Neustadt an der Waldnaab
16.03.2020 - 21:07 Uhr

Im Neustädter Kreistag können sich Union und geschrumpfte SPD weitere Zusammenarbeit vorstellen

Die Union hat eine große Palette, mit wem sie für sichere Abstimmungsergebnisse im Kreistag sorgen will. Im Prinzip geht es mit jeder Partei. Eine schließt sie aus und eine bietet sich schon am Montag gerne an.

CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger Bild: dob
CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger

Landrat Andreas Meier und CSU-Kreisvorsitzender Stephan Oetzinger kommt die Aufgabe zu, die Gespräche nach einem Partner für die eine fehlende Stimme zur Mehrheit im Kreistag zu führen. Oetzinger wollte sich am Montag noch nicht festlegen, verwies aber auf einen Partner, mit dem man schon eine „hervorragende Zusammenarbeit“ habe. Aber: „Wir beabsichtigen, mit jeder der bisher im Kreistag vertretenen Fraktionen das Gespräch zu suchen.“ Die erstmals eingezogene AfD ist somit nicht dabei.

SPD – Markus Ludwig

Als Juniorpartner bietet sich die geschrumpfte SPD der Union an. „Die Zusammenarbeit mit der CSU hat sechs Jahre funktioniert, war gut und partnerschaftlich, warum sollte sie nicht wieder funktionieren?“, meinte Kreisvorsitzender Markus Ludwig. „Wir haben uns noch nie vor der Verantwortung gedrückt.“ Das Minus von fünf Sitzen nannte er „nicht schön. Da bricht kein Jubel aus.“ Der Versuch der SPD, soziale Themen anzusprechen, habe nicht gefruchtet.

JU – Benedikt Grimm

„Super“, kommentierte der Kreisvorsitzende der Jungen Union das Abschneiden mit fünf Mandaten. „Unser Minimalziel war die Fraktionsstärke mit drei Sitzen.“ Besonders freut sich Benedikt Grimm, dass neben Susanne Reithmayer auch Bezirksvorsitzende Stefanie Dippl als zweite Frau den Sprung ins Gremium geschafft hat. Sie war von Platz acht auf fünf vorgerutscht. Gegenüber der CSU habe die JU die noch etwas frischeren Ideen und Köpfe zum Anschieben. Damit seien alle Generationen gut vertreten und führten junge Leute an die Politik heran.

FW – Manfred Plößner

Einen erneuten Zuwachs verzeichnen die Freien Wähler mit einer reinen Männertruppe. „Es wäre vielleicht noch mehr drin gewesen,“ urteilte Fraktionssprecher Manfred Plößner. Das Ziel seien zehn Sitze gewesen. Für Koalitionsverhandlungen werde man abwarten, wer wann auf die Gruppierung zukomme. „Wichtiger für uns sind Sachthemen.“ Da gebe es ein paar wie die Ablehnung des Süd-Ost-Links, bei denen man sich grundlegend von der CSU unterscheide. „Ich glaube nicht, dass wir uns hier bewegen.“

Außerdem sieht Plößner Gegensätze beim Thema erneuerbare Energien. Dennoch: Die Freien Wähler seien offen für Gespräche und ebenso wie die Union konservativ eingestellt. „Insgesamt liegen wir gar nicht so weit auseinander.“

AfD – Roland Magerl

„Wir haben das Haus von oben gebaut, vom Bundestag bis zur lokalen Ebene“, sagte AfD-Spitzenkandidat Roland Magerl. „Drei Plätze waren unser Ziel.“

Grüne – Klaus Bergmann

Von einem bunten Kreistag sprach Klaus Bergmann. „Ob braun eine schöne Farbe ist, bleibt dahingestellt.“ Die JU sei für ihn nur eine Scheingruppierung, urteilte der Grünen-Fraktionssprecher. „Aber allein wäre die CSU wohl aufs gleiche Ergebnis gekommen.“ Offen sei man für Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit. Trotz eines weiteren Sitzes bekennt Bergmann, dass man sich mehr erhofft habe.

FDP/UW – Oliver Mutterer

"Wir haben unsere zwei Plätze gehalten", zeigte sich FDP-Kreischef Oliver Mutterer zufrieden. "Mehr ist momentan nicht zu holen."

ÖDP – Barbara Kindl

Barbara Kindl freute sich über ihr persönliches Abschneiden, war aber enttäuscht, dass ihre ÖDP einen Sitz verloren hat. "Das wird unsere Arbeit aber nicht bremsen."

 
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