03.07.2020 - 15:54 Uhr
PechbrunnOberpfalz

Bürgermeister: „Pechbrunn ist energieautark“

Drei Anträge zu den Themen Erneuerbare Energien, Kläranlage und Grünflächen hatte Ute Döhler (Grüne) im Gemeinderat gestellt. Bürgermeister Stephan Schübel reagierte umfassend und wusste mit einer Aussage zur Stromerzeugung zu überraschen.

Vor der Installierung einer Photovoltaikanlage auf den Dächern der Schulturnhalle (links) und der Grundschule (rechts) müssten beide Dachstühle erheblich verstärkt werden. Möglich wäre dies laut Bürgermeister Stephan Schübel nur bei einer Generalsanierung der Schule.
von Josef RosnerProfil

Die Gemeinde Pechbrunn sollte energieautark sein und umweltfreundlichen Strom produzieren, so schrieb Ute Döhler in einem ihrer Anträge. Sie bat deshalb zu prüfen, ob auf allen gemeindeeigenen Dächern (Schule, Turnhalle, Rathaus, Bauhof und Feuerwehrhaus Groschlattengrün) Photovoltaikanlagen installiert werden können. "Der Amortisationszeitraum sollte sechs bis zehn Jahre betragen, bis die Gemeinde Gewinne erzielen kann", heißt es in dem Antrag weiter. "Sollte die Gemeinde nicht in der Lage sein, die PV-Anlagen zu finanzieren, sollten diese Flächen als Bürger-Solaranlagen finanziert werden", so Döhler. Weiter forderte sie für alle Neubauten eine Satzung, wonach Bauherren verpflichtet werden, eine PV-Anlage auf das Dach zu bauen. In anderen Kommunen sei dies schon üblich.

Dachstühle nicht geeignet

Bürgermeister Stephan Schübel antwortete ausführlich und verwies darauf, dass die Dachstühle fast aller genannten öffentlichen Gebäude nicht für eine PV-Anlage ausgelegt seien. Notwendig wäre eine kostenaufwendige Verstärkung. "Möglich wäre es bei der Schule nur bei einer Generalsanierung, wobei die äußerst kostspielig werden würde", erklärte Schübel. Auf dem neuen Feuerwehrhaus in Groschlattengrün wäre eine Installation möglich, zitierte Schübel Günther Deinzer vom Bauamt der Verwaltungsgemeinschaft Mitterteich.

Diskutiert hat der Gemeinderat auch über das Thema Verkehrssicherheit:

Pechbrunn

Zweifel äußerte Schübel an dem erwähnten Amortisationszeitraum. "Ich glaube, da kämen wir nicht ganz hin", sagte Schübel, der privat eine Freiflächen-Solaranlage auf einer 8500 Quadratmeter großen Fläche bei Lengenfeld gebaut hat. Zur geforderten Satzungsänderung bemerkte Stephan Schübel: "Wir können doch nicht die Bauherren zu solch einer Anlage auf ihrem Hausdach verpflichten." Allerdings könnte man eine Empfehlung in den Bebauungsplan schreiben. Für Staunen im Gemeinderat sorgte Schübel mit einem generellen Hinweis zur Stromerzeugung: "Pechbrunn ist schon energieautark. Wir erzeugen mehr Strom als wir verbrauchen."

In Lengenfeld hat Stephan Schübel eine Freiflächen-Solaranlage gebaut:

Oberpfalz

In einem weiteren Antrag regte Ute Döhler an, im Rahmen der Kläranlagensanierung eine weitere Stufe zur Filterung von Mikroplastikteilchen einzubauen. Eine spätere Nachrüstung wäre ihrer Ansicht nach kostspieliger. Möglicherweise ließen sich dafür Fördermittel abrufen. Bürgermeister Schübel berichtete von Gesprächen mit dem Ingenieurbüro Zwick, wonach der Einbau einer solchen Filterstufe bis zu eine Million Euro kosten würde. Fördergelder gebe es dafür derzeit nicht. Eine Nachrüstung sei laut dem Büro zu einem späteren Zeitpunkt jederzeit möglich. Weil die wasserrechtliche Genehmigung für die Kläranlage noch 20 Jahre laufe, wäre eine solche Maßnahme ohnehin kaum möglich. "Wollen wir abstimmen, ob wir die Million Euro investieren?", fragte der Bürgermeister abschließend, was auch Ute Döhler verneinte.

Grünes Licht für den Haushalt 2020:

Pechbrunn

Im dritten Antrag von Ute Döhler ging es um die Pflege von Grünflächen. Sie forderte, Grünstreifen, die nicht die Sicht von Verkehrsteilnehmern beeinträchtigen, nur noch einmal im Jahr zu mähen, um Insekten und Vögeln genug Nahrung zu bieten - am besten im zeitigen Frühjahr. Weiter wünschte sie sich, dass in der Gemeinde für jeden neuen Erdenbürger ein Bäumchen gepflanzt wird. Als Beispiel nannte sie Waldershof.

Viel Grün vorhanden

Bürgermeister Schübel verwies zunächst auf Vorgaben, wonach Grünflächen ab einem bestimmten Zeitpunkt im Frühjahr nicht mehr gemäht werden dürfen. Generell könne er sich vorstellen, Grünflächen im Außenbereich länger ungemäht stehen zu lassen - aber nicht innerorts. Weiter hob er hervor, dass es in der Gemeinde viel Grün gebe, darunter Blühflächen. Zum Pflanzen von Bäumen sagte Schübel, dass dies in Waldershof nur anlässlich eines Jubiläumsjahres gemacht worden sei und nicht mehr praktiziert werde.

Bis zu eine Million Euro würde es kosten, in der Pechbrunner Kläranlage eine weiteren Stufe zur Mikroplastik-Filterung einzubauen. Dies hatte Ute Döhler (Bündnis 90/Die Grünen) beantragt.

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Kommentare

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Stromautark heißt nicht energieautark!!! Was ist mit Öl, Holz, Kohle, Benzin, Diesel, Gas???

06.07.2020