01.09.2020 - 09:36 Uhr
PressathOberpfalz

Warten auf die Schwammerl-Schwemme

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Die regennassen, kühleren Tage kündigen es schon an: Es wird langsam Herbst. In dieser Jahreszeit sind die Wälder oft ein Paradies für alle, die gerne Pilze suchen. Ob das auch heuer so ist? Ein erfahrener Pilzsammler schätzt die Lage ein.

Die Schwammerl-Sammler sind schon ganz heiß auf die Saison. Denn durch den Regen der vergangenen Tage könnten die Steinpilze schon bald sprießen.
von Anne Wiesnet Kontakt Profil

Die Wälder rund um Pressath sind für Erhard Walberer zu einem zweiten Zuhause geworden. Der 70-Jährige, der schon seit der Kindheit "in die Schwamma" geht, liebt es, durch seine Pilz-Plätze zu streifen - immer auf der Suche nach einer leckeren Mahlzeit, frisch aus dem Wald. Für dieses Jahr rechnet er sich und anderen Pilzsammlern ebenfalls gute Chancen aus, fündig zu werden; obwohl man das ja nie so genau weiß. "Von der Regenmenge her, was es am Wochenende geregnet hat - in Pressath waren das so um die 50 Liter - könnte es bald Steinpilze geben", sagt er und will die nächsten Tage auch schon das erste Mal losziehen. Denn die Witterung sei trotz des trockenen Sommers ideal: Nässe und nicht zu kühle Nächte - dann sprießen die Schwammerl. "Dampfig muss es sein", meint der 70-Jährige. "Ich schau' auch immer ein bisschen auf den Mond. Zum Vollmond hin ist meist die Schwammerl-Schwemme da." Laut dem Pressather wachsen die Steinpilze gerne an feuchten, bemoosten und lichten Stellen im Wald, am liebsten bei Fichten. Aber auch im engsten Dickicht hat er sie schon entdeckt. Ein Tipp treffe fast immer zu: "Wo es Fliegenpilze gibt, gibt es meistens auch Steinpilze", verrät er. In welchem Waldstück es Pilze geben könnte, dafür müsse man einfach ein Gefühl entwickeln, sagt er. Ob es besser sei, in der Früh oder am Abend "in die Schwamma" zu gehen, ist für Walberer eine Glaubensfrage. "Oder man will der Konkurrenz zuvorkommen", schmunzelt er. Ja, ja, das Schwammerl-Latein.

Die Weidenerin Waltraud Witteler verrät in ihrem Kochbuch, welche Gerichte man aus Pilzen zubereiten kann

Weiden in der Oberpfalz

Erhard Walberer hat bei Pressath auch schon einen seltenen Pilz entdeckt

Pressath

Hat man schließlich einen Steinpilz entdeckt, stellt sich die Frage: abschneiden oder herausdrehen? "Am besten sollte man ihn kurz über dem Boden abschneiden, so dass der Stumpf noch in der Erde bleibt." So beschädige man nicht den eigentlichen Pilz unter der Erde, das Myzel. Dass die Steinpilze an einer Stelle wieder vermehrt nachwachsen, wenn man dort Schnipsel des Stiels zurücklässt, hält Walberer für einen Mythos. Er hat einen anderen Trick, bei dem er hofft, dass sich die Schwammerl so vermehren. "Wer in den Wald geht und einen Steinpilzhut in einer Astgabel findet, das war ich. Ich habe das schon mal gelesen, dass sich die Sporen dann besser verbreiten."

Das "Schwammerl-Handwerk" gelernt hat Walberer von seiner Mutter. "Ich bin schon mit fünf Jahren mit in die Schwamma", sagt der 70-Jährige. Manche Plätze der Mutter, wie den nahe der Kahrmühle, sucht er heute noch auf. "Da wächst noch immer der tolle Kiefern-Steinpilz. Der hat nochmal ein anderes Aroma wie der Fichten-Steinpilz." Aus seinem Fund bereitet er sich dann liebendgern Schwammerlbrühe mit Kartoffelbrei zu, oder er brät die Steinpilze einfach mit Eiern an. Eine Verwendung für die leckeren Waldfrüchte findet sich immer.

Erhard Walberer.
Hintergrund:

Der Steinpilz

  • Aussehen: Der Steinpilz hat einen braunen Hut, mit einem weißen bis olivgelblichen Futter. Dieses besteht aus Poren. Der Stiel des Steinpilzes ist meist knollig und weiß, kann aber auch länglich geformt sein.
  • Sorte: Der Steinpilz zählt zu den Speisepilzen und findet Verwendung in vielerlei Gerichten. (spi)

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