08.07.2021 - 15:30 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Corona hat für Ehenbachtaler schwerwiegende Folgen

Zu lang war die Corona-Zwangspause für die Ehenbachtaler. Bei der Jahreshauptversammlung zeigte sich, dass die Pandemie den einst regen Verein fast lahmgelegt hat: Ein neuer Vorstand fand sich im ersten Anlauf nicht.

Die bisherige Führungsriege der Ehenbachtaler mit (von links) Vortänzerin Sandra Lindner, Schriftführer Fabian Rösch, der Vorsitzenden Manuela Wagner und ihrem Stellvertreters Dominik Strähl.
von Adele SchützProfil

Die Ehenbachtaler haben sich der Musik, dem Tanz und der Brauchtumspflege verschrieben und bereichern dadurch seit Jahrzehnten das gesellschaftliche Leben der Stadt Schnaittenbach. Heuer können sie auf ihr 75-jähriges Bestehen zurückblicken. Die Feierlichkeiten zu diesem Jubiläum fallen wie so vieles in den vergangenen eineinhalb Jahren der Pandemie zum Opfer. In dieser langen Zwangspause ist die Brauchtumspflege des Vereins, seine Veranstaltungen von Drischeldreschen bis Waldweihnacht gänzlich zum Erliegen gekommen. Ausnahmen waren die Sparte Musik mit der Ehenbachtaler Blaskapelle und die Sparte, die sich um die Pflege des Buchbergs kümmert, die bedingt auch während der Pandemie aktiv blieben.

Dass die lange Zwangspause Folgen für Verein haben wird, war klar. Wie gravierend die Auswirkungen sind, zeigte sich jetzt bei der Jahreshauptversammlung auf der Bühne der Buchberghütte, die schon lange keine Besucher mehr gesehen hat. Die Rechenschaftsberichte führten klar vor Augen, dass Corona den Verein ausgebremst hat und die Vereinskasse bei fehlenden Einnahmen geleert ist. Vorstand und Mitglieder stehen nun vor der Herausforderung, ihren Verein wieder neu zu beleben. In dieser Situation war es nicht möglich, die geplante Neuwahl abzuhalten. Dabei hätten alle Ämter mit Ausnahme das des Kassiers neu besetzt werden müssen.

Versammlung schwach besucht

Vorsitzende Manuela Wagner zeigte in ihrem Bericht in der schwach besuchten Versammlung, dass Corona das Vereinsleben zum Erliegen gebracht hat. Erfreulich sei, dass die Suche nach einem neuen Pächter für die Gaststätte der Buchberghütte erfolgreich war. Nach einem Jahr mit vielen Besichtigungen sei ein Wirt gefunden, der im April den Hüttenbetrieb wieder aufgenommen hat. Mit dem Hinweis, „ein Verein ist nur so stark wie seine Mitglieder“, appellierte Wagner an die Ehenbachtaler, sich mehr denn je aktiv einzubringen.

Hoffnung weckten die Berichte von Vortänzerin Sandra Lindner und dem Vorsitzenden der Ehenbachtaler Blaskapelle, Dominik Strähl. Sandra Lindnerkündigte an, dass die Vereinsabende mit Tanzproben im zweiwöchigen Rhythmus im Trachtlerheim bald wieder stattfinden sollen. Dominik Strähl informierte, dass die Blaskapelle derzeit aus 59 Mitgliedern bestehe, davon 29 Auszubildende. Dank des Dirigenten Johannes Pilarski konnten studierte Berufsmusiker als Ausbilder gewonnen werden. Proben im Freien, mit Abstand im Schützenheim in Holzhammer oder online ermöglichten ein kleines Herbstkonzert auf dem Gelände der Buchberghütte. „Für das restliche Jahr 2021 sind Pandemie-bedingt nur wenige Auftritte geplant. Da sich die Situation in den letzten Wochen etwas entspannte, ist eventuell der eine oder andere Auftritt für die Blaskapelle möglich.“

Einnahmen fehlen

Der Bericht von Schatzmeisterin Veronika Graf zeigte: Weil wegen Corona Einnahmen fehlen, hat sich die Kasse der Ehenbachtaler geleert. Trachtenwartin Maria Schwab teilte Trachtenwartin Maria Schwab teilte mit, dass es wegen der Pandemie keine Ausleihen von Trachten gegeben habe. Sie bedauerte, dass nur wenige Jacken und Hüte zurückgegeben worden seien und erinnerte daran, dass die Trachten Eigentum des Vereins sind und den Mitgliedern nur als Leihgabe zur Verfügung stehen. Stoff für die Neuanfertigung von Trachten-Dirndln sei angeschafft worden, die Nähaktion allerdings ins Stocken geraten.

Bürgermeister Marcus Eichenmüller wies auf die Bedeutung des Ehrenamts für die Stadt hin. Er appellierte an den Vorstand, die Mitglieder zu aktivieren, um den Verein zu erhalten und auch die lange Tradition des Buchbergfestes, das im nächsten Jahr auf sein 100-jähriges Bestehen zurückblicke, fortzuführen. Es gehe beim Erhalt des Vereins auch um die Zukunft der Buchberghütte. Er riet den Ehenbachtalern, über das Abspecken des Vereins nachzudenken, sprach dabei von Immobilien und Anzahl der Vereinssparten.

Keiner will Vorsitzender sein

Vor der Neuwahl traten mit Ausnahme von Schatzmeisterin Veronika Graf alle bisherigen Vorstandsmitglieder aus persönlichen und beruflichen Gründen zurück. Da keiner der Anwesenden bereit war, für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren, wurde die Neuwahl auf eine außerordentliche Versammlung für Mitglieder und Interessierte vertagt. Sie soll am Samstag, 31. Juli, um 15 Uhr auf der Bühne der Buchberghütte stattfinden. Hier wird auch über den Antrag von Erwin Meier zur Durchführung des Buchbergfestes entschieden. Der nun kommissarische Vorstand appelliert an die Mitglieder, zu der Versammlung zu kommen: Wenn dabei keine neue Vereinsführung gebildet werden kann, wäre dies der erste Schritt Richtung Aus für den Heimat- und Volkstumsverein Ehenbachtaler zum 75-jährigen Bestehen.

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