21.10.2021 - 18:26 Uhr
ParksteinOberpfalz

Darum bleiben die Eichen bei den Parksteiner Kunstrasenplätzen stehen

Eichen oder Kunstrasen? In Parkstein war in den vergangenen Wochen eine Grundsatzdiskussion aufgekeimt. Der Sportverein wiegelt ab, der Vorsitzende stört sich überhaupt nicht an den Bäumen. Eine Anfrage im Marktrat gab es trotzdem.

Links Eichen, rechts Kunstrasen. Funktioniert beides gemeinsam? Der Marktrat in Parkstein hat einen Kompromiss gefunden.
von Florian Bindl Kontakt Profil

Müssen die Eichen weichen? Diese Frage bereitete dem Parksteiner Marktrat in den vergangenen Wochen einige Bauchschmerzen. Es geht um die stattlichen Bäume, die die Kunstrasenplätze des SV Parkstein säumen. Und sich erdreisten, Laub und Eicheln abzuwerfen. Bald flatterte eine Anfrage des Vereins in den Marktrat, die Bäume zu fällen.

Herbert Piller fand das gar nicht witzig. „Da wird ein Thema hochgekocht, das überhaupt keines ist“, schimpft er. Er, der Vorsitzende des SV Parkstein, sei dazu überhaupt nicht gefragt worden. Gegenüber Oberpfalz-Medien stellt er klar: „Wir leben seit Jahrzehnten mit den Eichen neben den Fußballplätzen. Zusammen mit unserem Platzwart fahre ich da regelmäßig mit dem Rasenmäher-Bulldog durch, der saugt mir alles ein.“ Um den asphaltierten Weg zwischen den Plätzen müsse sich ohnehin der Markt kümmern. Seltsam. Woher kam denn dann die Idee, mit einer Säge wäre den Fußballern geholfen?

Einer, der auf beiden Seiten steht, ist Heinz Rast. Er ist zweiter Vorsitzender des SV und sitzt für die CSU im Marktrat. Er sagt: Die Bäume müssten nicht unbedingt weg, aber sie stünden eben ein bisschen am falschen Platz. Im September hieß es deshalb aus dem Marktrat: Warum nicht absägen? Wäre damit nicht auch die Verletzungsgefahr für die Fußballer gebannt? Auf Eicheln stürzen, nachdem man auf den Blättern ausgerutscht ist, muss das sein?

Daher die Anfrage, wie denn der Marktrat mit den Eichen umzugehen gedenke. Ob es eine Option wäre, sie „zu entfernen“, wie Sonja Reichold von den Grünen erzählt. Schnell war die Diskussion Kunstrasenfußballer gegen Naturfreunde geboren. Und der Gegenwind von den Grünen war stürmisch. Reichold hatte vor Jahren schon durchwinken müssen, dass Birken für einen Ballfangzaun gefällt wurden. „Das war die Zeit, als unsere Kunstrasenplätze entstanden sind. Mein Herz hat geblutet, aber ich habe mich auch dafür ausgesprochen.“

Die Eichen-Frage sieht sie aber anders. „Wir haben schon mit der Ortsgruppe vom Bund Naturschutz überlegt, uns an die Bäume zu ketten.“ Zum Glück sei das nicht nötig gewesen. Nachdem es einige Kritik in sozialen Netzwerken an der Idee, die Bäume zu fällen, gegeben habe, wie Reichold berichtet, hat der SV Parkstein seine Anfrage zurückgenommen.

Der Kompromiss: Die Bäume bleiben stehen. Der Bauhof kümmert sich um das Laub und die Eicheln auf Gemeindefläche und stutzt die Eichen regelmäßig zurecht. Der SV ist für seinen Platz weiterhin selbst zuständig.

Im September wirbelten die Eichen im Parksteiner Marktrat Staub auf

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