25.06.2020 - 13:36 Uhr
Oberpfalz

Ohne Worte

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Die Körpersprache entscheidet nicht nur, wie wir von anderen wahrgenommen werden. Sie kann auch die eigenen Empfindungen beeinflussen. "Programmieren" Sie sich auf glücklich, meint die OWZ-Glücksexpertin.

Nonverbale Kommunikation scheint auf der ganzen Welt zu funktionieren.
von Autor EWAProfil

"Man kann nicht nicht kommunizieren", erkannte Kommunikationswissenschaftler, Autor und Psychotherapeut Paul Watzlawick so schön. Denn selbst dann, wenn wir unseren Mund halten, teilen wir unserem Gegenüber immer etwas mit. Es beginnt schon mit unserem Blick, geht weiter über unsere Körperhaltung, unsere Stand-oder Sitzposition, bis hin zu unserer Gestik und Mimik. Wissenschaftlichen Schätzungen zufolge laufen sogar 65 bis 90 Prozent unserer Kommunikation nonverbal, also ohne Worte, ab.

Auf viele Signale reagieren wir unbewusst und selbstverständlich. Ein verächtlicher Blick verletzt uns, ein Lächeln macht uns den anderen Menschen oft schon sympathisch, bevor dieser überhaupt etwas gesagt hat. Ein Nicken verstehen wir als Zustimmung, ein Kopfschütteln als Ablehnung. Zuckt jemand mit den Achseln, scheint ihm wohl alles egal zu sein. Ohne Worte verstehen wir uns oft auch dann, wenn wir die Sprache des anderen nicht sprechen.

Nonverbale Kommunikation scheint auf der ganzen Welt zu funktionieren. Deswegen ist es doch wirklich erstaunlich, dass wir uns so viel mit dem gesprochenen Wort beschäftigen und so wenig mit unserer Körpersprache. Denn diese entscheidet nicht nur, wie wir von anderen wahrgenommen werden, sondern kann auch unsere eigenen Empfindungen stark beeinflussen. Die richtige Gestik und Mimik kann uns tatsächlich auf glücklich "programmieren". Mit ganz einfachen Tricks gelingt es so, unsere Stimmung heben und uns selbst happy machen. "Unsere Gedanken und unsere Körpersprache sind eine Einheit und lassen sich nicht trennen", erklärt Monika Matschnig, Psychologin und Trainerin für Körpersprache. "Alles, was wir fühlen und denken, strahlen wir über unseren Körper aus." Und dieser Mechanismus funktioniert laut Expertin eben auch umgekehrt. "Indem wir eine bestimmte Körperhaltung oder einen anderen Gesichtsausdruck einnehmen, verändern sich unsere Gefühle."

Untersuchungen zeigten: Dauergrinser strahlen nicht nur mehr Fröhlichkeit und Interesse aus, lachen mehr und sind kreativer, sie knüpfen so auch schneller Kontakte und verfügen über eine höhere soziale Akzeptanz. Augenbrauenrunzler dagegen tun sich da schwerer. "Diese Mimik führt dazu, dass diese Menschen weniger einfallsreich sind und die Dinge kritischer betrachten", so Monika Matchnig.

Es gilt also: Gesichtsmuskeln öfter mal lockern, lieber die Mundwinkel nach oben ziehen als die Augenbrauen zusammenzukneifen. Schultern nach hinten, Kopf hoch und ein Lächeln ins Gesicht. Sie werden schnell merken, dass Sie sich so gleich besser fühlen.

Wie sagte schon Charlie Chaplin so schön: "Ein Tag, an dem du nicht lächelst, ist ein verlorener Tag." Und das funktioniert auch ganz ohne Worte.

Das Glück der Worte:

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