29.10.2021 - 16:20 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Miriam Schmid aus Teunz ist das Gesicht des Deutschen Bäckerhandwerks

Zum "Tag des Brotes 2021" teilt das Deutsche Bäckerhandwerk ein Video in den sozialen Netzwerken. Hauptdarstellerin ist eine Teunzer Bäckerstochter, die mit viel Charme für Nachwuchs an der Verkaufstheke wirbt.

Die Verkaufsschürze muss sitzen: Miriam Schmid genießt den zweitägigen Dreh für den Kurzfilm zum „Tag des Brotes“.
von Gertraud Portner Kontakt Profil

„Aus Liebe zum Bäckereihandwerk“ steht auf der Tafel hinter der Verkaufstheke. Miriam Schmid (23) malt noch Getreideähren und Herzchen dazu und freut sich kurze Zeit später über Likes und Follower. Denn als Verkaufsleiterin steht sie nicht nur ihre Frau im elterlichen Betrieb („Der Beck/Schmid“), sie ist seit Sommer auch eine von drei Influencern des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks bei der Nachwuchskampagne „Back dir deine Zukunft“. Ihre Aufgabe: Jungen Menschen das backende Handwerk „schmackhaft zu machen“. „Wie überall im Handwerk ist es auch in den Bäckereien schwierig, Nachwuchs zu finden“, sagt die Teunzerin, die im Netz als „Miri“ ihre Stories teilt, um damit Einblicke in die abwechslungsreiche Arbeit in Backstube und Laden zu geben.

Daneben qualifizierte sich die hübsche Oberpfälzer Bäckerstochter mit Modelmaßen (1,92 groß) in einem Bewerbungsverfahren für die Rolle der Verkäuferin für einen kurzen Aktionfilm, welchen die Werbegemeinschaft des Zentralverbands zum "Tag des Brotes 2021" in den sozialen Netzwerken teilte, um für Nachwuchs in den Berufen Bäcker/in und Fachverkäufer/in werben. Dafür stand Miriam Schmid an zwei Drehtagen im August in Baden-Württemberg vor einem professionellem Kamerateam "mit allem Drumherum".

"Brötchen verdienen"

"Es war unglaublich interessant aber auch anstrengend", erzählt Miriam Schmid beim Besuch in der Oberpfalz-Medien-Redaktion. Sie musste dafür nicht schauspielern, sondern einfach nur sie selbst sein. Denn auch wenn sie als Verkaufsleiterin und angehende Betriebswirtin am Schreibtisch gefordert ist, steht sie nach wie vor mit viel Freude hinter der Verkaufstheke, "um den Bezug zur Praxis nicht zu verlieren". Miriam ergänzt: "Man muss zwar die Betriebswirtschaft in der Hand haben, aber der Kundenkontakt ist das A und O."

Im produzierten Video wird mit einem Augenzwinkern der Unterschied zum "trockenen" Büroalltag in den Bereichen Vorbereitung, Kundenkontakt und Präsentation gezeigt. Die Botschaft: "Du entscheidest, wie du deine Brötchen verdienen willst und was dich wirklich glücklich macht." Miriam Schmid berichtet von der angenehmen Atmosphäre im Laden, von Gaudi und Spaß mit den Kunden, und dass sich daraus sogar Freundschaften entwickeln können. Schon alleine deswegen kann sie es allen Jugendlichen auf der Jobsuche nur empfehlen, "ins Bäckerhandwerk zu schnuppern und dabei einen Traumjob mit guten Weiterbildungs- und Karrierechancen zu finden".

Den frühen Arbeitszeitbeginn sieht Miriam eher als einen Vorteil an: "Man kann den Feierabend im Freibad oder beim Shoppen verbringen." In der Bäckerei Schmid im Gewerbegebiet Oberviechtach stehen aktuell zwei Auszubildende in der Backstube. "Wir bieten einen branchensicheren Beruf", betont die junge Frau, die nach dem Verkaufsleiter-Abschluss an der Bäckerakademie aktuell auf ihre Prüfung zur Betriebswirtin büffelt.

Veronika und Ernst Schmid freuen sich über das berufliche Engagement ihrer Tochter. Der vor 36 Jahren gegründete mittelständische Betrieb beliefert mittlerweile etliche Filialen in den Landkreisen Schwandorf und Cham mit Bäcker- und Konditoreiwaren. Die süßen Teile an der Theke verlocken Miriam allerdings nicht zum Naschen, sie schätzt den Duft von frischem Brot: "Ich bin eher der Brot-Fan und liebe das rustikale Natursauerteigbrot mit ganz viel Gewürzen."

Nächster Clip: Plätzchen

Doch wenn nach Allerheiligen das Plätzchenbacken beginnt, wird sie mit ihrer Handykamera ganz nah dran sein und die Arbeitsschritte begleiten. Denn zu den Themen Plätzchen und Stollen produziert sie ihre nächsten Clips in der Backstube als Influencerin für das deutsche Bäckerhandwerk, um junge Leute neugierig auf Berufe in der Branche zu machen. Die Werbegemeinschaft des Zentralverbands überarbeitet ihr Video und teilt es dann auf Instagram und Facebook, um die Zielgruppe "an deren Wohlfühlorten zu erreichen".

"Ich hätte nie gedacht, dass dies solche Wellen schlägt", sagt die junge Teunzerin lachend und berichtet, dass sie auch im Laden darauf angesprochen wird. Denn seit zwei Wochen ist der im August bei Stuttgart gedrehte Aktionfilm zum "Tag des Brotes" in den sozialen Medien verfügbar. Miriam Schmid denkt gerne an die zwei Tage in der "Promi-Bäckerei" von Jochen Baier, der 2018 zum Weltbäcker gekürt wurde: "Ich konnte viele neue Kontakte knüpfen". Und wer weiß: Angebote fürs Modeln liegen schon vor.

Bäckerei Schmid eröffnet 2020 neue Filiale in Eslarn

Eslarn

Video des Deutschen Bäckerhandwerks mit Miriam Schmid "Back dir deine Zukunft"

Hintergrund:

Nachwuchskampagne des Bäckerhandwerks: "Back dir deine Zukunft"

  • Kulturgut Brot: Mit über 3000 Brotspezialitäten und 10.000 Handwerksbäckern ist Deutschland Spitzenreiter in Sachen Brot.
  • Im Bäckerhandwerk wird es zunehmend schwieriger, genügend Auszubildende zu finden.
  • Um jungen Menschen das backende Handwerk "schmackhaft" zu machen, hat der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks vor über zehn Jahren die Nachwuchskampagne "Back dir deine Zukunft" mittels einer Werbegemeinschaft ins Leben gerufen.
  • Zum "Tag des Brotes" am 16. Oktober 2021 werden zwei Clips für den Beruf des Bäckers und der Bäckereifachverkäuferin in den sozialen Netzwerken ausgespielt.
  • Die beiden Protagonisten des Films Gitano (23) und Miriam (23) sind auch im realen Leben Bäckergeselle bzw. Verkaufsleiterin und bringen die Botschaften gut rüber. Mithilfe von Mesh-Cuts werden in schneller Bildfolge und klarer Bildsprache Gegensätze zum Bürojob visualisiert, welche die Vorzüge des Bäckerhandwerks in den Blick nehmen.
  • Miriam Schmid ist nebenberuflich auch als "Back-Influencerin" (Follower: Instagram 4300; Facebook 192 000) für den Zentralverband tätig.

Miriam Schmid mit Gebäckzange. Bild: WG des Deutschen Bäckerhandwerks/exb

"Man muss zwar die Betriebswirtschaft in der Hand haben, aber der Kundenkontakt ist das A und O."

Miriam Schmid über ihren beruflichen Alltag in der elterlichen Bäckerei

 

 

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