08.06.2018 - 14:57 Uhr
Neustadt an der WaldnaabOberpfalz

58-Jähriger drangsaliert Nachbarn

Wenn er zu viel Alkohol getrunken hat, verliert der 58-Jährige die Kontrolle. Dann beschimpft und bedroht er seine Nachbarn mit wüsten Worten. Nun muss er sich vor Gericht für sein Verhalten verantworten.

Auf der Richterbank
von Michaela Lowak Kontakt Profil

(mic) Für die Liste der Vorstrafen benötigt Richter Alexander Wedlich einen langen Atem. 17 Mal war der 58-jährige Angeklagte in seinem Leben schon mit dem Gesetz in Konflikt gekommen. Am Mittwoch muss er sich erneut vor Gericht verantworten – wegen Beleidigung und Bedrohung.

Dem Neustädter wird vorgeworfen, seine Nachbarn wüst beschimpft zu haben. Monatelang hat sich die Hausgemeinschaft immer wieder über den arbeitslosen Mann geärgert, doch erst im Januar entschließen sich die genervten Mieter, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten. Ausdrücke wie „Arschloch“, „Drecksau“ und „Depp“ sollen gefallen sein. Außerdem habe der Angeklagte immer wieder gedroht, seine Nachbarn „tot zu schlagen“ oder „umzubringen“. Der 58-Jährige will davon aber nichts wissen. Er habe noch niemandem Mord angedroht, lediglich Worte wie „Knaller“ oder „Vollpfosten“ verwendet.

In den Zeugenstand werden zwei der Nachbarn gerufen, die beide froh sind, den unliebsamen Mitbewohner endlich los zu sein.

Es sei immer extremer geworden, berichten sie. Vor allem am Abend und nachts habe der Mann im Gang herumgebrüllt und an die Wohnungstüren gepoltert.

Auch gegen den Hund, den einer der beiden vorübergehen zur Pflege bei sich aufgenommen hat, habe er gewettert. Die Zeugen sagten unisono aus, dass der Angeklagte nur dann immer auffällig geworden war, wenn er Alkohol getrunken habe.

Dass der Mann seit längerer Zeit ein Alkoholproblem hat, ging auch aus den Akten hervor. Erst 2017 hat er eine Therapie gemacht. Zur Zeit lebt der 58-Jährige laut eigenen Angaben bei einem Kumpel. Bereits mit Anfang 20 kam er mit dem Gesetz in Konflikt: Die 17 Einträge wiederholen sich: Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz, Diebstahl, vorsetzlicher Vollrausch mit Körperverletzung, Bedrohung, Fahren ohne Führerschein, aber mit Alkohol. Zuletzt habe der Angeklagte 2009 bei einer Weidener Großbäckerei gearbeitet.

Die Staatsanwältin forderte 8 Monate ohne Bewährung. Begründung: Der Angeklagte bereut seine Taten nicht. Richter Wedlich verurteilte den Mann letztendlich für Beleidigung und Bedrohung in jeweils 4 Fällen zu 8 Monaten mit Bewährung. Ein Bewährungshelfer soll ihm zur Seite gestellt werden. „Damit in Zukunft nichts mehr passiert“, erklärte der Richter seine Entscheidung. Außerdem muss er 60 Arbeitsstunden bei der Stadt Neustadt ableisten.

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