(paa) Der Ruf nach einem staatlichen Eingreifen begleitet die Vorstellung der Missbrauchsstudie der deutschen katholischen Kirche an diesem Dienstag in Fulda. Der Staat müsse in eine unabhängige Aufarbeitung der Missbrauchsfälle eingebunden werden, sagte der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Röhrig, der "Süddeutschen Zeitung". Der Betroffenenverband "Eckiger Tisch" forderte "eine unabhängige, staatliche Untersuchungs- und Aufarbeitungskommission". Eine Organisation von Tätern könne sich nicht selbst aufarbeiten, sagte Sprecher Matthias Kartsch.
Die Studie "Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz" (MHG-Studie) stellt der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, der Münchener Kardinal Reinhard Marx, heute zusammen mit Bischof Stephan Ackermann (Trier), dem Beauftragten für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich, und den Wissenschaftlern vor.
Erste Ergebnisse der 2013 begonnenen und nun abgeschlossenen Studie waren schon vor zwei Wochen bekannt geworden. Zwischen 1946 und 2014 sollen insgesamt 1670 Kleriker 3677 meist männliche Minderjährige sexuell missbraucht haben. Zur Beratung über Konsequenzen aus dem Missbrauchsskandal haben die Bischöfe den ganzen Dienstag ihrer viertägigen Herbstvollversammlung, die am Montag in Fulda begann, reserviert.
Die Veröffentlichung von Zahlen aus der Missbrauchsstudie hat einige Bischöfe offenbar auf dem falschen Fuß erwischt. So kritisierte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer, dass die Studie vorab einzelnen Medien vorlag, nicht aber den Bischöfen. Er will sich nach der Vollversammlung mit einem Hirtenwort an die Gläubigen wenden. Andere Bischöfe zeigten sich tief betroffen, kündigten erste Konsequenzen an oder stellten die Zahlen im eigenen Bistum vor. Die Regensburger wollen die Zahlen aus dem Bistum an diesem Dienstag präsentieren. Bereits Anfang September hatten sie mitgeteilt, dass seit 2010 fast 4,3 Millionen Euro "Anerkennungsleistungen" an Opfer von Gewalt und sexuellen Übergriffen geflossen sind. 3,2 Millionen Euro gingen ehemalige Domspatzen.
Als erstes bayerisches Bistum hat Eichstätt seine Zahlen veröffentlicht: Seit 1946 sind zehn Priester als Täter bekannt. Von diesen wurden 29 Opfer missbraucht, darunter 13 weibliche. "In Anerkennung des Leids, das Betroffenen zugefügt wurde, wurden insgesamt 46 000 Euro an acht Betroffene gezahlt", heißt es. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke versprach bei der Vollversammlung des Diözesanrates am Wochenende, die "Spirale des Schweigens" brechen zu wollen.















Scheinheiligkeit oder Heiligkeit?
Als ehemalige Schüler der Regensburgerdomspatzen schätze ich die MHG Studie folgendemaßen ein.
Große Worte bei der Veröffentlichung des MHG aber bis jetzt nichts dahinter!
Solange die RKK , speziell das Bistum Regensburg, den verstorbenen Schlägern mit Ehrentiteln huldigt, wird sich im Bewußtsein dieser kriminellen Mafia nichts ändern. Wer früher mit vollem Einsatz Kinder blutig schlug, auf dessen Grab prangen heute die Buchstaben MSGR. Wer Solisten mit der Faust unter den Flügel drosch, dessen Büste steht heute noch vor dem Gymnasium der Regensburger Domspatzen samt Ehrentitel von Hitlers Gnaden. Vernichtet diese unwürdigen Reliquien wenn ihr uns Opfern glauben machen wollt jetzt besser zu sein.
Haimo Herrmann _ Etterzhausen 1962 – 1964
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Natürlich erfordert das ein staatliches Eingreifen - schon ganz lange! Wenn sich der Fußballtrainer an seinen Schützlingen vergreift, regelt das auch nicht der Vorstand der SpVgg Randsperg hinter verschlossenen Sitzungszimmertüren im Sportheim.
Die Bischöfe fordern ein Durchbrechen der Spirale des Schweigens und schreien nach Aufklärung! Das kann doch nur Satire sein? Wer ist denn der Aufklärung bislang im Weg gestanden? Das ist ja, wie wenn Jogi Löw die Einstellung der Deutschen Nationalmannschaft bei der WM ..., oh, OK, ich merke gerade, wir leben vielleicht schon in einer Welt der Realsatire ...
Und Horst Seehofer erklärt als Nächstes noch, dass er Maaßen nur wegen Nahles' Veto nicht entlassen konnte, obwohl er ihn für untragbar hält ...
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