30.01.2020 - 18:28 Uhr
RegensburgOberpfalz

Der Synodale Weg muss sich dem Kulturpessimismus in der Kirche entgegenstellen

Wenn der Synodale Weg erfolgreich sein soll, muss er sich optimistisch der Zukunft zuwenden. Pessimismus führt nicht zum Ziel, meint Alexander Pausch.

Eine Frau geht zur Veranstaltung "Der Synodale Weg" im Haus am Dom in Frankfurt.
von Alexander Pausch Kontakt Profil
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Wenn der Synodale Weg gelingen soll, ist eine Fähigkeit gefragt, die etliche Amtsträger und Laien, in der katholischen Kirche in Deutschland zuletzt haben vermissen lassen: Zuhören, echtes Zuhören. Das gilt auch für den Fall, dass der Gesprächspartner eine Position vertritt, die aus der eigenen Sicht ganz und gar abwegig erscheint. Der Dialogprozess kann nur gelingen, wenn sowohl die 230 Teilnehmer als auch jene, die von der Seitenlinie hineingrätschen, nicht darauf beharren, dass nur sie die Wahrheit gepachtet haben.

Vielleicht hilft es dem einen oder anderen sich zu vergegenwärtigen, dass durch die Taufe alle Christen Anteil am gemeinsamen Priestertum haben. Draus ergibt sich Geschwisterlichkeit zwischen Amtsträgern und Laien. Und: Ohne Vernunft ist Religion nichts. Das gilt auch im Christentum.

Der Synodale Weg wird keine Revolution auslösen. Das soll er auch nicht. Der Dialog kann dazu beitragen, dass die katholische Kirche in Deutschland wieder zu sich selbst findet. Und: Der Synodale Weg kann Argumente, die für neue Regelungen sprechen, zusammentragen und diese im Vatikan vorlegen. Jenen, die einen Bruch mit der Tradition befürchten, sei gesagt: Nicht alle Traditionen, die schier unverrückbar scheinen, sind Jahrtausende alt. Manche waren vor Jahrzehnten noch Neuerungen.Wenn die katholische Kirche hierzulande wieder Zulauf haben will, wenn sie wieder attraktiv sein will, darf sie sich nicht auf den Kulturpessimismus einlassen, den einige in den Leitungsfunktionen der Kirche und manche ehemalige prominente Amtsträger angesichts gesellschaftliches Veränderungen pflegen. Dieser ist ganz und gar unchristlich. Christen sind vom Vertrauen getragen. Sie sind zukunftszugewandt, davon kündet die Trias "Liebe, Glaube und Hoffnung".Karl Söltl (1916-2010), der über Jahrzehnte in der Weidener Pfarrei St. Josef als Katechet wirkte, forderte von den Gläubigen Fröhlichkeit: "Glaubt mit dem Herzen." Man müsse es den Christen ansehen, dass sie Christen sind. Wenn die katholische Kirche in Deutschland dies beherzigt, gewinnt sie wieder jene positive Ausstrahlung, die ihr fehlt.

Interview mit Pfarrer Thomas Vogl

Waldsassen
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