05.03.2021 - 14:35 Uhr
Schneeberg bei WinklarnOberpfalz

Knappes Votum gegen Gebührenerhöhung

Die Kämmerin schlägt vor, die Wassergebühren angesichts des Defizits zu erhöhen. Mit knapper Stimmenmehrheit entscheidet sich der Zweckverband zur Wasserversorgung der Schneeberger Gruppe jedoch dagegen. Es bleibt beim alten Preis.

Unbebaute, aber bebaubare Grundstücke müssen zum Herstellungsbeitrag herangezogen werden. Ein Viertel der Grundstücksfläche dient der Berechnung.
von Annemarie MösbauerProfil

Die Gebühren standen im Mittelpunkt der Versammlung des Wasserzweckverbandes Schneeberger Gruppe. Bürgermeisterin Sonja Meier begrüßte dazu von Oberviechtacher Seite die Bürgermeisterstellvertreter Egbert Völkl und Günter Gilch, ebenso Kämmerin Regina Hildebrand und Geschäftsstellenleiter Anton Brand.

Einnahme decken Ausgaben nicht

Winklarn

Kämmerin Regina Hildebrand informierte die Verbandsversammlung über die wichtigsten Rechnungsergebnisse des Haushaltsjahres 2020. Zum Zweckverband gehören 147 Abnehmer im Markt Winklarn (Schneeberg, Aschahof, Aschamühle und Pondorf) und in der Stadt Oberviechtach (Schönthan, Hornmühle und Herzoghof). Alle fünf Quellen liegen am Westhang des Frauensteins.

Neue Hausanschlüsse

Regina Hildebrand listete sämtliche Posten der Einnahmen und Ausgaben auf und erläuterte sie. Der Wasserverbrauch sank in den letzten Jahren stetig und somit auch die Einnahmen. Die Ausgaben stiegen jedoch, bedingt durch die Erstellung eines neuen Wasserkatasters und den Bau neuer Hausanschlüsse, deren Finanzierung erst in ein paar Jahren zu Buche schlägt. Die fehlenden Beträge mussten aus den Rücklagen gedeckt werden.

Anlässlich dieses Defizites sprach Josef Holler das Thema Einsparung an: „Bringen die neue Kartenablesung und die Abbuchungen bei den Verwaltungskosten keine Ersparnis?“ Dies verneinte die Kämmerin, da die Pauschalbeträge vom Kassenprüfer schon als zu niedrig angesehen wurden. Michael Merthan schlug vor, den Strompreis durch Photovoltaik und Speichermöglichkeiten zu senken. Dieser Gedanke wurde aufgenommen. Es sollen Angebote mit verschiedenen Varianten der Speicherung eingeholt werden, auch für die Anlagen in Winklarn, Muschenried und Haag. Aufgrund der guten Rücklagen wäre diese Finanzierung durchaus möglich. Der Haushaltsplan für 2021 und der Finanzplan mit dem zugrunde liegenden Investitionsprogramm für die Jahre 2020 bis 2024 wurden einstimmig angenommen.

Keine großen Investitionen

Regina Hildebrand präsentierte die neue Gebührenkalkulation und schlug vor, die Gebühren zu erhöhen um das Defizit auszugleichen. Dagegen plädierte Josef Holler dafür, die Gebühren beizubehalten und das Defizit aus den Rücklagen zu bezahlen, die ja von den Wasserbeziehern einmal einbezahlt wurden. Da keine großen Investitionen anstehen und fast kein Zins zu erwarten ist, wäre diese Möglichkeit sinnvoll.

Der Zweckverband billigte die neue Kalkulation mit unveränderten Gebühren mit einer knappen Mehrheit von 4:3 Stimmen. Gegen eine Erhöhung stimmten die Schneeberger Verbandsräte Michael Merthan, Josef Holler, Ludwig Reitinger und Josef Schöberl. Die Grundgebühren betragen bis 5 Kubikmeter Abnahme 42,80 Euro, über 5 Kubikmeter 53,50 Euro. Die Verbrauchsgebühren belaufen sich auf 70 Cent pro Kubikmeter.

Auch für unbebaute Grundstücke

Unbebaute, aber bebaubare Grundstücke, die die Möglichkeit zum Anschluss an die Wasserversorgung haben, müssen zu einem Herstellungsbeitrag herangezogen werden. Die Berechnungen orientierten sich bisher an den angrenzenden bebauten Gebäuden. In Zukunft soll die fiktive Größe mit einem Viertel der Grundstücksfläche berechnet werden.

Zur Strombeschaffung schließt sich der Zweckverband der Bündelausschreibung an. 2023 bis 2025 soll wieder mit Normalstrom mit einem Ökoanteil – je nach Stromlieferant – versorgt werden. Dazu wird die Verwaltung gebeten, Daten zu aktualisieren und auf Vollständigkeit zu prüfen.

Die Vorsitzende Sonja Meier gab noch folgenden Beschluss der nichtöffentlichen Sitzung bekannt: Michael Merthan ist Vorsitzender der Rechnungsprüfung. Gemeinsam mit Günter Gilch, Ludwig Reitinger, Josef Schöberl und Egbert Völkl prüfte er die Jahresrechnung und fand keine Beanstandungen. Somit wurde die Entlastung der Zweckverbandsvorsitzenden Sonja Meier erteilt.

Von der Westseite des Frauensteines erhält die Schneeberger Gruppe ihr Trinkwasser
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.