26.10.2020 - 12:22 Uhr
Oberpfalz

Mut zum Streiten

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Natürlich streitet niemand gerne. Doch es funktioniert nicht, Unstimmigkeiten immer aus dem Weg zu gehen. Bringen Sie ruhig auch mal den nötigen Mut für einen Streit auf, rät die OWZ-Glücksexpertin. Denn nur so lassen sich Konflikte lösen.

Streit gehört wie Harmonie in jede gesunde Beziehung.
von Autor EWAProfil

„Wer Konflikten aus dem Weg geht, kommt darin um“, so Aphoristikerin Anke Maggauer-Kirsche. Gehören Sie auch zu den Menschen, die Streitigkeiten lieber vermeiden? Zu denen, die lieber wieder einmal ihren Ärger hinunterschlucken anstatt diesem Ausdruck zu verleihen? Auch dann, wenn Sie das Gefühl haben, daran zu ersticken? Natürlich streitet keiner gerne. Aber seien Sie doch mal ehrlich: Wenn wir immer nur aussitzen als uns auseinanderzusetzen, nähren wir Konflikte eher, als dass wir sie lösen. Damit unsere Beziehungen zu Partner, Familienmitgliedern, Freunden und Kollegen funktionieren, ist es wichtig, dass wir auch mal den nötigen Mut für einen Streit aufbringen, wenn sich zu viel Frust angestaut hat.

„Streit in einem richtigen Maße ist gesund“, sagt Konfliktforscher Friedrich Glasl. „Es ist manchmal auch der einzige Weg, sich Respekt zu verschaffen.“ Wer etwas verändern will, muss sich also auch mal zoffen. Allerdings sollten dabei bestimmte Regeln beachtet werden, denn auch Streiten will gelernt sein. Glasl rät dazu, lieber Ich-Botschaften zu verwenden als den anderen direkt anzugreifen. Wenn Sie zum Beispiel sagen „Mir geht das zu weit, das will ich so nicht“, haben Sie Ihre Grenzen gewahrt, aber kein Öl ins Feuer gegossen. Das funktioniert auch in Extremsituationen – zum Beispiel dann, wenn wir von unserem Gegenüber massiv beleidigt oder angegriffen werden.

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Gefährlich wird es laut Glasl erst dann, wenn wir dem anderen alles heimzahlen wollen, ihn ebenso angreifen und diffamieren. Denn dann sind wir schnell mittendrin in einem eskalierten Konflikt, den wir nicht mehr so einfach lösen können. Es gilt also: die eigene Ansicht vertreten, aber fair bleiben. „Das ist ja alles schön und gut“, sagen Sie jetzt vielleicht und schütteln den Kopf, weil Sie immer noch dazu neigen, lieber zu flüchten, als sich einer Auseinandersetzung zu stellen. Auch dafür hat der Konfliktforscher einige gute Tipps, um die eigene Konfliktfähigkeit zu schulen.

Der erste Schritt: sich Klarheit verschaffen. Denken Sie einmal in Ruhe darüber nach, was passiert, wenn Sie wieder einmal den Mund halten – und listen Sie ihre Gedanken ruhig auf. Üben Sie ruhig mit einem Freund die Konfliktsituation, treten Sie ruhig mal streitlustig auf und holen Sie sich ehrliches Feedback. „Ich soll also bewusst eskalieren?“, fragen Sie nun vielleicht und finden diese Vorstellung ein bisschen lächerlich. Warum eigentlich? Schließlich will alles gelernt sein – auch das richtige Streiten. Und glücklicher sind Sie auf jeden Fall dann, wenn Sie einen Konflikt das nächste Mal einfach lösen statt ihm aus dem Weg zu gehen.

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