06.12.2019 - 16:53 Uhr
Bad NeualbenreuthOberpfalz

Fließender Übergang zu Bad Neualbenreuth

Die Umbenennung von Neualbenreuth in Bad Neualbenreuth ist im vollen Gange. Bürgermeister Klaus Meyer ist dabei wichtig, dass der Titel mit Leben gefüllt wird. Und dafür sind schon einige Projekte angestoßen.

Bad Neualbenreuth aus der Vogelperspektive: Innenminister Joachim Herrmann kommt am Freitag, 13. Dezember, nach Neualbenreuth, um die Ernennungsurkunde „Bad Neualbenreuth“ zu übergeben.
von Martin Maier Kontakt Profil

Wie läuft das eigentlich mit der Umbenennung? Eine Frage, die der Rathauschef in den vergangenen Wochen öfter gehört hat, seit er am 13. November aus dem Bayerischen Innenministerium die Nachricht erhalten hat, dass Neualbenreuth das Prädikat "Heilbad" bekommt.

Der Bescheid aus München liegt mittlerweile vor. Darin heißt es: "Der Markt Neualbenreuth wird als Heilbad anerkannt. Der Name des Marktes und des Gemeindeteils Neualbenreuth wird in 'Bad Neualbenreuth' geändert."

"Eines nach dem anderen"

Die Umbenennung habe Auswirkungen auf viele Bereiche. Beispielsweise heißt die Homepage der Gemeinde schon seit Mitte November die Gäste "herzlich Willkommen in Bad Neualbenreuth/Sibyllenbad". Auch die neuen Stempel im Rathaus sind schon bestellt und die digitalen Briefköpfe und Signaturen auf den neusten Stand gebracht. "Es wird alles sukzessive geändert. Eins nach dem anderen", erklärt Meyer das Vorgehen.

Jedoch würden schon vorhandene Materialien, wie Briefkuverts, erst verbraucht, bevor es Nachschub mit dem Bäder-Titel gibt. "Weggeschmissen wird nichts", bekräftigt der Bürgermeister. Auch Reisepässe behalten natürlich ihre Gültigkeit. Bei Neuausstellungen ist aber schon "Markt Bad Neualbenreuth" zu lesen. Bei Notarverträgen und Beurkundungen ist der neue Name auch schon zu sehen.

Neualbenreuth erfährt, dass es den Bäder-Titel bekommt.

Bad Neualbenreuth

Besonders freut sich Meyer auf die neuen Ortsschilder, die bestellt sind und möglicherweise noch heuer aufgestellt werden. Allerdings bleibe der Name "Neualbenreuth" bei der Gemarkung erhalten. Ansonsten müssten die ganzen Grundbucheinträge geändert werden. Und Vereine, die künftig "Bad" in ihrem Namen führen wollen, müssen ihre Satzung entsprechend überarbeiten. Dazu ist der Weg über Mitgliederversammlung und Amtsgericht nötig.

Wichtig ist dem Bürgermeister, dass die Bürger und Vermieter den Titel verinnerlichen. "Alle Adressen sollten mit Bad Neualbenreuth geführt werden." Denn der Marketingeffekt sei nicht zu unterschätzen. Er werde weiterhin jeden Tag auf das Prädikat angesprochen. "Die ganze Region ist stolz und wird davon profitieren. Der Werbewert ist unbezahlbar", verweist er auf Gespräche mit Investoren. Auch die Nachfrage nach Grundstücken sei gestiegen.

Zudem würden die ersten Zahlen des Sibyllenbads eine positive Tendenz aufzeigen. Der Bürgermeister spricht von einem satten Plus im November. "Auch wenn es nur ein halbes Monat nach der Bekanntgabe war, hat man schon gemerkt, dass uns das alles einen Schub gegeben hat."

Nun gelte es, das Konzept des naturnahen Heilbads voranzutreiben. Ein Punkt dabei ist der Essbare Wildpflanzenpark (Ewilpa). "Da sind wir auf einem guten Weg. Es haben sich auch viele Bürger mit guten Vorschlägen gemeldet", freut sich der Bürgermeister über die positive Resonanz. Durch das Projekt solle die Biodiversität in der Gemeinde gestärkt werden. "Wir wollen aber nicht nur die ganze Zeit planen, sondern möglichst schnell alles umsetzen. Der Ewilpa wird relativ schnell verwirklicht werden", gibt der Rathauschef das Tempo vor.

Welche Kriterien musste Neualbenreuth für den Bäder-Titel erfüllen?

Bad Neualbenreuth

Auch die Planungen für die neue Gäste-Information im Zuge der Leerstandsoffensive Nordoberpfalz am Marktplatz 4 würden vorangetrieben. Ein Umzug von der Alten Posthalterei in das Gebäude am Marktplatz 4 sei unumgänglich, da die Gäste-Info sprichwörtlich aus allen Nähten platze. In dem neuen Domizil sollen die aktuellen Entwicklungen mit Blick auf den Bäder-Titel mit einbezogen werden. "Da wollen wir mit Räumen aufwarten, die auch den naturnahen Aspekt widerspiegeln", so der Bürgermeister. Er könne sich vorstellen, in dem Innenhof einen kleinen Wald zu installieren. "Hier könnten wir den Gästen sozusagen unsere Natur schmackhaft machen und erklären, was die heilende Wirkung des Waldes ist und welche positiven Auswirkungen er auf die Gesundheit hat."

Damit liege Neualbenreuth auch auf einer Linie mit dem Bayerischen Heilbäderverband. Denn dieser strebe an, Wälder künftig als Heilmittel einzustufen. Ziel sei es, Kur- und Heilwälder einzurichten und sie für präventive und therapeutische Zwecke zu nutzen. Ein weiterer Baustein sei dabei die Ausbildung von sogenannten Waldtherapeuten. Beate Ott und Michael Rückl haben diese Schulung bereits hinter sich. Damit könne das neue Angebot bald starten.

Innenminister kommt vorbei

Der neue Titel bedeute somit, auch eine Reihe neuer Hausaufgaben. "Die erledigen wir aber. Wir sind wirklich auf einem guten Weg", ist sich Meyer sicher, der nächste Woche Innenminister Joachim Herrmann in der Tillenberg-Gemeinde begrüßen darf. Genau einen Monat nach der frohen Kunde aus München schaut der CSU-Politiker am Freitag, 13. Dezember, um 13.30 Uhr im Kurort vorbei. Im Gepäck hat Hermann die Ernennungsurkunde "Bad Neualbenreuth".

Aus Neualbenreuth wird Bad Neualbenreuth: Bürgermeister Klaus Meyer hat für Fotos mittlerweile ein kleines Schild zur Hand.

Was steckt hinter Ewilpa?

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