05.07.2021 - 17:20 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Paprika, Peperoni und Chili - einTrio, das es in sich hat

Im Schnaittenbacher Kräutergarten gibt es jetzt mehr Würze und Schärfe. Das hat mit der neuen Leidenschaft von Gärtnermeisterin Tanja Götz zu tun.

Mit dem Anbau von wärmeliebenden Paprika, Peperoni und Chili ist man in einem Gewächshaus auf der sicheren Seite.
von Adele SchützProfil

„Ich habe ein Faible für Paprika, Peperoni und Chili, denn dieses Trio fasziniert mit seiner Vielfalt in jeder Hinsicht und punktet mit seinem hohen Gesundheitspotential“, lässt Gärtnermeisterin Tanja Götz wissen. Dies waren Gründe genug für sie, die diesjährige Kräutergartensaison diesen Gemüse- und Gewürzpflanzen zu widmen. Rund 30 Sorten aus der beachtlichen Vielfalt der Nachtschattengewächse hat sie ab Anfang März als Schau- und Lehrpflanzen für die Kräutergartenbesucher herangezogen. Tanja Götz hat eine Menge Infos zur Aufzucht, Pflege und Zubereitung zum Trio parat. Somit wird der Besuch des Schnaittenbacher Kräutergartens heuer zum heißen Tipp, wo Paprika, Peperoni und Chili in ihren großen Auftritt haben.

"Ein kleiner, aber wirkungsvoller Eingriff ist bei den großfrüchtigen Paprikasorten das Ausbrechen der sogenannten Königsblüte. Sie bildet sich in der Gabelung zwischen dem Haupttrieb und dem ersten Seitentrieb. Damit wird das Blatt- und Triebwachstum angeregt und ein höherer Fruchtertrag erzielt", weiß Tanja Götz.

Der Ursprung aller Paprikasorten liegt in Mittel- und Südamerika, wo sie bereits vor 7000 Jahren kultiviert wurden. Paprika und Peperoni wurden im 16. Jahrhundert aus der neuen Welt dann nach Europa eingeführt. Durch ihre Farbenpracht von grün, gelb, orange, rot, purple und weiß sowie ihre auffällige Erscheinungsform in rund und länglich, stehend oder hängend, als Birne, Glocke und Hut sowie weitere Formen werden Paprika, Peperoni und Chili zum Hingucker in jeden Garten und auf jeden Balkon. Das Trio besticht auch in der Küche mit seinen zahlreichen Geschmacksnuancen – doch Vorsicht bei der Dosierung ist im Umgang mit Letzteren oberstes Gebot. Beachtlich ist das Gesundheitspotential der Schoten aufgrund ihres hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralien.

Gärtnermeisterin Tanja Götz freut sich, dass die von ihr im zeitigen Frühjahr gesäten Paprika, Peperoni und Chili trotz widrigen Wetters im Freien gut gedeihen.

„Mit dem Vitamin-C-Gehalt einer Paprika kann es kaum ein anderes Lebensmittel aufnehmen", erklärt Tanja Götz, "denn in 100 Gramm roter Paprika stecken durchschnittlich 150 Milligramm Vitamin C. Bei den ebenfalls enthaltenen Vitaminen A, B1 und E schneiden die roten Schoten jedoch besser ab als ihre unreiferen grünen Geschwister.“ Sie ergänzt, dass in Paprikaschoten ebenfalls Flavonoide, Carotine, viel Kalium, Magnesium, Zink und Kalzium enthalten seien, aber wenig Kalorien. Die Schärfe von Chilis werde vor allem durch das Capsaicin verursacht, das einen Hitze- bzw. Schmerzreiz verursache, der im Körper eine gesteigerte Wärmeproduktion auslöse. Um diese auszugleichen, verbraucht laut Götz der Körper jede Menge Kalorien, "was die Chilis zu einem natürlichen Fettkiller macht." Zudem wirkten sie anregend auf den Kreislauf und die Verdauung. „Je mehr Capsaicin ein Chili enthält, desto schärfer ist er, wobei in allen Sorten das Capsaicin am Stielansatz in deutlich höherer Dosis eingelagert ist als in der Spitze der Frucht“, bemerkt die Gärtnermeisterin. Beim Schneiden sei es wichtig, darauf zu achten, dass die Hände nicht mit Augen oder Schleimhäuten in Kontakt kommen.

Ob gelb oder violett, ob kleine Zungenbrenner oder große mild-süße Früchte – im Anbau, sagt Tanja Götz, sind alle Paprikasorten gleich. Um Fehler zu vermeiden, sei zu beachten, dass sie zu den wärmebedürftigsten Gemüsearten zählen, "daher lohnt sich ein Freiland-Anbau nur in sehr warmen Regionen und bei günstigem Kleinklima, beispielsweise vor einer warmen Südwand". Der Anbau im Gewächshaus oder Folientunnel ist überall in Deutschland möglich und wesentlich ertragssicherer.

Wer keine fertig gezogenen Jungpflanzen kaufen will, für den beginnt der Anbau mit der Aussaat Anfang März. Die Samen werden gleichmäßig in einer mit Anzuchterde gefüllten Pflanzschale ausgestreut und dünn mit Erde bedeckt. Die Samen sollten etwa doppelt so tief gesetzt werden, wie sie groß sind. Nach dem gründlichen Angießen die Schale mit einer transparenten Haube abdecken. Der Standort sollte hell und möglichst warm sein – ideal in einem beheizten Gewächshaus, nicht an der Heizung. Die ideale Keimtemperatur beträgt 25 Grad Celsius. Etwa vier Wochen nach der Aussaat werden die jungen Paprika in kleine Töpfe pikiert und bei möglichst hoher Luftfeuchtigkeit hell und warm weiterkultiviert. Die Setzlinge ab Ende April in ein unbeheiztes Gewächshaus oder nach den Eisheiligen (11. bis 15. Mai) in ein möglichst sonniges Beet im Garten mit lockerer, humusreicher Erde setzen. Der Boden sollten vorher mit Kompost und Hornmehl versorgt werden.

Peperoni wie Paprika und Chili sind in ihrer Vielfalt an Form und Farbe immer ein Hingucker, ob im Garten, Gewächshaus oder auf dem Balkon oder der Terasse.

Eine dritte Möglichkeit ist die Pflanzung auf der Terrasse oder dem Balkon in möglichst große Blumenkübel am besten unter einen Dachüberstand. Paprika alle 14 Tage mit einer geringen Menge Flüssigdünger im Gießwasser oder zwischen Mitte Juni und Ende August zwei bis drei Mal mit einem organischen Gemüsedünger versorgen. Brennnesseljauche eignet sich als Zusatzdünger ebenfalls sehr gut. Der Wasserbedarf von Paprika ist sehr hoch, daher im Gewächshaus und auf der Terrasse im Sommer täglich gießen. Ein kleiner, aber wirkungsvoller Eingriff ist bei den großfrüchtigen Paprikasorten das Ausbrechen der sogenannten Königsblüte. Sie bildet sich in der Gabelung zwischen dem Haupttrieb und dem ersten Seitentrieb. Damit wird das Blatt- und Triebwachstum angeregt und ein höherer Fruchtertrag erzielt. Ernte der ersten grünen Paprika im Gewächshaus ab Mitte Juli, der ersten voll ausgefärbten Früchte ab Ende des Monats. Bei der Freiland- oder Topfkultur beginnt die Ernte in der Regel erst drei bis vier Wochen später.

Ganz ohne Gift: Gärtnern ohne Pestizide

Thumsenreuth bei Krummennaab
Rezept:

Mexikanischer Kartoffelsalat

  • Kleine ganze Kartoffeln kochen, kurz abschrecken und aus der Schale schnipsen.
  • In eine Schüssel geben und klein gewürfelte Zwiebel, rote Paprika und Lauchzwiebeln dazugeben.
  • Dressing: Essig, Öl, Salz Pfeffer, Chilipulver, Agavendicksaft (ersatzweise Zucker), Saure Sahne oder Frischkäse.
  • Mindestens 6 Stunden ziehen lassen, eventuell ab und zu etwas Wasser angießen, sollte es zu trocken sein.
Rezept:

Acili Ezeme: Türkischer Paprika-Dipp

  • 3 große rote Paprika entkernen in grobe Stücke schneiden, mit 2 Knoblauchzehen und 2 roten, geviertelten Zwiebeln im Mixer pürieren
  • in ein feines Sieb zum Abtropfen geben, Saft auffangen.
  • Nach ca. 1 Stunde die abgetropfte Paprika mit 30 g Tomatenmark, 20 g Paprikamark, 20 g Grenadine, Sumak (Essigbaum) Salz und Pfeffer mischen.
  • Der Dip wird als Vorspeise zu Fladenbrot gereicht, passt aber auch zu gegrilltem Lamm.
  • Die aufgefangene Flüssigkeit kann zum Würzen von Suppen und Soßen verwendet werden.

 

 

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