02.05.2021 - 10:51 Uhr
Neunburg vorm WaldOberpfalz

Second-Hand-Läden öffnen am 3. Mai

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In Neunburg brennt ein Haus. Die Bewohner verlieren alles. "Emma" hilft mit Kleidung. Humanitäre Hilfen sind auch im Lockdown möglich. Jetzt freut sich Elke Reinhart mit dem Team auf die Öffnung der Second-Hand-Shops am 3. Mai.

Die Emma-Läden sind ein wahre Fundgrube. Die Läger und die Verkaufsräume sind gefüllt. Das ehrenamtliche Team sehnt die Öffnung herbei.
von Irma Held Kontakt Profil

In Neunburg und Schwandorf gibt es Second-Hand-Läden mit dem weiblichen Vornamen Emma. Sie sind ein Projekt der Integration SAD. Die Initiative setzt sich im Landkreis Schwandorf für das Gelingen von Integration ein. Eine Emma stand aber für das Ladenkonzept nicht Pate. Emma ist die Abkürzung von "Einfach Mode mehrfach anziehen". Das Angebot an Jacken, Hosen, Shirts und anderem richtet sich dabei nicht nur an Bedürftige oder Migranten, sondern an jeden Bürger, dem daran gelegen ist, dass Kleidung nicht zur Wegwerfware verkommt.

Viel rein, wenig raus

Inzwischen sind die Läger von Emma voll und die Läden sind es auch. Seit Mitte Dezember ist in der Hauptstraße 59 in Neunburg und in der Breite Straße 1 in Schwandorf geschlossen gewesen. Doch Emma würde gerne wieder Männer, Frauen und Kinder, Jung und Alt nachhaltig anziehen. Ab heute geht das wieder. Initiatorin Elke Reinhart freut sich: "Wir stehen in den Startlöchern. Wir haben schöne Sachen da und sind froh, wenn Ware rausgeht", wirbt sie für das breite Sortiment. In den vergangenen Monaten ging praktisch nichts raus, aber viel rein. Der Lockdown animierte, mutmaßt sie im Gespräch mit Oberpfalz-Medien, viele zum Auf- und Ausräumen. Kleiderschränke und Dachböden wurden durchstöbert, Winterkleidung wurde aussortiert. Die beiden Emma-Läden können demzufolge aus dem Vollen schöpfen, zumal es im März auch eine gut genutzte Anlieferungswoche gegeben hat.

Im Grunde pleite

Ausgeliefert wurden dagegen Schuhe, Socken, Mäntel, Mützen und Kleider nur, wenn humanitäre Not herrschte, wie etwa der Brand im Neunburger Mehrfamilienhaus. Die Bewohner wurden neu eingekleidet. Ausgestattet wurden in Zeiten der Geschäftsschließungen auch zwei Obdachlose aus zwei Orten im Landkreis. Unter Notfällen versteht Elke Reinhart ebenso Schwangerschaften oder die Geburt eines Babys. Für die Initiatorin beginnt ein Notfall bereits, wenn Kinder keine Socken mehr zum Anziehen haben und die Eltern nicht das Geld, welche zu kaufen. Noch aus einem anderen Grund sind die ehrenamtlichen Emma-Mitarbeiter froh, wenn es wieder los geht. "Wir zahlen Miete und sind im Grunde pleite." Spenden, bemerkt Elke Reinhart, kämen in dieser Situation gerade recht.

Emma ist mehr als ein Projekt für Migranten und Bedürftige. Es setzt sich explizit für Nachhaltigkeit ein, weshalb Bürger, denen die Schonung von Ressourcen am Herzen liegt, dort einkaufen. In engem Austausch steht Elke Reinhart mit dem Roten Kreuz im Bereich Oberviechtach, das die Altkleidercontainer betreut. Emma erhält tragbare Sortierware und gibt Altkleider ab. "Eine Hose, die schon länger hängt, kann ich irgendwann nicht mehr verkaufen."

Wer pfiffige Ideen zur Verwendung alter Pullis, Hosen und Blusen hat, den unterstützt Emma, "denn wir sind mehr als ein Kleiderladen. Uns geht es um Nachhaltigkeit. Bei uns bekommt jemand auch alte Jeanshosen, wenn er daraus was macht. Wir sind können nicht alles nutzen und sind breit aufgestellt." Aus nicht mehr tragbarer Kleidung, Ladenhütern oder schlicht Unverkäuflichem entstehen Taschen, Patchwork-Decken oder Kissen.

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"Wir freuen uns, wenn uns wieder jeder besuchen kann."

Elke Reinhart, Initiatorin von Emma

Elke Reinhart, Initiatorin von Emma

Wer auf diese Wand schaut, weiß nicht nur die Preise, sondern was sich hinter Emma verbirgt.
Hintergrund:

Emma für alle

  • Emma-Läden gibt es zwei im Landkreis.
  • Das Geschäft Hauptstraße 59 in Neunburg wird wieder Montag und Freitag von 16.30 bis 18 Uhr geöffnet sein.
  • Das Geschäft Breite Straße 1 in Schwandorf wird am Montag von 10 bis 12 Uhr und Freitag von 15 bis 17 geöffnet.
  • Annahme von Kleidung/Spenden an der Eingangstüre - kontaktlos, daher kein Test/Impfung notwendig.
  • Beim Einkauf maximal zwei Kunden gleichzeitig, Name und Telefonnummer müssen angegeben werden. Aktuell sind eine Testbestätigung oder vollständige Impfung notwendig.

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