Oberviechtach
10.09.2019 - 15:22 Uhr

Gruß vom Hopfenzupfen

Zum Jubiläum "150 Jahre Postkarte" veröffentlicht Oberpfalz-Medien interessante Ansichtskarten.

Gruß vom Hopfenzupfen in Mainburg: Im Jahr 1938 erreichte diese Postkarte die Familie Berger in Eigelsberg. Repro: bgl
Gruß vom Hopfenzupfen in Mainburg: Im Jahr 1938 erreichte diese Postkarte die Familie Berger in Eigelsberg.
Aufruf an die Leser:

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„Der neue Tag“ ruft seine Leser auf, das Jubiläum als Anlass zu nehmen, um in den Schubladen zu kramen und die Freude mit einer schönen oder interessanten Ansichtskarte zu teilen. Dabei ist es egal, ob es sich um eine historische oder aktuelle Karte handelt. Die Vorderseite einscannen oder abfotografieren und mit ein paar beschreibenden Zeilen an redsad[at]oberpfalzmedien[dot]de mailen; bzw. in den Lokalredaktionen Schwandorf, Nabburg oder Oberviechtach zum Einscannen vorbeibringen.

Das Hopfenzupfen in der Hallertau gehörte für die Bevölkerung des Altlandkreises Oberviechtach bis Mitte des 20. Jahrhunderts fast zum Jahresrhythmus dazu.

Ehrenbürger Ludwig Berger war damals ein kleiner Bub und kann sich noch gut daran erinnern: „Wenn in München das Oktoberfest begann, sprachen sich in Eigelsberg die rund 50 Hopfenzupfer ab, wann es wieder losgeht. Meist waren es jedes Jahr die gleichen Leute,“ Über den Beginn des Oktoberfestes wusste er Bescheid, weil in der Landeshauptstadt eine große Verwandtschaft beheimatet war. Und über das Hopfenzupfen war er informiert, „weil meine Nachbarin, die Schitzenkatl, für einen Hopfenbauern den Bustransfer organisierte“.

Nachdem damals weder eine Whatsapp per Handy noch ein Telefonanruf möglich war, schickte man eine Postkarte nach Hause, um von den Erlebnissen zu berichten. Im Hause Berger gibt es eine solche Ansichtskarte mit einem Motiv von der Hopfenernte. Der „Gruß aus Mainburg“ wurde im Jahr 1938 – also ein Jahr vor Beginn des Zweiten Weltkrieges – an die Familie gesandt.

Das Hopfenzupfen war damals schon deshalb etwas Besonderes, weil unter den Frauen und Männern meistens auch ein paar lustige Leute waren. Meist nach Einbruch der Dunkelheit und einem deftigen Abendessen, gehörte das Singen und manchmal auch das Tanzen auf der buckeligen Tenne dazu. Zum Saisonende ging es außerdem besonders hoch her.

Oberviechtach02.08.2019
 
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