Launisch hatte er sich beschwert, warum er bei der Einweihung einer Zoiglskulptur Wasser bekomme. Der Marktplatz war mit Fahnen geschmückt, die "Neuhauser Boum" spielten, die Zoiglhoheiten Königin Lena Müller und Prinzessin Julia Franz warteten wie die Wirtinnen im Dirndl auf die Honoratioren. Die kamen pünktlich, redeten vor dem Festakt mit Einheimischen und Touristen. Der kleine Franz thronte auf dem Arm von Papa Stephan Oetzinger, der große Franz (Löffler) beendete als Bezirkstagspräsident die Reihe der Grußredner mit der ironischen Frage, ob denn der Bezirk nicht doch ein bisserl zu viel bezuschusst habe. Zu Beginn des Projekts sei Norbert Neugirg mit der Bitte um viel Geld zu ihm gekommen. Jetzt bei der Enthüllung habe sich Bürgermeister Karlheinz Budnik wohlwollendst für die Finanzspritze bedankt.
Minister Füracker nannte die Verbindung der Enthüllung der Zoiglskulptur mit dem Abschluss der Dorferneuerung eine Werbung für die Heimat mit einer Tradition, die in die Zukunft hineinreiche. "Zoigl ist Oberpfälzer Genuss mit bester Qualität, dessen Tradition in den Familien weiterlebt." Der Minister hatte auf dem Weg vom Auto Touristen aus Sachsen, München und der Rhön getroffen. "Kommt wieder! Hier gibt es anständige Menschen, die euch prächtig versorgen." Füracker bekannte, gerne für die Region mit ihrem großen Selbstbewusstsein zu werben. Das hätten die Zoiglwirte bei der Heimatpreisverleihung selbst auch hervorragend getan, als sie volle Fässern auf die Nürnberger Burg geschleppt hatten. "Die Kulmbacher kamen mit leeren Fässern", erinnerte er an den Abend im April.
Füracker nannte den Brunnen aus Bronze und Granit einen Augenschmauß für Kunstliebhaber. Die vier Meter hohe Bronzeskulptur zeige den Neuhauser Bierkübel, den man hier Oimer nenne, und zwei Träger. Nach Eslarn ist Neuhaus der zweite der fünf Zoiglorte mit einer Skulptur des Bildhauers Harald Bäumler.
260 000 Euro für öffentliche plus 85 000 Euro für begleitende Maßnahmen seien nach Neuhaus geflossen, sagte Füracker. "Rechts sehen Sie den Marktplatz. Der könnte noch ausgestattet werden", nutzte Bürgermeister Budnik die gute Laune des Finanzministers. "In Kooperation mit dem Amt für ländliche Entwicklung und den entsprechenden Geldern wäre hier noch einiges denkbar."
Die Schönheit des Marktpodests erhalte mit der Enthüllung der Zoiglskulpur "das Tüpfelchen auf dem i". Budnik sprach von einem weiteren Baustein, die fünf Kommunbrauorte und deren Tradition weiter zusammen zu schmieden." Die Qualität und die besonderer Gaststättenkultur bringe die Menschen heute in die Zoiglstuben. "Ein oft kopiertes, nie erreichtes Alleinstellungsmerkmal, das wir hoch halten wollen." Neben vielen anderen dankte das Gemeindeoberhaupt der Familie Stefan Windschiegl, die das Schöberl-Anwesen hinter dem Podest in ein Schmuckstück verwandelte und dem Bayerisch-Böhmischen Kulturverein Boheme aus Amberg als Initiator der Zoiglskulpturen sowie dem Antreiber in dieser Sache, den Altneihauser Kommandant Neugirg.
Das Zoiglbier schaffe Gemeinschaft, betonte Pfarrer Edwin Ozioko. Sie beseitige das Problem der Einsamkeit und fördere Freundschaften. "Hopfen und Malz, Gott erhalt's", sagte der Geistliche bei der Segnung des Brunnens nach der Enthüllung durch Zoiglkönigin, -prinzessin und Minister.
Mit der Enthüllung der Zoiglskulptur ging auch der offizielle Abschluss der Dorferneuerung im Bereich Burgstraße in Neuhaus einher. Dabei förderte das Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) auch drei private Maßnahmen. „Weitere Sanierungen können bis Mitte 2020 noch unterstützt werden, sagte Baudirektor Erik Bergner vom ALE. „Kommen Sie auf uns zu!“ Die Zukunft sei kein Schicksal, sondern es komme auf den eigenen Gestaltungswillen an. „Die Kommunen müssen Herausforderungen selbst erkennen.“
Vom Freistaat gebe es Unterstützung unter anderem mit dem Dorferneuerungsprogramm, mit dem auch Kleinstunternehmen mit bis zu 45 Prozent und 250 000 Euro gefördert würden. Derzeit betreue das Amt im Bezirk 165 Projekte. Damit sollen Lebens-, Wohn- und Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert werden. Seit Mitte 2014 arbeite man im Bereich Burgstraße auch eng mit den Bürgern zusammen. „Das Ziel, eine vitale Heimat zu gewinnen, ist hier wunderbar erreicht.“ (ui)



























Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.