26.10.2020 - 15:11 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Eiserner Steg in Neunburg vorm Wald bekommt Ersatz

Im April machte ein Unfall den Eisernen Steg unbegehbar. Jetzt entsteht innerhalb von zwei Tagen eine Ersatzbrücke, die die Altstadt mit der Grundschule verbindet. Bürgermeister Martin Birner erklärt, warum das so lange gedauert hat.

Am Montagvormittag montieren Arbeiter den Behelfssteg am Eisernen Steg zwischen Grundschule und Altstadt. Ein Transporter hatte im April die Brücke schwer beschädigt, weil der Fahrer die Höhe seines Gespanns unterschätzt hatte.
von Wolfgang Ruppert Kontakt Profil

Am Montagvormittag ist die Konrad-Adenauer-Straße komplett gesperrt. Arbeiter schrauben an einer monströsen Metallkonstruktion, die über beide Fahrstreifen auf der Straße steht. Es ist das provisorische Brückenteil, das im Laufe des Tages an den Eisernen Steg angebaut werden soll, der vor rund einem halben Jahr bei einem Unfall mit einem Transporter schwer beschädigt wurde und seitdem für Fußgänger gesperrt war. Warum es solange gedauert hat, bis der Eiserne Steg, die Lebensader der Stadt, einen Bypass bekommen hat, erklären Bürgermeister Martin Birner und Ingenieur Wolfgang Vetter.

Schaden mit Versicherung klären

Den Behelfssteg einzurichten war laut Birner von Anfang an ein großes Anliegen., denn er verbindet unter anderem Schulzentrum, Ärztehaus und Finanzamt mit der Altstadt. "Der Weg zur Kirche war da ebenfalls ein Thema", sagt Birner.

Doch von heute auf morgen hat das mit dem Ersatz nicht geklappt. Dazu erklärt Birner: "Mit das erste, was wir tun mussten, war, mit der Versicherung abzuklären, was wir machen können. Das hat natürlich eine gewisse Zeit gedauert, denn ohne eine Freigabe kann ich nichts machen." Die Versicherung habe schließlich anerkannt, dass ein Behelfssteg notwendig ist. Was genau dieser kostet, kann Birner noch nicht sagen, da es sich um ein laufendes Verfahren bei der Versicherung handle.

Andere Baustellen

Eine andere Baustelle war eine im wörtlichen Sinn. Die Staatsstraßensperrungen rund um Neunburg waren mitverantwortlich, dass erst jetzt der Behelfssteg eingerichtet werden kann. Die Straße, die bei dem Aufbau als Umgehung hätte dienen können, war selbst gesperrt, weil sie asphaltiert wurde. "Das (die Konrad-Adenauer-Straße, Anm. d. Redaktion) war die Umleitungsstrecke für die obere Baumaßnahme, da sind alle Leute durch Neunburg durchgefahren. Daher haben wir gesagt, wir können das erst machen, wenn die andere Strecke fertig ist", sagt Birner. Das Problem war laut Architekt Wolfgang Vetter, dass es nicht möglich war, zwei Maßnahmen gleichzeitig zu machen. "Das ist so frequentiert, dass wir immer eine offene Straße brauchen, damit der Verkehr umgeleitet werden kann", sagt er. Momentan werde der Verkehr in Richtung alte Kaserne über die Ortsumgehung bis ins Industriegebiet umgeleitet. Man kann also mit einem Wort einmal um die Konrad-Adenauer-Straße herumfahren.

Mit Pfählen in die Erde

Damit der Behelfssteg überhaupt sicher stehen kann, brauchte es Vorarbeiten, bei denen die Firma Mühlberger aus Cham ein Fundament bauen musste. Daran besonders: Die Betonplatte mit acht sogenannten Mikropfählen im Boden verankert. "Das haben wir mit einer halbseitigen Sperrung machen müssen", sagt Vetter. Wäre dabei die Umgehung auch gesperrt gewesen, hätte die halbe Fahrbahn das Verkehrsaufkommen nicht mehr abfließen lassen können.

Verwaltungsleiter Georg Keil weist darauf hin, dass der gesamte Ersatzbau nur möglich gewesen sei, weil Grundstückseigentümer einen Teil ihrer Flächen zur Verfügung gestellt haben, auf denen das Fundament für den Behelfssteg, der neben dem alten Steg entlangläuft, gegossen werden konnte.

Vorarbeit spart massig Zeit

Dass der Behelfssteg nun in so kurzer Zeit steht, ist Vetter und Birner zufolge ebenfalls der vorhergehenden Planung zu verdanken. Vetter: "Die Firma hat die Teile in ihrer Halle vormontiert. Sie werden hier nur noch angeliefert und dann zusammengebaut, damit alles schnell geht." Was am Montag und Dienstag im Anschluss für die Arbeiter noch zu machen bleibt, sind Restarbeiten am Steg-Geländer sowie die Anpassung der Übergänge von der alten zur neuen Brücke. Vetter rechnet damit, dass die Sperrung der Konrad-Adenauer-Straße im Laufe des Dienstags aufgehoben werden kann.

Mit das erste, was wir tun mussten, war, mit der Versicherung abzuklären, was wir machen können. Das hat natürlich eine gewisse Zeit gedauert, denn ohne eine Freigabe kann ich nichts machen.

Bürgermeister Martin Birner

Bürgermeister Martin Birner

Lesen Sie hier die Vorgeschichte

Neunburg vorm Wald

Wie geht es jetzt weiter?

Wie lange der Behelfssteg nun bleiben wird ist unklar. "Wir können dazu nichts genaues sagen, weil wir es selbst nicht wissen. Das hängt davon ab, wie es mit der Abklärung weitergeht", sagt Birner. Sicher ist: "Da ist ein massiver Schaden entstanden. Der ist ja mehr oder weniger ungebremst durchgefahren."

Dementsprechend stellt sich nun auch die Frage, ob eine Sanierung des Eisernen Stegs überhaupt sinnvoll ist oder ob nicht ein Neubau die adäquatere Lösung darstellt. Denn betroffen ist nicht nur das Stück, das fehlt. Bei mehr als der Hälfte des Stegs gibt es Schäden, denn der Metall-Träger wurde bei dem Unfall komplett verschoben, die Verwindung im Stahl geht bis über die Mitte des Stegs durch.

Dass das beschädigte Brückenelement nicht ganz abgerissen wurde, liegt laut Vetter daran, dass es als Gegengewicht für den Behelfssteg dienen muss. Birner bemüht sich gerade darum, abzuklären, welche Fördermöglichkeiten für die Stadt zur Verfügung stehen. Wenn dann auch mit der Versicherung geklärt ist, wie es weitergehen kann, dann werden die Optionen im Stadtrat diskutiert. Wann genau es soweit ist, ist derzeit noch nicht absehbar.

Bislang kam hier niemand mehr drüber. Der Eiserne Steg war seit einem Unfall im April nicht mehr begehbar. Das ändert sich jetzt.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.