des Forsthauses am Marktredwitzer Stadtwald (von links): Josef Weigl, Monika Maskova und Günther Schmauß.
von Autor FPHProfil

Es ist eines der schönsten Wirtshäuser von Marktredwitz in der wohl idyllischsten Lage der Stadt: das Forsthaus. Zum 13. September wird eine neue Ära eingeläutet. Christa und Werner Mäbert haben sich nach über zwölf Jahren aus der Gastronomie verabschiedet, ein neues Pächter-Trio steht bereits in den Startlöchern. Günther Schmauß, Josef Weigl und Monika Maskova heißen die Betreiber, die trotz Corona-Krise das Wagnis eingehen, ein Lokal zu eröffnen.

Gastronomisch haben die drei schon länger den Fuß in der Marktredwitzer Tür. Wenngleich Günther Schmauß während der Pandemie ordentlich Federn lassen musste. Denn der Wirt der Bar „Plan B“ im Markt durfte sein Lokal seit 20. März nicht mehr öffnen. Einen kleinen Ausgleich schaffte er mit dem Imbiss im Marktredwitzer Freibad. In der benachbarten Eisdiele in der Fußgängerzone, die Schmauß mit betreibt, arbeitet seit etlichen Jahren Monika Maskova, die wegen der Ausbreitung des Covid-19-Virus ebenfalls finanzielle Einbußen einstecken musste. Einzig Josef Weigl, der als Schreiner bei der Firma Panzer in Erbendorf arbeitet, betritt mit seinen Freunden gastronomisches Neuland.

Biergarten in Schuss bringen

„Wir wollen den Biergarten am Waldrand neu erlebbar machen“, kündigt Günther Schmauß im Gespräch mit der Frankenpost an, während die Mäberts drinnen gerade klar Schiff und Platz für ihre Nachfolger machen. Der ziemlich verwaiste Platz vor dem alten Schuppen, in dem früher zum Goaßalmfest noch ausgeschenkt und auch gefeiert wurde, soll neu erblühen. Die künftigen Pächter wollen den hügeligen Rasen, der von etlichen Steinen eingerahmt ist, einebnen und somit einen neuen Biergarten schaffen. „Auch der alte Biergarten soll in Schuss gebracht werden“, versichern Schmauß und Weigl. Da nämlich wellt sich schon seit Langem der Asphalt. Um die hundert Sitzplätze sollen im Biergarten entstehen, „allerdings werden wir den bis zur Eröffnung nicht fertig haben“, gestehen die neuen Betreiber.

Ihren Fokus richten die drei künftig mehr auf die Wochenend-Wanderer und -Spaziergänger: „Wir werden auf jeden Fall samstags am Nachmittag öffnen. Auch sonntags sollen die Gäste zum Frühschoppen willkommen sein.“ Damit alles rund läuft, werde von allen die gesamte Familie mit eingebunden. „Außerdem stellen wir einen Koch und einen Aushilfskoch ein“, kündigt das Trio an, das im kommenden Jahr – „wenn Corona hoffentlich Geschichte ist“ – das Goaßalmfest wieder aufleben lassen möchte. „Da wollen wir an alte Traditionen anknüpfen.“

Braten und Brotzeiten

Josef Weigl wird ganz nah am Geschehen dran sein, zumal er – „ich wohne schon seit 22 Jahren in Marktredwitz“ – in die Wohnung des Forsthauses einziehen will. „Die Lage hier ist ein Traum“, sagen die drei, die den Mittwoch als einzigen Ruhetag beibehalten wollen, unisono. Nicht nur Stammtische sollen hier eine Heimat finden oder behalten, „wir planen auch Musikabende – drinnen wie draußen“. Ob Braten oder Brotzeiten – „wir wollen eine gut bürgerliche Küche für jedermanns Geschmack anbieten“, kündigt Schmauß an. Weigl kann sich auch einen Wintergriller vor verschneiter Kulisse vorstellen. Auch die alte Bratwursthütte soll wieder salonfähig gemacht werden.

Für ihre Vorgänger sind die neuen Pächter voll des Lobes: „Das Ehepaar Mäbert hat wirklich eine gute Küche geboten, die haben wir schon mehrfach probiert, ehe wir uns entschieden haben, das Forsthaus zu übernehmen.“ Dass sie das Wagnis ausgerechnet während der Pandemie, wo Wirtshäuser teilweise ums Überleben kämpfen, eingehen, empfindet Günther Schmauß eher als Vorteil: „Klar kämpfen gerade viele um ihre Existenz, aber Corona hat auch dazu geführt, dass die Menschen im Land und daheim bleiben. Das wiederum sehen wir als unsere Chance.“

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Forsthaus mit 115-jähriger Geschichte:

Im Jahr 1905 ist das Forsthaus am Rande des Marktredwitzer Stadtwalds an der Putzenreuther Straße 9 gebaut worden. 1921 folgte der Stromanschluss des Gebäudes. Im Jahr 1924 wurden laut Unterlagen des Bauamts Bretter angeschafft, um Tische und Bänke für den Biergarten zu bauen. 1950 wurde der Festplatz am Forsthaus erweitert und verbessert, und zwar durch die Goaßalm-Gmoi, die jeden Sommer das Goaßalmfest ausrichtete. 1988 gab es eine Nutzungsänderung, als Brauerei-Besitzer Otto Nothhaft das Forsthaus als Gasthaus pachtete. 1989 folgte der Bau der Bratwursthütte. Im Jahr 1996 hat Nothhaft das Forsthaus von der Stadt Marktredwitz gekauft; 1998 wurde die Gaststätte erweitert und umgebaut.

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